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EBERSECKEN: Millionenprojekt soll vor Fluten schützen

Für knapp 1,8 Millionen Franken wurden mitten im Dorf Massnahmen gegen Überschwemmungen realisiert. Für den Hochwasserschutz schlug der Kanton auch unkonventionelle Wege ein.
Pfarreileiter Markus Müller segnet den neuen Dorfplatz, der zwischen Goldbach und Ricken liegt. (Bild: Nadia Schärli (Ebersecken, 18. August 2017))

Pfarreileiter Markus Müller segnet den neuen Dorfplatz, der zwischen Goldbach und Ricken liegt. (Bild: Nadia Schärli (Ebersecken, 18. August 2017))

Selbst böse Überraschungen nehmen manchmal ein gutes Ende: Dort, wo der Goldbach in den Ricken mündet, weihte der Nebiker Pfarreileiter Markus Müller gestern den neuen Dorfplatz von Ebersecken ein. Die gleiche ­Stelle wurde bei Hochwasser schon geflutet – ebenso wie die Küche des Bauernhofs daneben, die Kantonsstrasse oder die Hallen der nahen Gewerbebetriebe.

«Mit diesem Bauprojekt können wir der Bevölkerung ein Stück Sicherheit geben», sagte Gemeindepräsident Thomas Roos. Er ist überzeugt: Der Aufwand hat sich gelohnt. «Auch wenn es bis zuletzt kritische Stimmen gab.» Für Unmut sorgten unter anderem die Kosten: Auf 1,755 Millionen Franken belief sich das Wasserbauprojekt. Weitere 326 000 Franken wurden für die Anpassung von Strassen und Brücken veranschlagt. Auch Anwohner waren nicht nur positiv gestimmt – schliesslich mussten sie teils Land abtreten und sich via Perimeter an den Kosten beteiligen. Doch spätestens beim gestrigen Apéro mit klingenden Gläsern war von solchen Misstönen nichts mehr zu vernehmen.

Bachdurchlass glich einem Nadelöhr

Den Ausschlag für das Millionenprojekt in der 400-Einwohner-Gemeinde gaben Tannen-, Gold- und Rickenbach. Alle fliessen sie unter Strassen durch. Der jeweilige Durchlass glich bislang einem Nadelöhr: Kam es zu heftigen Regenfällen, vermochte er die Wassermassen nicht zu schlucken. «Die früheren Durchlasse waren halb so gross wie heute», sagte Albert Dillier, Projektleiter Schutzbauten bei der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur.

Im Zuge der Arbeiten, die im Mai 2016 begannen und im Januar grösstenteils abgeschlossen wurden, legte man den Goldbach vor seinem Zufluss in den Ricken frei. Blocksteine säumen nun das Gewässer, laden zum Absitzen ein. «Die Gewässeröffnung war eine Voraussetzung für Subventionen», sagte Dillier. Bund (35 Prozent) und Kanton (25) beteiligen sich am Wasserbauprojekt. 40 Prozent hat die Gemeinde zu tragen, davon entfallen 5 Prozent auf Anstösser und Interessierte. Unterstützung erhält die Gemeinde von der Mobiliar und der Schweizer Berghilfe. «Wir spürten eine grosse Solidarität, was nicht selbstverständlich ist», sagt Gemeindepräsident Roos.

Die hohen Ausgaben begründet Dillier mit den Arbeiten mitten im Siedlungsgebiet. «Hier Hochwasserschutzmassnahmen zu realisieren, kostet weit mehr als ausserhalb.» Einerseits aufgrund der Bodenpreise, andererseits sorgen Strassen und Verkehr für Einschränkungen. «Wir waren überrascht, wie viele Lastwagen täglich durchs Dorf zu den Höfen fahren», sagt Dillier. «Während eines halben Jahres brauchte es eine Lichtsignalanlage.»

Der grösste Knackpunkt war ein Haus, das sich im Dreieck zwischen Kantonsstrasse und Bach befand. Weil das Gebäude zum Verkauf stand, hat der Kanton das Grundstück kurzerhand erworben, um es später abzureissen. Damit gewann Ebersecken nicht nur einen idyllischen Treffpunkt: Entschärft wurde zugleich die zuvor gefährliche, unübersichtliche Strasseneinmündung.

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

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