EBIKON: Autos müssen in die Warteschlaufe

Nun liegt das Verkehrskonzept für die Mall of Switzerland vor. An Spitzentagen kommt ein Spezialszenario zum Zug.

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So soll das Verkehrskonzept der Mall of Switzerland in Ebikon dereinst aussehen. (Bild: Grafik: web)

So soll das Verkehrskonzept der Mall of Switzerland in Ebikon dereinst aussehen. (Bild: Grafik: web)

Simon Bordier

4,26 Millionen Besucher pro Jahr, durchschnittlich 7522 Hin- und Rückfahrten täglich und bis zu 11 000 Fahrten an Spitzentagen: Das ist der Besucherstrom, den die Projektleiter der Mall of Switzerland erwarten, die 2017 eröffnet wird. Nach intensiven Verhandlungen mit den betroffenen Gemeinden im Rontal und dem Gemeindeverband Luzern Plus haben die Projektleiter der Freo AG nun ein Verkehrskonzept eingereicht.

Einfahrt soll Staus verhindern

Die Hauptänderung zu früheren Plänen betrifft die Einfahrt (siehe Grafik). Diese ist rund 200 Meter lang. «Gemäss unseren Berechnungen können wir so zusätzliche Staus auf dem nahen Autobahnzubringer Rontal und auf der anliegenden Zugerstrasse vermeiden», meint Werner Schaeppi, Kommunikationsverantwortlicher der Freo AG. Voraussichtlich 75 Prozent der Autofahrer würden dereinst über den Autobahnzubringer zur Mall gelangen, so ­Schaeppi, die restlichen 25 Prozent über die Zugerstrasse. Dementsprechend sind zwei Zufahrtswege zum Parkhaus geplant. Der Weg vom Autobahnzubringer führt unter dem Parkhaus hindurch. Denn das Gebäude mit rund 1600 Parkplätzen wird über die bestehenden Zu- und Ausfahrtsstrassen der Autobahn hinweggebaut. Im Tunnel unter dem Parkhaus können die Autofahrer entweder geradeaus in Richtung Zugerstrasse weiterfahren oder Richtung Parkhaus abzweigen. Diese Strasse führt 200 Meter um das Parkhaus herum zum Eingang. Die Fahrzeuge sollen sich wenn überhaupt – vor dem Parking und nicht auf dem Autobahnzubringer stauen.

Auch Automobilisten, die den Weg über die Zugerstrasse wählen, fahren verschlungene Wege: Sie zweigen von der Hauptstrasse in den Ebisquare vor dem Eingang des Einkaufszentrums ab, fahren entlang des Einkaufsgebäudes weiter und gelangen so zur Parkhaus-Einfahrt. Mit diesen Massnahmen sollen Staus auf den öffentlichen Strassen vermieden werden. Doch es bleibt der Stau auf dem eigenen Einkaufsareal. Diesem wollen die Projektleiter mit dem öffentlichen Verkehr entgegenwirken, der stark ausgebaut werden soll (Ausgabe vom 20. März).

Buslinie 1 soll verlängert werden

Als wichtigste Massnahme wird die Buslinie 1 die meistbefahrene Linie der Stadt Luzern – bis vor die Tore der Mall verlängert. Der Trolleybus fährt heute bis zur Station Maihof in Luzern. Künftig soll er bis zur Haltestelle Fildern vor dem Eingang der Mall fahren und beim Ebisquare wenden. Auf der anderen Seite der Mall erhält der Bahnhof Buchrain eine Fussgängerpasserelle, die direkt ins Einkaufsareal führt. Die Pas­sarelle ist in Absprache mit den SBB für einen Spitzenwert von 1000 Personen pro Stunde gedacht. Kurzfristig wird die Buslinie 23 taktverdichtet, und die ­S-Bahn könnte in Spitzenzeiten mit zusätzlichen Zugkompositionen ergänzt werden. Auch eine Erhöhung des Fahrtakts der S-Bahn steht zur Diskussion. Doch dies ist noch Zukunftsmusik: Mit der verlängerten Buslinie ist laut Kanton Luzern nicht vor 2019 zu rechnen und mit einem neuen Fahrplan für die ­S-Bahn nicht vor 2030.

60 Prozent kommen mit Autos

Entsprechend sind diese ÖV-Projekte im aktuellen Verkehrskonzept noch nicht berücksichtigt. «Wir rechnen damit, dass in den ersten Jahren bis zum geplanten Ausbau des öffentlichen Verkehrs 60 Prozent der Besucher mit dem Auto anreisen werden», sagt Werner Schaeppi. Man sei auch für grosse Besucheranstürme wie an Samstagen vor Ostern oder Weihnachten gerüstet, versichert er. An solchen Spitzentagen soll die Warteschlaufe nämlich um eine zusätzliche Schlaufe verlängert werden. Diese führt dann von der 200-Meter-Einfahrt weiter entlang der Gleise bis ans andere Ende des Areals, wo neue Wohnblocks zum Stehen kommen. Dort müssen die Automobilisten wenden und denselben Weg entlang der Gleise bis zum Parkingeingang wieder zurückfahren. Dadurch erweitert sich die zur Verfügung stehende Strecke von 200 Metern im Bedarfsfall auf bis zu einem Kilometer. «Ziel bleibt aber natürlich, den Verkehr auch auf dem Areal der Mall stets flüssig und allfällige Staus so kurz und so kurzfristig wie möglich zu halten», ergänzt Schaeppi.