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Der erste Mast steht: «Aufrichte» für den künftigen Rontaler Trolleybus

Der erste von 250 Fahrleitungsmasten für die Verlängerung der VBL-Linie 1 bis zur Mall of Switzerland wurde am Montag installiert. In Ebikon herrscht darüber aber längst nicht nur Freude.
Robert Knobel
Start zu den Arbeiten für die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 1. Oktober 2018))

Start zu den Arbeiten für die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli (Ebikon, 1. Oktober 2018))

Schon heute ist der «1er» Luzerns «Rekord-Linie»: Die Strecke Obernau-Maihof ist die längste und frequenzstärkste Buslinie der Verkehrsbetriebe Luzern (VBL). Auf den Fahrplanwechsel Ende 2019 wird der «1er» seine Spitzenposition gleich nochmals ausbauen: Mit der Verlängerung bis zur Mall of Switzerland wird die Gesamtstrecke auf 12,3 Kilometer, 38 Haltestellen und jährlich 13 Millionen Passagiere anwachsen. Die VBL haben deshalb fünf zusätzliche, neue Doppelgelenktrolleybusse bestellt.

Am Montag nun wurde auf der Luzernerstrasse in Ebikon der erste Fahrleitungsmast für die Verlängerung der Linie 1 aufgestellt. «Die Trolleybusverlängerung ist ein Teil des öV-Ausbaus ab 2019. Ziel ist es, den Mehrverkehr bis 2030 verträglich abzuwickeln. Davon profitieren alle Rontaler Einwohner und auch die Wirtschaft», sagt Ebikons Bauvorsteher Hans Peter Bienz (parteilos). Die Ebikoner Exekutive war allerdings lange skeptisch gegenüber dem Ausbau, genauso wie viele Privatpersonen und Parteien.

Bürgerliche wettern gegen «Wäscheleinen»

Letztere wehren sich teils jetzt noch heftig gegen das Projekt. Sie stören sich an den rund 250 Leitungsmasten, die entlang der neuen Trolleybus-Strecke durch Ebikon aufgestellt werden. «Die ‹Wäscheleinen› werden unsere Hauptstrasse, die bereits jetzt schon unsere Gemeinde stark halbiert, optisch noch stärker trennen», heisst es in einem Brief der drei Ebikoner Ortsparteien FDP, CVP und SVP an die VBL. Deren Präsidenten kündigten in dem Schreiben gleichzeitig an, aus Protest dem Spatenstich vom Montag fernzubleiben. Die Hauptkritik: Man habe alternative Antriebsarten, die einen Verzicht auf die Fahrleitungen ermöglichen, nicht ernsthaft genug geprüft.

Oft erwähnt in diesem Zusammenhang wird Genf, wo Ende 2017 ein neuartiger Batterie-Bus in Betrieb gegangen ist: Dort lädt der Bus bei jedem Stop während rund 15 Sekunden seine Batterien auf – das reicht dann, um bis zur nächsten Haltestelle zu fahren. Die Erfahrungen seien nach einigen Anfangsschwierigkeiten positiv, wie François Mutter, Sprecher der Genfer Verkehrsbetriebe (TPG) erklärt.

Der Hauptunterschied zu Ebikon ist aber, dass die Busse in Genf ausschliesslich mit Batterie fahren. Bei der Linie 1, die zwischen Obernau und Maihof elektrifiziert ist, bräuchte es ein Misch-System, bei dem der Bus sowohl mit Fahrleitung als auch mit Batterie fahren kann. Bereits im Jahr 2015 liessen die VBL ein Gutachten erstellen. Dieses kam zum Schluss, dass das Schnell-Ladesystem noch zu wenig erprobt und schlecht kompatibel mit dem bestehenden Trolleybus-System wäre. Zudem will man solche Versuche nicht ausgerechnet auf der wichtigsten Buslinie des Kantons Luzern durchführen.

Arbeiten dauern bis im Frühling 2019

Der Aufbau der Masten in Ebikon soll bis im Frühling 2019 abgeschlossen sein. Danach werden die Leitungen montiert und die Stromversorgungsanlagen in den Gebieten Schmiedhof und Fildern installiert. Die Elektrifizierung der Buslinie bis zur Mall of Switzerland kostet insgesamt 14,5 Millionen Franken, der Bund zahlt davon 35 Prozent. Der Luzerner Kantonsrat hatte den Kredit im Januar gutgeheissen.

Verspätung beim Bushub Ebikon

Gleichzeitig mit der Linie 1 sollte im Dezember 2019 auch der neue Bushub beim Bahnhof Ebikon in Betrieb gehen. Doch das 12 Millionen Franken teure Projekt ist wegen Einsprachen blockiert. Dabei geht es unter anderem um behindertengerechte Busperrons. Nun muss der Regierungsrat über die Beschwerden entscheiden. Fest steht, dass die Eröffnung nicht Ende 2019 stattfinden kann. Damit der Bahnhof Ebikon seine Funktion als neuer Umsteigeknoten für S-Bahn und sechs Buslinien dennoch wahrnehmen kann, wird nun eine Übergangslösung gesucht, etwa mit provisorischen Haltekanten. (rk)

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