EBIKON: Die Entstehung der Ladengasse

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Spannend ist auch die Entstehung der Ladengasse in Ebikon: Weil das Rontal mit Läden unterversorgt war, sollte Anfang der 1970er Jahre im Gebiet des heutigen Coop Hofmatt eine Zentrumsüberbauung mit Läden, Restaurants, einem Hallenbad sowie Wohnungen entstehen. Als Ankermieter war die Gemeinde mit der Migros im Gespräch. Nur war bei diesem Projekt der Wurm drin: Die Ortsplaner benötigten ganze zwei Jahre für den Erlass der Bauvorschriften, danach kämpften die Initianten weitere zwei Jahre gegen behördliche Auflagen.
In der Zwischenzeit lancierte der Ebikoner Architekt Josef Lustenberger auf der Kirchmatt ein anderes Projekt – die heutige Ladengasse. Diese Parzelle befand sich ausserhalb der Zentrumsplanung, wodurch weniger Auflagen zu befürchten waren. Acht Gewerbler aus Ebikon gründeten die Kirchmatt Ebikon AG und kauften der Katholischen Kirche das Land ab. Was noch fehlte, war jedoch ein Ankermieter. Im letzten Moment schwenkte die Migros vom Hofmatt auf das Konkurrenzprojekt Kirchmatt um und unterschrieb dort den Mietvertrag. Damit war der Weg frei für die Ladengasse.

Eher ungewöhnlich für ein Center verkaufte die Kirchmatt AG die Läden im Erdgeschoss im Stockwerkeigentum. «Dieser Weg war nötig, weil die Banken zu jener Zeit nur zögerlich Kredite gewährten», sagt Josef Burri, Verwaltungsratspräsident der Kirchmatt Ebikon AG und alt Gemeindepräsident (CVP). Er selber sicherte sich damals ein Lokal für seine Drogerie, die heute von der Dropa betrieben wird. Inzwischen hat die Kirchmatt Ebikon AG aber die meisten Lokale zurückgekauft. Burri: «Dadurch sind wir flexibler in der Gestaltung des Centers.» Allerdings ist die Vermietung schwieriger geworden – zwei Flächen stehen zurzeit leer und sind nur provisorisch besetzt. Als Grund nennt Burri die üblichen Faktoren, mit denen der Detailhandel heute zu kämpfen hat: Onlinekonkurrenz und Strukturwandel.

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