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Urteil am Kriminalgericht: Drei Jahre Gefängnis für Raub an Krienser Künstler

Im März 2017 rauben zwei Männer einen Luzerner Künstler in dessen Atelier aus. Einen davon hat das Luzerner Kriminalgericht nun zu drei Jahren Gefängnis verurteilt – teilbedingt. Reue zeigte er keine, auf eine Entschuldigung wartet das Opfer bis heute.
Kilian Küttel

Vielleicht hält er es mit dem Heiligen Hieronymus. Der soll gesagt haben: «Wer sich entschuldigt, klagt sich an». Eine Entschuldigung jedenfalls kam einem 29-jährigen Luzerner bis heute nicht über die Lippen, nachdem er einen Luzerner Künstler in dessen Atelier überfallen und ausgeraubt hatte. Trotzdem: Angeklagt wurde er, die Luzerner Staatsanwaltschaft hält die fehlende Entschuldigung in der Anklageschrift fest.

Seit wenigen Tagen ist das Urteil des Luzerner Kriminalgerichts öffentlich. Im abgekürzten Verfahren verhängen die Richter über den Räuber eine Freiheitsstrafe von 36 Monaten, wovon er acht Monate absitzen muss. Hinzu kommen 500 Franken Busse wegen Drogendelikten.

Ein Montagabend im März 2017: Zusammen mit einem Komplizen betritt der arbeitslose Luzerner eine Kunstgalerie in Kriens. Nach kurzer Zeit will der Künstler den Besuch loswerden, fordert die beiden auf zu gehen. Da eskaliert das Treffen zwischen Pinseln und Farbtöpfen: Der 29-Jährige schubst den Künstler, sein Komplize holt zum Schlag aus und trifft ihn am Kopf. Das Opfer geht zu Boden. Bewusstlos.

Scheinwerfer aus Wut heruntergerissen

Die Täter nehmen alles mit, was wertvoll scheint: einen Laptop, ein Tablet, ein Handy, sechs Uhren, zwei Kredit- und drei Bankkarten. Gesamtwert: 4585 Franken. Zudem richten sie einen Sachschaden von knapp 23'000 Franken an. Unter anderem beschädigen sie drei Ölbilder, die zusammen mehr als 18'000 Franken wert sind. Und als ob das noch nicht genug wäre, reisst der Luzerner eine Videokamera von der Decke.

Seine Begründung: Er sei hässig gewesen und «das Verhalten des Opfers sei ihm zu blöd geworden, er habe den Scheinwerfer deshalb herunterreissen müssen», schreibt die Staatsanwaltschaft. Die «massive» Gewalt und die «psychische und physische Beeinträchtigung des Opfers» seien stark verschuldenserhöhend zu berücksichtigen.

Nebst der Freiheitsstrafe und der Busse muss der Luzerner seinem Opfer fast 35'000 Franken an Schadensersatz und Genugtuung zahlen. Hinzu kommen knapp 11'500 Franken für die Verfahrenskosten. Übrigens: Das gestohlene Handy hatte der Luzerner seinem Dealer übergeben – um frühere Schulden zu tilgen.

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