Drei Visionen zeigen auf, wie das linke Seeufer in Luzern aufgewertet werden könnte

Planungsteams entwickeln derzeit verschiedene Konzepte für eine Umgestaltung des Gebiets zwischen Inseli, Ufschötti und Segelboothafen in Luzern. Danach soll die Bevölkerung mitreden. 

Stefan Dähler
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Mit einem Entwicklungskonzept für das linke Seeufer will die Stadt Luzern aufzeigen, wie die Gebiete Inseli, Werft, Motorboothafen, Ufschötti, Alpenquai und Segelboothafen aufgewertet werden können. Hier der betreffende Perimeter im Überblick: 

Bild: Stadt Luzern

Nachdem im Herbst 2018 ein Mitwirkungsanlass mit der Bevölkerung stattgefunden hat, erarbeiten nun drei Teams mögliche Entwicklungen für das linke Seeufer.

Eigentlich sollten die Quartierbewohner im März an einem Anlass über den Zwischenstand informiert werden. Wegen des Coronavirus war das aber nicht möglich, und die Info erfolgte schriftlich. Wie dem Schreiben zu entnehmen ist, sehen die drei Planungen Folgendes vor:

Ufschötti

Die Ufschötti ist ein zentraler Punkt am linken Seeufer.

Die Ufschötti ist ein zentraler Punkt am linken Seeufer. 

Bild: Patrick Hürlimann (Luzern, 05. April 2020)

Ein Team legt den Fokus auf den See. Es will die besonderen Plätze, «Perlen» genannt, wie das Inseli oder die Ufschötti ökologisch aufwerten und mit einem durchgehenden Weg verbinden. Das Ufer würde vom Nutzungsdruck entlastet, indem Felder für sportliche Aktivitäten oder Kioske vom See weg verschoben werden. Dafür soll ein Bereich namens «Band» im hinteren Teil der Ufschötti geschaffen werden. Dieses Team besteht aus den Planungsbüros Extra Landschaftsarchitekten, Leismann, Kontextplan sowie Martin Beutler.

Tribschenstadt-Gebiet

Ein weiteres Team legt den Fokus auf das ganze Tribschenstadt-Gebiet. Dieses soll grossflächig mit Bäumen entlang der Strassen und neuen Freiräumen aufgewertet werden, so wie hier entlang der Werkhofstrasse. 

Bild: Google Streetview

Dadurch würde das Stadtklima dort angenehmer. Auch dieses Team will den Nutzungsdruck am See verringern. Es besteht aus Freiraumarchitektur, S2L Landschaftsarchitekten, Ernst Niklaus Fausch Partner, WAM Planer und Ingenieure und Urban Equipe.

Seeufer

Das Inseli, fotografiert vom Vierwaldstättersee aus.

Das Inseli, fotografiert vom Vierwaldstättersee aus. 

Bild: Nadia Schärli (Luzern, 9. September 2019)

Das dritte Team fokussiert sich auf ökologische Aufwertungsmassnahmen am Seeufer. Das Inseli soll wieder zu einer Insel werden, wie es bis Mitte des 20. Jahrhunderts der Fall war. Damals existierte ein Kanal zwischen Festland und Inseli. Weiter soll das Areal als «grüner Bahnhofplatz» eine noch wichtigere Rolle für die umliegenden Gebiete erhalten. Dieses Team besteht aus Studio Vulkan Landschaftsarchitektur, Christian Salewski & Simon Kretz, Schneiter Verkehrsplanung, Zimraum und OePlan

Die Ideen sind noch nicht bis ins Detail ausgearbeitet. Wie sie umgesetzt werden könnten, ist noch offen. Die Teams haben bis Ende Sommerferien Zeit, ihre Testplanungen abzuschliessen, danach werden diese veröffentlicht und dienen als Basis für das Entwicklungskonzept linkes Seeufer. Ein Siegerteam werde es nicht geben. «Wir werden Massnahmen aus allen drei Planungen prüfen und in das Entwicklungskonzept für das linke Seeufer integrieren», sagt Pascal Stolz, Projektleiter Stadtplanung bei der Stadt Luzern. Für die Erarbeitung des konkreten Konzepts werde es im Herbst erneut einen Mitwirkungsanlass für die Bevölkerung geben. Vorliegen dürfte das Konzept dann Ende Jahr.

Arbeitsplätze sollen erhalten bleiben

Bei der ersten Mitwirkung sei es vor allem darum gegangen, die Grundstimmung  der Bevölkerung abzuholen. Dabei hat sich gezeigt, dass am linken Seeufer vielfältige Bedürfnisse bestehen. So ist es – mehr als das touristisch geprägte rechte Seeufer – Arbeits-, Wohn- und Freizeitgebiet zugleich. Etwa wurde eingebracht, dass die Arbeitsplätze erhalten bleiben sollen – und damit auch die Parkplätze am Alpenquai. Allenfalls könne man diese aber stärker in Sammelparkierungsanlagen integrieren, um den Gestaltungsspielraum im öffentlichen Raum zu erhöhen, wie dem Workshop-Protokoll zu entnehmen ist. Weiter wurden bessere Verbindungen für den Fuss- und Veloverkehr gefordert. Die Määs und die Sommerbars stossen auf grosse Zustimmung. Defizite sahen Workshop-Teilnehmer bei der Sicherheit während der Nachtstunden.

Ausgangslage für das Entwicklungskonzept linkes Seeufer ist die 2017 angenommene Initiative für ein carfreies Inseli. Für die Planung bewilligte der Grosse Stadtrat einen Kredit von 775‘000 Franken.

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