DROGENSSZENE: Drogenkonferenz will Fixerraum schliessen

Der Fixerraum in der Stadt Luzern soll bereits nach einem einjährigen Betrieb auf Ende August vorzeitig geschlossen werden. Auch brauche es für den Salesiapark in Kriens klare Regeln. Dies empfiehlt die kantonale Drogenkonferenz.

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Das Geissmättli in Luzern. Bild Marco Zanoni/Neue LZ

Das Geissmättli in Luzern. Bild Marco Zanoni/Neue LZ

Der Fixerraum im Geissmättli wird im Schnitt von nur acht Personen pro Tag besucht.

Eine Arbeitsgruppe soll nun bis Ende Juni Alternativvorschläge ausarbeiten, teilte die Staatskanzlei am Dienstag mit. Die Drogenkonferenz weise darauf hin, dass eine Kontakt- und Anlaufstelle für die Drogenabhängigen wichtig sei.

Der Fixerraum war Ende August 2007 eröffnet worden. Der Pilotbetrieb war auf 18 Monate angesetzt worden. Die Drogenkonferenz hat keine Entscheidkompetenzen, kann aber Empfehlungen abgeben. Ihr gehören Behördenmitglieder von Kanton, Stadt und Gemeinden an.

Parkordnung für Salesiapark
Für den Salesiapark in Kriens, der zum Treffpunkt von Drogenabhängigen geworden ist, soll eine Parkordnung geschaffen werden. Dies schlägt die kantonale Drogenkonferenz vor. Eine Schliessung des Parks sei dagegen keine gute Lösung.

Im Winter verlagerte sich die Drogenszene vom Vögeligärtli in der Stadt Luzern in den Salesiapark in Kriens. Dieser gehört dem Kanton Luzern. Bald kam es zu Reklamationen über Verschmutzungen und Störungen rund um den Park und in der Buslinie nach Kriens.

Gemäss Drogenkonferenz registrierte die Kantonspolizei in dem Park seit Mitte Februar 297 verschiedene Personen. Die meisten sind den Mitarbeitern der Gassenküche bekannt. Offenbar sorgen die Parkbenutzer selbst für eine gute Ordnung auf dem Areal.

Die Drogenkonferenz spricht sich klar gegen die Bildung einer offenen Drogenszene und gegen einen rechtsfreien Raum aus. Eine sofortige Schliessung des Salesiaparks wäre aber keine sachdienliche Lösung, heisst es in der Mitteilung.

Klare Regeln
Die Konferenz schlägt deshalb vor, mit den Beteiligten eine Parkordnung zu erstellen. Darin soll etwa festgehalten werden, dass das Übernachten und das Dealen verboten sind, dass Minderjährige nicht geduldt werden und dass die Parkinfrastruktur nicht permanent benutzt werden darf. Vorgesehen sind auch Öffnungszeiten.

Die Polizei soll Personenkontrollen durchführen und die Parkordnung durchsetzen. Sollte sich eine offene Drogenszene herausbilden, müsste der Park nach Ansicht der Drogenkonferenz geschlossen werden.

sda