Dreilinden: Das «Konsi» wird zur Kunstvilla

Gemälde, ein Café und eine Bibliothek: Der Dreilindenpark soll ein Ort der Kultur bleiben. Der gut betuchte Kunsthändler Robert Landau wird Nachmieter der Musikhochschule.

Simon Mathis
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Die Villa im Dreilindenpark soll künftig Kunstwerke beherbergen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 10. März 2016))

Die Villa im Dreilindenpark soll künftig Kunstwerke beherbergen. (Bild: Dominik Wunderli (Luzern, 10. März 2016))

Wo bisher klassische Musik erklang, soll künftig bildende Kunst hängen. Der Luzerner Stadtrat will, dass der Dreilindenpark ein Ort der Kultur bleibt. Er hat sich dazu entschlossen, die Liegenschaft an die Finartis Kunsthandels AG zu vermieten.

Das Unternehmen mit Sitz in Meggen soll die Nachmieterin der Musikhochschule Luzern werden. Letztere betreibt in der Villa Vicovaro – im Volksmund «Konsi» genannt – zurzeit das Institut für Klassik und Kirchenmusik und wird im Herbst 2020 in den Neubau beim Südpol umziehen.

Grosse Meister des 20. Jahrhunderts

Leiter und Eigentümer von Finartis ist der englisch-kanadische Kunsthändler Robert Landau, wohnhaft in Meggen. Mit einem Vermögen von schätzungsweise 700 bis 800 Millionen Franken gehört er laut dem Wirtschaftsmagazin «Bilanz» zu den reichsten Personen in der Schweiz.

«Es ist unser sehnlichster Wunsch, die Gebäude auf Dreilinden wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen.»
Robert Landau, Kunsthändler

«Meine Frau Alice und ich können es kaum erwarten, die Luzerner Bevölkerung in naher Zukunft auf Dreilinden begrüssen zu dürfen», sagt Robert Landau auf Anfrage der Redaktion. «Es ist unser sehnlichster Wunsch, die Gebäude auf Dreilinden wieder in ihrem alten Glanz erstrahlen zu lassen und deren Räumlichkeiten mit Werken der bildenden und darstellenden Künste zu füllen.»

Die Kunstsammlung Landaus beinhaltet zahlreiche bedeutende Werke aus dem 20. Jahrhundert, heisst es auf der Website «Landau Fine Arts». So etwa Gemälde von Le Corbusier, Pablo Picasso, Henri Matisse und Wassily Kandinsky. «Finartis hat eine umfassende und bedeutende Sammlung», sagt Baudirektorin Manuela Jost (GLP). «Es ist davon auszugehen, dass die geplanten Ausstellungen über Stadt und Region ausstrahlen werden»

Bibliothek, Cafés und Büros

Die Ausstellungen sind vor allem im Ökonomiegebäude geplant. In der Villa Vicovaro seien Büroräume für Finartis vorgesehen. Teilweise sollen in der Villa Ausstellungen und Veranstaltungen stattfinden. Eine Kunstbibliothek – vornehmlich für Kunststudierende – soll das malerische Schlösschen künftig ebenfalls beherbergen.

Die Musik wird wohl nicht ganz aus dem Dreilindenpark verschwinden. Denn auch Konzerte sind geplant, erste Gespräche mit dem Lucerne Festival haben stattgefunden. Im Pförtnerhaus ist ein Café für die Bevölkerung angedacht. Und im «Konsipark» sollen einige Figuren aufgestellt werden – etwa von Joan Miró.

Auch Pläne für ein Hotel gab es

Für das Projekt sollen keine öffentlichen Gelder in Anspruch genommen werden, sagt Robert Landau. Die Finanzierung werde ausschliesslich aus privaten Mitteln erfolgen. Landau nennt die Liegenschaft Dreilinden ein «Kleinod der Innerschweizer Landschaft», zu der er Sorge tragen wolle.

Finartis hat sich gegen zwei Mitbewerber durchgesetzt. Der erste Konkurrent plante ein Hotel- und zwei Gastronomiebetriebe, der zweite ein Institut für Spielkultur und ein interaktives Spiele-Museum. Der Stadtrat habe Finartis unter anderem deshalb den Vorzug gegeben, weil es bereit sei, eng mit dem Quartierverein zusammenzuspannen.

Der Stadtrat verhandelt nun einen Mietvertrag mit Finartis. Demnächst wird eine Stiftung gegründet, bei der auch der Quartierverein Wesmelin-Dreilinden einen Einsitz erhalten soll. Wenn der Mietvertrag unter Dach und Fach sei, könne man sich bis 2020 auf die Planung fokussieren. Denn danach stünden Sanierungsarbeiten an, bei der auch die kantonale Denkmalpflege ein gewichtiges Wort mitzureden hat.