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DREILINDEN: Der Heimausbau ist gefährdet

Die Erneuerung des Betagtenzentrums Dreilinden gerät ins Stocken. Droht wegen Beschwerden letztlich gar eine Hausbesetzung?
Hugo Bischof
So soll sich das Haus Pilatus des Betagtenzentrums Dreilinden nach der Sanierung und Erweiterung präsentieren. (Bild: Visualisierung PD)

So soll sich das Haus Pilatus des Betagtenzentrums Dreilinden nach der Sanierung und Erweiterung präsentieren. (Bild: Visualisierung PD)

Das Betagtenzentrum Dreilinden in Luzern verfügt zurzeit über 111 Einzelzimmer – verteilt auf drei Gebäude mit den klangvollen Namen Pilatus, Brisen und Mythen (siehe Plan nebenan). Bis Anfang 2014 gab es ein viertes Gebäude, das Haus Rigi. Dieses wurde inzwischen abgerissen. Der an dessen Stelle für 28 Millionen Franken geplante Neubau der Zürcher Architektin Gret Loewensberg – mit 80 geräumigen Einzelzimmern und attraktiven Aufenthaltsräumen – wird im Februar 2016 eröffnet.

Alles klar also auf Dreilinden? Nicht ganz. Denn die Gesamterneuerung des Betagtenzentrums gerät nun ins Stocken. Betroffen ist das Haus Pilatus. Dieses, das Hauptgebäude, soll für ebenfalls 28 Millionen Franken total saniert und erweitert werden. Der entsprechende Kredit wurde vom Verwaltungsrat der Viva Luzern AG, die seit Anfang 2015 die städtischen Betagtenzentren betreibt, bereits bewilligt.

Streit um Gebäudehöhe

Gegen die Erweiterungspläne sind nun aber nach Ablauf der Einsprachefrist noch zwei Beschwerden hängig. Sie stammen von den gleichen Nachbarn, die sich zuvor schon gegen den Neubau des Hauses Rigi gewehrt hatten. Das bestätigt Beat Däppeler, Verwaltungsratspräsident der Viva Luzern AG, deren Aktien sich zu 100 Prozent im Besitz der Stadt befinden.

Gemäss Däppeler bemängelt ein Einsprecher, der Neubau werde zu hoch. Beim Haus Rigi zuvor wurden ähnliche Bedenken geäussert. Damals musste vor Beginn der Bauarbeiten allerdings noch ein jahrelanger Rechtsprozess abgeschlossen werden. Es ging um die Ablösung von Servituten, jahrzehntealten Rechtsvereinbarungen zwischen der Stadt und Anwohnern mit dem Ziel, den Quartiercharakter zu schützen. Servitut-Inhaber sind einspruchsberechtigt, etwa wenn es um Gebäudehöhen oder Nutzungen geht. Die letzte hängige Einsprache gegen das Haus Rigi wies das Kantonsgericht Anfang 2014 zurück. Die Einsprecher verzichteten danach auf einen Weiterzug ans Bundesgericht.

Jetzt muss Stadtrat entscheiden

Beim Haus Pilatus ist die Angelegenheit nicht mehr ganz so komplex – hier sind Servitute kein Thema mehr. Wie es mit den aktuellen Einsprachen gegen die Erweiterung des Hauses Pilatus weitergeht, ist aber noch offen. Die Viva Luzern AG hat ihre Stellungnahme dazu beim Stadtrat eingereicht. «Der Ball liegt nun bei uns», bestätigt Markus Hofmann, Leiter des Ressorts Baugesuche in der Baudirektion. Die Antwort des Stadtrats werde «voraussichtlich Ende Juli, Anfang August vorliegen».

Falls der Stadtrat die Beschwerden ablehnt, können die Einsprecher diese ans Kantonsgericht Luzern weiterziehen. Das könnte den Baubeginn laut Hofmann «um ein halbes bis ein ganzes Jahr verzögern». Beat Demarmels, Geschäftsführer der Viva Luzern AG, hofft auf eine Einigung mit den Einsprechern. Denn durch einen verspäteten Baubeginn könnte der gesamte Zeitplan bei der Dreilinden-Erneuerung ins Wanken geraten.

Sorge um leer stehendes Haus

Geplant ist nämlich, dass nach Beginn der Sanierung beim Haus Pilatus dessen Bewohner ins neu erstellte Haus Rigi umziehen. Dies wäre schon im Februar 2016 möglich. Falls zu diesem Zeitpunkt wegen der hängigen Beschwerden die Bauarbeiten beim Haus Pilatus noch nicht beginnen könnten, würden die Pilatus-Bewohner dennoch ins Haus Rigi umziehen, betont Beat Demarmels.

Die Folge wäre aber, dass das Haus Pilatus danach möglicherweise längere Zeit leer stehen würde. «Das wäre nicht in unserem Sinn», sagt Beat Demarmels. Er befürchtet, dass «dadurch auch Hausbesetzer angelockt werden könnten».

Vor dem Abriss des früheren Hauses Rigi gab es vor rund eineinhalb Jahren ebenfalls eine grössere Zügelaktion. Die meisten der damaligen 44 «Rigi»-Bewohnerinnen und -Bewohner zogen im Oktober 2013 ins Haus Saphir des Pflegeheims Eichhof um und fanden dort ihr neues Zuhause.

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