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Drei Jahre Gefängnis für Drogenhändler

Ein junger Schweizer war mehrmals in U-Haft. Die Taten bereute er erst, als es zu spät war.
Roger Rüegger

Der Beschuldigte (23) hat weder Beruf noch Arbeit. Vom Studium wurde er dispensiert. Untätigkeit kann man dem Schweizer mit den kurzen Haaren und dem schwarzen Bart indes nicht vorwerfen. Der Mann hielt die Polizei auf Trab. Immer wieder wurde er aufgegriffen.

So befand er sich von Februar 2017 bis Juli 2018 viermal für einen Tag in Polizeihaft. Ebenso häufig hatte man ihn in Untersuchungshaft gesteckt. Das erste Mal wurde er imMai 2017 für 15 Tage in Gewahrsam genommen. In der Folgezeit wurde er in regelmässigen Abständen festgenommen. Bis Anfang 2019 befand er sich insgesamt 152 Tage in Untersuchungshaft.

Bei der Verhandlung am Mittwoch am Luzerner Kriminalgericht, die im abgekürzten Verfahren durchgeführt wurde, zeigte sich der Mann kooperativ. Dies tat er zuvor nicht. Als die Richter wissen wollten, ob er bereit sei, den Sachverhalt nun vollumfänglich zuzugeben und nicht nur halbwegs, wie bei den Voruntersuchungen, sagte er zu. So etwa als er über seinen Drogenkonsum befragt wurde. Darüber wollte er nie reden. Bei der Verhandlung gab er zu, viele Substanzen probiert zu haben. Regelmässig habe er nur gekifft.

Mindestens 4,5 Kilogramm Marihuana veräussert

Derzeit befindet sich der Beschuldigte im vorzeitigen Strafvollzug. Davor wohnte er bei seinen Eltern in der Agglomeration Luzern und bei Leuten aus dem Milieu, wo er sehr aktiv war. Seit 2015 hat er mindestens 4,5 Kilogramm Marihuana mit einem Gewinn von 20000 Franken veräussert; zudem 90 Ecstasy-Tabletten, 160 Gramm Amphetamin und 40 Gramm Kokain mit 6000 Franken Gewinn.

Die Drogen habe er aus dem Darknet bezogen und mit dem Gewinn seinen Lebensunterhalt finanziert sowie Schulden bei Drogenlieferanten beglichen. Was einem blühen kann, wenn man Schulden im Milieu nicht begleicht, weiss er. Zusammen mit zwei Leuten verprügelte er im Juli 2016 einen Mann, der ihm Geld schuldete. Auch dafür musste er vor Gericht geradestehen. Zudem für Raufhandel, weil er an einer Schlägerei zweier Gruppen beteiligt war, die zum Teil bewaffnet aufeinander losgingen. Weitere Delikte sind Hinderung an einer Amtshandlung sowie Gewalt und Drohung gegen Behörden und Beamte. Er entzog sich mehrfach der polizeilichen Festnahme durch Flucht. In einem Fall trat er die Beamten mit Füssen. Reue zeigte er bei den Voruntersuchungen keine. Auf die Frage der Richterin, ob er sich eigentlich bewusst sei, was er alles angerichtet habe, sagte er: «Ja, es war Dummheit, ich habe die falschen Leute getroffen. Ich hätte alles andere mit meinem Leben anstellen können.»

Die Chance bot sich ihm. Im Februar 2017 wurde er in Untersuchungshaft genommen. Die Staatsanwaltschaft entschied sich dennoch gegen ein Gesuch um Untersuchungshaft, um ihm die Fortsetzung seines Studiums zu ermöglichen. Er kehrte jedoch ins Milieu zurück, wo er seine Drogengeschäfte weiter führte. Die Richter verurteilten den Beschuldigten zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und einer Busse von 1000 Franken. 354 Tage hat er bereits abgesessen.

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