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E-Sport: Emmen Center sucht «Fifa»-Meister

Luca Boller ist der erste Schweizer E-Sport-«Fifa»-Profi. Wer sich mit ihm messen will, erhält nun Gelegenheit dazu.
Federico Gagliano
Luca Boller (links) und sein Teamkollege Tim Katnawatos gewannen im Mai den «Coca-Cola eCup». (Bild: PD)

Luca Boller (links) und sein Teamkollege Tim Katnawatos gewannen im Mai den «Coca-Cola eCup». (Bild: PD)

In Emmen dreht sich ab Mittwoch alles um den E-Sport: Während drei Tagen werden dort «Fifa»-Turniere ausgetragen, eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Auf die Gewinner warten Preise im Gesamtwert von über 4000 Franken. Und am Mittwochnachmittag können sich die Spieler auch gleich mit einem Profi messen: Luca «LuBo» Boller, der erste Schweizer «Fifa»-Meister, ist an dem Turnier anwesend. Boller ist seit Mai 2017 beim FC Basel als E-Sportler unter Vertrag. Sein Hobby ist zum Beruf geworden, seit letztem Jahr sogar Vollzeit. Täglich trainiert der 24-Jährige etwa vier Stunden an seiner Playstation-Konsole.

Training an der Konsole und im Fitnesscenter

Seine Arbeitstage seien sehr unterschiedlich, erzählt er unserer Zeitung. Besonders diesen Monat: Am 24. September kommt «Fifa 20» in den Handel, die neuste Ausgabe der jährlich erscheinenden Fussballsimulation. Es sei immer besonders anstrengend, sich darauf vorzubereiten. «Grundsätzlich versuche ich meinen Arbeitstag so aufzubauen, dass ich jeweils zwei Einheiten à zwei Stunden einbinde, um an der Konsole zu trainieren. Jeden zweiten Tag baue ich noch eine Trainingseinheit im Fitnesscenter ein. Zusätzlich pflegt man dauernd seine Kanäle auf den sozialen Medien.» Zwischendurch warten dann die Turniere: Erst letzten Mai gewann Boller mit seinem Teamkollegen Tim Katnawatos den «Coca-Cola eCup». Doch die Konkurrenz schläft nicht, junge Talente können oft mit Profis mithalten. Zum Training braucht man nämlich nur Konsole und Videospiel. Trotzdem sollte man nicht gleich vom Leben als Profi-Gamer träumen, warnt Boller: «E-Sports ist ein schnelllebiges Geschäft und Plätze sind noch sehr rar.»

Sein erster und wichtigster Ratschlag sei, zuerst eine normale Berufslehre zu absolvieren oder nebenbei zu studieren. Er selbst hat eine Banklehre abgeschlossen, momentan absolviert er eine Marketingausbildung – in Luzern, wo er inzwischen auch wohnt. Erst danach könne man sich auf den E-Sport konzentrieren. Die ersten Schritte seien einfach: «Besuche ein Turnier, trainiere, lerne die Community kennen und versuche, dich selber in der Szene zu etablieren», rät Boller. Die Zentralschweiz sei ein guter Startplatz dafür, erzählt er: «Mir fällt auf, dass es hier im Vergleich zu anderen Kantonen viele Fifa-Events gibt.»

Kampf gegen veraltete Klischees

Trotzdem gibt es noch keine Profi-Teams in der Zentralschweiz. Der FC Luzern hatte ein entsprechendes Projekt Ende 2017 auf Eis gelegt. Man warte auf ein Konzept, in dem sich Schweizer Klubs an einer Liga beteiligen könnten, anstatt dass jeder Klub einzeln für sich E-Sports betreibe, sagte damals Markus Krienbühl, Kommunikationsleiter beim FCL. Konkretes steht aber noch nicht fest: «Momentan wird hierzulande über eine mögliche Liga diskutiert, was ich selber begrüssen würde. Vieles wäre bei uns bereits vorhanden, wie die Spieler, der Hype, die Firmen und die Vereine», so Boller. Ein Problem ist aber auch die Akzeptanz des E-Sports. Letztes Jahr sorgten Proteste gegen E-Sport für eine Unterbrechung beim einem Spiel zwischen den Young Boys Bern und dem FC Basel. Das schnelle Wachstum von E-Sport würde solche Probleme mit sich bringen, meint Boller: «Durch den Hype werden mehr Leute über das Thema aufgeklärt, daraus ergeben sich aber auch mehr Personen, die den Sinn dahinter nicht verstehen.»

Viele hätten noch alte Klischees im Kopf: Gamer seien immer an der Konsole, hätten keine Freunde und würden sich nur von Pizza und Energydrink ernähren. «Ich sehe aber meine Arbeit auch darin, als Vorbild die E-Sport-Akzeptanz in der Schweiz zu steigern», so Boller. Dazu gehört auch sein Auftritt im Emmen-Center: Boller und andere Experten werden dort auch an einer Podiumsdiskussion mit dem Thema «Chancen und Gefahren im E-Sport und Gaming» teilnehmen.

Das Mindestalter für die Teilnahme am Turnier im Emmen Center beträgt 16 Jahre. Informationen zu den Spielzeiten und die Anmeldung findet man hier.

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