Drogenhandel

An Drogenhandel beteiligt: Teilbedingte Strafe und Landesverweis

Ein 26-Jähriger hat sich an einem kiloweisen Handel mit Drogen beteiligt - aus Gutmütigkeit und als Zuschauer, wie ihm die Luzerner Staatsanwaltschaft zugute hielt. Er kommt deswegen mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe davon, wird aber des Landes verwiesen

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(sda) Die Mengen sind beeindruckend. Der Beschuldigte habe mit 17,5 Kilogramm Amphetamin, 2 Kilogramm Kokain, 6500 Ecstasy-Pillen und 22,5 Kilogramm Marihuana zu tun gehabt, hiess es in der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft. Vielfach habe er aber nur eine untergeordnete Rolle gespielt oder sei nur dabei gewesen, ohne etwas zu verdienen. Ein Teil der Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz sei im «Anstalten treffen» stecken geblieben. Zudem habe er die Tatvorwürfe vollumfänglich eingestanden.

Der Beschuldigte könne deswegen noch knapp mit einer teilbedingten Freiheitsstrafe von 3 Jahren bestraft werden, erklärte die Staatsanwaltschaft. Die Probezeit sei aber beim Maximum von 5 Jahren anzusetzen. Zudem werde der niederländische Staatsbürger für acht Jahre aus der Schweiz verwiesen.

Strafe abgesessen

Der Beschuldigte akzeptierte diese Strafe, und auch das Kriminalgericht teilte die Einschätzung der Staatsanwaltschaft. Der Niederländer wurde deswegen im abgekürzten Verfahren wegen mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Die 16 Monate, die unbedingt ausgesprochen wurden, hat er bereits in Untersuchungshaft und im vorgezogenen Strafvollzug abgesessen. Das am Dienstag veröffentlichte Urteil ist rechtskräftig.

Der Beschuldigte, der ein Jus-Studium begonnen hatte, begleitete praktisch gratis mehrere Drogentransporte von den Niederlanden in die Schweiz und nach Finnland. Der Chef der Drogenhändlerbande nutzte dabei die Besuche aus, die der Beschuldigte bei seinen Eltern in den Niederlanden machte. Er fuhr im Auto des Beschuldigten mit, während die Drogen in einem anderen Fahrzeug transportiert wurden.

In der Schweiz versuchte der Beschuldigte auch, im Drogenhandel zu vermitteln, dies weil der Kopf der Band noch fast keine Abnehmer hatte. Selber verkaufte er rund 500 Ecstasy-Pillen, allerdings ohne dabei etwas zu verdienen, sowie 750 Gramm Marihuana, mit dem er einen Gewinn von 2500 Franken machte.

Ferner plante der Beschuldigte mit Kollegen, 20 Kilogramm Marihuana zu übernehmen, um es zu verkaufen. Schliesslich verzichteten sie aber auf den Deal. Gleiches gilt für den Import von 5000 Ecstasy-Pillen und 500 Gramm Amphetamin.