Kolumne

Dynamo Sempachersee: Was bleibt danach?

Unser Landreporter über die Nachhaltigkeit von regionalen Grossanlässen.

Ernesto Piazza
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Grosses Kino am Sempachersee: Dynamo soll noch bis Sonntag rund 40 000 Besucher in die Region locken. Die Veranstalter haben die Messlatte extrem hoch angesetzt, eine enorme Kiste auf die Beine gestellt.

Ernesto Piazza, (Bild: Pius Amrein)

Ernesto Piazza, (Bild: Pius Amrein)

Das Programm ist vollgepfropft mit Aktivität und Attraktivität. Beispielsweise soll der «längste Liegestuhl der Welt» ein «Open-Air-Feeling» vermitteln. Das Luzerner Kantonsspital gewährt im Operationsbereich einen Blick hinter die Kulissen. Oder es besteht die Möglichkeit, für einmal mit Dampfboot oder Floss über den Sempachersee zu gleiten.

Und die Organisatoren hauen kräftig auf die Werbetrommel. Auch die Medien hat man mit Material zuhauf eingedeckt. Gerade jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, poppt der Newsletter 11/2019 auf. Natürlich kann ich nachvollziehen, dass die Region ins Rampenlicht gerückt werden soll. Das ist sogar von grosser touristischer Notwendigkeit. Nur: Für mich kann dieser Aktivismus auch zu viel des Guten sein.

Wobei zu sagen ist: Touristisch gibt es in der Tat ländlichen Nachholbedarf. Immerhin wollen die Erlebnisregionen Sempachersee, Willisau, Unesco Biosphäre Entlebuch und das Seetal – dort sind aber noch einige zusätzliche Hausaufgaben zu erledigen – künftig Kräfte bündeln. Auch die Kooperation mit Luzern Tourismus will man neu beurteilen.

Der Megaevent Dynamo kann zweifellos helfen, den Bekanntheitsgrad der Region zu steigern und zu stärken. Doch was für mich vor allem zählt, ist Nachhaltigkeit. Und darauf bin ich sehr gespannt.