EBIKON: Der Bus ist nun 90 Sekunden schneller am Ziel

Die Dosierungsampel vor dem Kreisel Schachenweid habe die Situation für den ÖV deutlich verbessert, bilanziert der Kanton. Dies, obwohl der Verkehr weiter zugenommen hat.

Drucken
Teilen
Dank der Dosierungsampel 90 Sekunden schneller am Ziel: Die Buslinien 22 und 23. (Bild: Pius Amrein)

Dank der Dosierungsampel 90 Sekunden schneller am Ziel: Die Buslinien 22 und 23. (Bild: Pius Amrein)

Seit Mitte September ist sie in Betrieb – die Dosierungsampel stadteinwärts vor dem Kreisel Schachenweid in Ebikon. Laut dem Kanton Luzern hat sich diese bewährt. «In der Abendspitzenstunde zwischen 17 und 18 Uhr ist der Bus zwischen den Haltestellen Schmiedhof und Schlossberg durchschnittlich um anderthalb Minuten schneller», sagt Andreas Heller, Abteilungsleiter Verkehrstechnik. «Das ist viel und für die Fahrplanstabilität entscheidend.» Der Zeitgewinn sei realisiert worden, obwohl die Zahl der Fahrzeuge und somit die Verkehrsbelastung auf dem Abschnitt weiter angestiegen sei. Diesen Abschnitt bedienen die Buslinien 22 und 23.

Heller beruft sich auf Zählungen, die der Kanton zusammen mit den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) im November und Dezember 2014 sowie im selben Zeitraum des Jahres 2016 – nach der Inbetriebnahme der Ampel – durchgeführt hat. 2014 seien 570 Fahrzeuge zwischen 17 und 18 Uhr unterwegs gewesen, letztes Jahr waren es 590. «Eine Verkehrszunahme dieser Grössenordnung während der Hauptverkehrszeiten können wir auch andernorts feststellen», sagt Heller. Die Gründe dafür sind nicht bekannt, denn über den ganzen Tag betrachtet seien die Verkehrszahlen stabil. Ob sich die Wartezeiten für den Individualverkehr verändert haben, sei nicht erhoben worden. «Sollten aufgrund der Ampel die Autofahrer auf Nebenstrassen ausweichen, so werden wir flankierende Massnahmen prüfen», sagt Heller.

Dosierungsampel verlagert den Stau

Die Dosierungsampel sorgt ei­ner­seits dafür, dass der Bus als Erster losfahren kann und so ungehindert in den Kreisel Schachenweid gelangt. «Sie fungiert damit quasi als elektronische Verlängerung der Busspur», sagt Heller. Zusätzlich verlängern sich die Rotphasen, sobald es beim Knoten Schlossberg staut. Dadurch wird dieser wieder entlastet. Das System ist bereits von der Dosierungsampel an der Haldenstrasse in Luzern bekannt. «Letztendlich gibt es deswegen nicht mehr Stau, er wird einfach verlagert – und zwar dorthin, wo es eine Busspur gibt», sagt Heller. «Damit wird der ÖV letztendlich weniger stark aufgehalten.»

Nebst Fahrgästen freut dies natürlich auch die VBL. Laut Mediensprecher Christian Bertschi spricht man intern gar von einer «Dosierungsanlage der Spitzenklasse», die den Bussen freie Fahrt bis zum Maihof verschafft. «90 Sekunden klingen zwar nicht nach viel, machen aber relativ viel aus», sagt er. Busse kommen demnach zuverlässiger am Bahnhof an, was vor allem für Anschlüsse wichtig ist. Denn: «90 Sekunden können entscheidend sein, ob ein Fahrgast seinen Zug erwischt oder nicht. Ist der Bus trotz Verkehr zuverlässig, ziehen ihn manche dem Auto vielleicht eher vor.» Ob sich der Zeitgewinn bereits auf die Fahrgastfrequenz ausgewirkt hat, lässt sich laut Bertschi nicht sagen. «Im Jahr 2016 betrug die Frequenz zwar vier bis fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Eine solche Steigerung gab es aber auch in den letzten Jahren.»

«Die Bevorzugung hat sich bewährt. Es werden jedoch laufend Überprüfungen des Verkehrsflusses vorgenommen und entsprechende Anpassungen getätigt», sagt Gemeinderat Hans Peter Bienz (parteilos), Ressort Planung und Bau. Die Akzeptanz der Bevölkerung sei grundsätzlich gross. Es herrsche aber eine gewisse Verunsicherung, ob die Ampel als uneingeschränkte Dosiermassnahme dienen soll, um den Verkehr in der Gemeinde Ebikon zurückzuhalten. Bienz: «Dem ist aber nicht so.»

 

Stefan Dähler und Gabriela Jordan

region@luzernerzeitung.ch