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DRUMMERWETTBEWERB ALTISHOFEN: Noch einmal so richtig auf die Pauke hauen

Sepp Glanzmann gründete den Drummer- und Percussionistenwettbewerb vor 24 Jahren. Nun ist Schluss – obwohl sich heuer wieder mehr Schlagzeuger für den Anlass angemeldet haben.
Andreas Bättig
Heinz (links) und Sepp Glanzmann in ihrem Schlagzeugshop. (Bild: Pius Amrein/Altishofen, 25. April 2017)

Heinz (links) und Sepp Glanzmann in ihrem Schlagzeugshop. (Bild: Pius Amrein/Altishofen, 25. April 2017)

Andreas Bättig

kanton@luzernerzeitung.ch

Es sind Drummer von Bands mit grossen Namen, die in den vergangenen Jahren den Weg nach Altishofen fanden. Weltstars wie Nicko McBrain, der Drummer der Band Iron Maiden, beispielsweise. Oder John Blackwell, der am Schlagzeug niemand Geringeren begleitete als den legendären Prince. Drummer von Bands wie Udo Lindenberg waren hier, auch von Pink.

Sie alle konnten Sepp (77) und Heinz Glanzmann (46) in die 1500-Seelen-Gemeinde Altishofen locken. An die Auftritte der Stardrummer am Samstagabend in der Mehrzweckhalle erinnert sich Sepp Glanzmann gut. «Nicko McBrain hat eine super Show hingelegt. Das Volk hat getobt», sagt er. Sohn Heinz ergänzt: «Manchmal glaubten diese berühmten Drummer, dass sie in diesem kleinen Altishofen vor 100 Nasen spielen werden. Wenn sie dann zwischen dem Auftrittsvorhang in die Halle guckten, waren sie schon überrascht, wenn dort 700 Fans standen.»

Ziel war es, jungen Musikern eine Plattform zu geben

Dass solche Stars mal an «seinem» Anlass spielen werden, hatte Sepp Glanzmann vor knapp einem Vierteljahrhundert nicht gedacht. 1994 gründete er den Schweizerischen Drummer- und Percussionisten-Wettbewerb. Er wollte Jugendlichen die Möglichkeit geben, ihr Können miteinander zu vergleichen und zu messen. «Für alle anderen Musikinstrumente gab es Wettbewerbe, nur für die Schlagzeuge gab es nichts», sagt der Gründer des Schlagzeugshops Glanzmann. Schon seit der Kindheit hatte es das Schlagzeug Sepp Glanzmann angetan. «Ich liebte es, mich dem Rhythmus hinzugeben. Ich habe schon früh in Bands gespielt.»

Am Anfang noch mit einer überschaubaren Anzahl an Teilnehmern, wurde der Wettbewerb immer grösser. 2011 konnte mit rund 360 Drummern und Percussionisten der bisherige Teilnehmerrekord verzeichnet werden. «Unser Ziel war immer, den jungen Musikern eine Plattform zu bieten, auf der sie schauen können, wie und was die anderen spielen», sagt Heinz Glanzmann, der als Vizepräsident beim Wett-bewerb tätig ist. Denn, bös gesagt, würden Drummer im Keller vor sich hin üben und wüssten sonst gar nicht, wo sie im Vergleich zu den anderen stünden.

Doch für die jungen Drummer und Percussionisten bestand nicht nur die Möglichkeit, sich vor einer Jury zu präsentieren, sie wurden auch gefördert. Als Preis winkte ein zehnwöchiger Workshop an der Drum School the collective in New York zum Beispiel. Oder Bootcamps bei Thomas Lang, dem Schlagzeuger von Falco oder Robbie Williams. «Wir konnten einige Schweizer Talente fördern und so ihrer Musik­karriere auf die Sprünge helfen», sagt Heinz Glanzmann. Er denke dabei zum Beispiel an Massimo Buonanno, der 2003 in Altishofen den ersten Platz bei den Advanced Drummers holte und mittlerweile für Seven, Myron oder Marc Sway spielt.

Trotz des Erfolgs bei der Nachwuchsförderung: Das Interesse am Wettbewerb liess in den letzten Jahren nach. Ab der zwanzigsten Durchführung seien die Zahlen rückläufig gewesen, erinnert sich Sepp Glanzmann. Warum das so ist, darüber kann Heinz Glanzmann nur spekulieren. «Ein Instrument zu spielen – gerade Schlagzeug –, ist eine teure Geschichte. Viele können sich das nicht mehr leisten. Gerade auch dann, wenn kantonale Beiträge an Musikschulen gestrichen werden.»

Weniger Teilnehmer, weniger Sponsoren

Mit den sinkenden Teilnehmerzahlen kürzten viele Sponsoren ihre Beiträge massiv. Frustrierend sei es gewesen, dem Geld nachzurennen, sagt Heinz Glanzmann. Man habe mehrere Varianten über längere Zeit geprüft. Leider habe es keine andere Lösung gegeben, als den Wettbewerb dieses Jahr zum letzten Mal durchzuführen. «Ich mache niemandem einen Vorwurf, danke den Sponsoren für die jahrelange Unterstützung», sagt Glanzmann.

Nun wollen sie die 24. und letzte Auflage gut über die Bühne bringen. «Wir haben uns schon überlegt, ob wir eine grosse Abschlussparty machen wollen. Aber wir haben die Idee wieder verworfen, da wir überraschenderweise plötzlich wieder sehr viele Anmeldungen erhalten haben», sagt Heinz Glanzmann.

Eine Party hätte nicht in das Zeitfenster gepasst, und man wollte wie immer die Teilnehmer ins Zentrum stellen. So messen sich am kommenden Samstag und Sonntag rund 310 Percussionisten in Altishofen in 16 Kategorien. «Ich freue mich auf das Wochenende. Der Abschied wird aber sicher emotional werden», sagt der Gründer. «Als Abschluss werden wir mit dem ganzen Team bei mir ein Fondue essen. Das ist Tradition. Dabei werden wir sicher auf die letzten 24 Jahre anstossen», sagt Heinz Glanzmann. Denn es sei eine schöne Zeit gewesen. «So einen Anlass kann man auch nur in einem Dorf wie Altishofen durchführen. 160 freiwillige Helfer waren jeweils im Einsatz.»

Hinweis

Morgen und übermorgen findet der Drummer- und Percussionistenwettbewerb zum letzten Mal statt. Mehr Informationen unter www.drummer-wettbewerb.ch

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