EASY-MENS.CH: Diese Jungs verkaufen Tampons

Drei Luzerner haben eine neue Geschäftsidee entdeckt: Sie verschicken Tampons – im Abo.

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Die Gründer von Easy-Mens: Diego Koch, Christoph Brunner und Dominic Meyer. (Bild pd)

Die Gründer von Easy-Mens: Diego Koch, Christoph Brunner und Dominic Meyer. (Bild pd)

«Hat jemand einen Tampon?», ist wohl eine der häufigst gestellten Fragen in Frauenumkleidekabinen und -toiletten. Denn obwohl das Einsetzen der Menstruation dank hormoneller Verhütungsmittel heute eigentlich planbar wäre, sind Tampons aus unerklärlichen Gründen doch häufig genau dann unauffindbar, wenn dringend benötigt.

Onlineversand aus Luzern
Doch drei Luzerner wollen das Problem nun beheben. Drei junge Herren wohlgemerkt, zwischen 22 und 27 Jahren alt. Von Beruf sind sie Schreiner, Programmierer und in der Finanzbranche tätig. Über ihre neu gegründete Firma Easy-Mens bieten sie ab dem heutigen Samstag einen Abodienst, der frau allmonatlich mit der nötigen Tampon-Ration versorgt. «Wir wurden alle schon einmal von der Freundin losgeschickt, um Tampons zu kaufen oder mussten solche an einem Anlass organisieren», sagt Easy-Mens Mitbegründer Dominic Meyer.

20 Tampons für 9.90 Franken
Die Firmengründer-Freundinnen waren denn auch die ersten Testkundinnen, die die entscheidenden weiblichen Inputs geliefert haben: 20 Tampons werden der Abonnentin pro Monat per Post zugestellt, die Lieferung kostet 9.90. Der Preis liege leicht über dem Ladenpreis, sagt Meyer. Die Auswahl von Mini, Normal und Super kann übers Internet individuell zusammengestellt werden. Zur Aufmunterung und gegen hormonell bedingte Verstimmungen wird mit jedem Päckli eine kleine Überraschung, ein Kosmetik-Werbegeschenk, mitgeliefert.

Zwei Jahre bis Vollzeitjob
Die drei Jungunternehmer waren schon länger auf der Suche nach einer Idee für einen Online-Aboservice. «Socken und Rasierklingen gibt es bereits, da haben wir uns überlegt, was man sonst noch regelmässig braucht», sagt Meyer. Die Firma Blacksocks etwa vertreibt seit über zehn Jahren erfolgreich Socken im Jahresabo.

Die Luzerner wollen in zwei Jahren von ihrer Firma leben können. Ob die Tampon-Idee bei den Frauen ankommt, wird sich aber erst zeigen müssen. Denn ein Problem kann auch der Lieferservice nicht beheben. Die erstaunliche Tatsache, dass die Tampons zwar häufig zu Hause bereit liegen, aber selten in der Tasche zu finden sind, die frau gerade am Arm trägt. Aber vielleicht finden die drei auch dafür noch eine originelle Lösung.

Barbara Inglin / Neue LZ; rem