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Dreilindenquartier Luzern: Anstösser lehnen Verkehrskonzept ab

Die Stadt Luzern stösst mit ihren geplanten Dosierungsmassnahmen auf der Dreilindenstrasse auf massiven Widerstand. 49 Anwohner haben Einsprache erhoben: Sie fordern die ersatzlose Streichung des Projekts und verlangen vorab eine Analyse.
Sandra Monika Ziegler

Die Stadt Luzern will dem Verkehrschaos in der Innenstadt entgegenwirken. Dafür wurde ein Gesamtverkehrskonzept mit dem Kanton, dem Verkehrsverbund und Luzern Plus erarbeitet. Es sieht neben anderen Massnahmen die Installation von neunzehn Dosierungsanlagen vor – für insgesamt 2,57 Millionen Franken.

Eine davon betrifft die Dreilindenstrasse. Hier ist vorgesehen, während der Stosszeiten Richtung Stadt ab dem Abendweg keine Privatautos mehr durchzulassen und diese über die Adligenswilerstrasse umzuleiten (siehe Grafik). Verlagerung löst nicht das Problem Die Stadt verspricht sich davon, dass der öffentliche Verkehr flüssiger läuft und die Busfahrzeit zwei Minuten kürzer wird. Negative Auswirkungen auf das Quartier erwartet die Stadt kaum; die Schleichwege würden mit ihrem Verkehrskonzept an Attraktivität verlieren.

Verlagerung löst keine Probleme

Das sehen viele Quartierbewohner ganz anders. 49 von ihnen haben Einsprache erhoben. Sie werden vom Anwalt Cyrill Lauper vertreten. «Es handelt sich um ein laufendes Verfahren», sagt dieser, «wir warten jetzt zuerst die Verhandlungen mit der Stadt ab, dann sehen wir weiter.» Einsprecher jedoch, teilen uns einige Gründe mit, warum sie das Vorhaben ablehnen.

So werde der Verkehr von der «gewachsenen» Durchgangsstrasse ins Wohnquartier Adligenswilerstrasse /Abendweg verlegt. Das sei sachlich nicht gerechtfertigt und gefährde die Sicherheit, speziell für die rund 220 Kinder der Montessori-Schule. Der Stau auf der Adligenswilerstrasse sei vorprogrammiert, denn die Strasse sei zu eng und zu unübersichtlich. Bisher hätten die dortigen Fussgängerstreifen und Parkplätze die Autofahrer gebremst. Würden sie – wie jetzt geplant – aufgehoben, sei es damit vorbei. Die Einsprecher fordern unisono vorab eine Verkehrsanalyse auf der Dreilindenstrasse.

Das fordern auch andere besorgte Quartierbewohner in ihren Leserbriefen. Auch sie befürchten die Verlagerung des Verkehrs auf die Adligenswiler-, die Hitzlisberg- und die Sonnbühlstrasse. Quartierbewohner Beat Däppeler hält in seinem Leserbrief von Anfang Oktober fest, dass beim Konzept ein Blick auf das gesamte Strassennetz im Quartier fehle. Eine Optimierung der Lichtsignalanlagen bei den Kreuzungen Hof-, Löwen- und Alpenstrasse müsste man ebenfalls prüfen. Dafür brauche es eine vorgängige Testphase.

Mehr Stau, mehr Lärm, mehr Dreck

Eine solche fordert auch der Quartierverein Wesemlin Dreilinden. Dort ist eine Verkehrskommission am Werk; sie hat eine Stellungnahme an die Stadt abgegeben. Mehr Stau, mehr Lärm, mehr Dreck. «Dass während der Stosszeiten der Bus stadtwärts auf der Dreilindenstrasse ab Abendweg Vortritt hat, begrüssen wir», sagt Quartiervereinspräsident Peter Frei: «Das ist ein Mehrwert für das Quartier.» Wohl bemerkt zu Stosszeiten, als ganztägiges Projekt sei dies jedoch keine Lösung.

Wenig begeistert ist der Quartierverein über die geplante Umleitung des Privatverkehrs über den Abendweg in die Adligenswilerstrasse: «Das führt zu mehr Stau, mehr Lärm, mehr Dreck.» Opposition gibt es auch gegen die Einbahnpläne auf dem engen Abschnitt hinter der Hofkirche und die dort geplante Dosierungsampel. Damit will die Stadt bei der Einfahrt in die Stadthofstrasse ein Chaos verhindern. Für Anwohner ist indes klar: Der Verkehr wird sich stauen, ausgerechnet entlang der Hofkirche.

«Staut es auf der Seebrücke oder der Zürichstrasse, schaltet die Stadt doch einfach auf Rot und wir haben dann den Salat, beziehungsweise Stau.»

Die Standortwahl für Dosierungsampeln ist sehr umstritten. Ein Anwohner erklärt: «Staut es auf der Seebrücke oder der Zürichstrasse, schaltet die Stadt doch einfach auf Rot und wir haben dann den Salat, beziehungsweise Stau.» Auch die IG Dreilinden machte eine Einsprache. Sie sieht nur Vorteile für die Buslinie 7, nicht aber für die Linie 14. Deshalb schlägt sie vor, die Dosierungsampel bereits am Gundoldingerplatz aufzustellen, um mehr Fahrplansicherheit zu erreichen.

Generelles Fahrverbot für Sonnenbühlstrasse

Gemäss IG werde zudem mit der geplanten Aufhebung der Parkplätze am Abendweg und an der Adligenswilerstrasse der Suchverkehr in die benachbarte Sonnenbühlstrasse provoziert. Deshalb möchte die IG diese Strasse für den Durchgangsverkehr sperren, ausgenommen für Anwohner und Besucher.

Nicht nur die Planung, auch die Kosten sorgen für Kopfschütteln. Leserbriefschreiber Philipp Marfurt kritisiert, mit den von der Stadt für dieses Vorhaben eingeplanten 500 000 Franken werde nur die flüssigere Fahrt für den Trolleybus gewährleistet, nicht aber für den Privatverkehr, der den eigentlichen Stau verursache.

Für so viel Geld dränge sich zumindest ein Testversuch auf, damit nicht ein ähnliches Fiasko wie am Bundesplatz entstehe, wo man seit langem krampfhaft eine Lösung suche.

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