EBIKON: Die Mall of Switzerland nimmt Formen an

Vor kurzem wurde der Rohbau der Mall of Switzerland fertiggestellt. Die Bauarbeiten sind dem Zeit­-plan voraus. Derweil macht man sich in der Stadt Sorgen.

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Blick aufs Dachgeschoss der künftigen Mall of Switzerland. (Bild Corinne Glanzmann)

Blick aufs Dachgeschoss der künftigen Mall of Switzerland. (Bild Corinne Glanzmann)

Robert Knobel

Jetzt ist die künftige Mall of Switzerland in ihrem ganzen Ausmass sichtbar. Kurz vor Weihnachten wurde der Rohbau fertiggestellt. Damit liegen die Bauarbeiten für das Einkaufszentrum im Zeitplan leicht voraus. «Auch mit dem Freizeitteil sind wir etwas voraus, und den Bau des Parkhauses können wir ebenfalls vorzeitig abschliessen, sofern das Wetter mitspielt», sagt Werner Schaeppi, der im Auftrag der Investoren für die Kommunikation zur Mall of Switzerland zuständig ist. Bei den Investoren handelt es sich um eine Tochtergesellschaft der Tamweelview European Holding, welche wiederum im Besitz der Abu Dhabi Investment Authority (Adia) ist.

Auch bei der Wohnüberbauung (140 Wohnungen), die im Zuge der Mall of Switzerland realisiert wird, ist man dem Zeitplan etwas voraus. Dem avisierten Eröffnungstermin von Herbst 2017 sollte daher nichts entgegenstehen. Bis dann sollen insgesamt 46 000 Quad­ratmeter Ladenfläche und 5000 Quadratmeter Gastronomie belebt sein. Etwa die Hälfte der Fläche sei schon vermietet, sagt Schaeppi. Hauptmieterin wird die Migros sein, aber auch lokale Verkaufsgeschäfte wie die Confiserie Bachmann oder Blumen Widler werden eine Filiale eröffnen. «Wir bekommen fast täglich Anfragen von Interessenten aus der Region und sind daran, die geeigneten Geschäfte unserem Konzept entsprechend auszuwählen», sagt Schaeppi.

Die Lichthalle von unten. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
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Der gleiche Raum von oben (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden verpflegen sich im McDonald's. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Arbeiter beim Zusammenbau. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden in der Lichthalle. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Testkunden warten vor dem Eingang der Mall auf Einlass. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Arbeiten sind noch in vollem Gang. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Eine interaktive Umkleidekabine. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Von oben dringt viel Licht in den Raum. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden lassen sich informieren. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Blick in ein Geschäft, das sich noch im Bau befindet. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden füllen einen Fragebogen aus. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Blick ins Schaufenster des Geschäfts Bayard (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Eine Kundin im Atrium. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Noch ist nicht alles fertig gestellt. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Hier gibts vorallem Burger (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Arbeiten sind noch in vollem Gang. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017)
Blick auf die Mall of Switzerland. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Medenvertreter lassen sich durch die Baustelle führen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Bereits gut sichtbar: Ästhetik der Rolltreppen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
An diesem Gebäude entsteht noch die Aussenhaut. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Elektromonteure sind am Werk. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Ein Pneukran hievt ein Materialpaket vom Dach. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Blick von oben auf die offene Publikumszone. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Keine Sammlung Faltkartons, sondern eine Deckenleuchte (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Die Wölbung ist der Eingang: Ein Arbeiter in der Hebebühne bei der Montage. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Vom Nachbarn geliefert: Rolltreppen von Schindler, noch im Montagestadium. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Abgedeckte Ronellen: Man darf rätseln, was das werden wird. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Zwischen den Fassaden gibt es noch einiges zu tun. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Blick auf die Mall of Switzerland mit dem Freizeitcenter (links), dem Shopping-Komplex (und dem Parkhaus (rechts). (Bild: René Meier (Ebikon, 30. April 2017))
Ein Blick in den Innenbereich des noch zumeist im Rohbau stehenden zweitgrössten Shoppingcenter Mall of Switzerland am 29. März 2017. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Im Hintergrund ein eingekleidetes Wohnhaus, welches ebenfalls zur Anlage gehört. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Rolltreppen und Geländer sind fix montiert, jetzt folgen die Detailarbeiten. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Eine Glasfassade verbindet die «Mall» (links) mit dem Parkhaus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Arbeiten an der Aussenfassade: Nun wird noch eine Folie aufgezogen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Ein Blick in den Innenbereich am 29. März 2017 (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Mitarbeiter bei Kontrollarbeiten am Dach. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Die Ein- und Ausfahrtsstrasse des Parkhauses (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
30. August 2016: Viel Licht dringt durch das Dach in den Innenbereich. (Bild: Pius Amrein)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
Baustellen-Besichtigung am 15. Januar 2016: Mit dem Bau der Mall of Switzerland» sind die Verantwortlichen dem Zeitplan leicht voraus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
15. Januar 2016: Der Freizeitbereich. Hier sollen ein Kino und eine Wasserwelle entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
Hier entsteht der Haupteingang (15. Januar 2016). (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Restaurantbereich (15. Januar 2016). (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Im Bild: Das Dachgeschoss am 15. Januar 2016. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
15. Januar 2016: Der Eingangsbereich der «Mall of Switzerland» in Ebikon. Hier sollen die Besucher dereinst vom Parkhaus aus das Center betreten. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die Decke wird gestützt (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Mit schwerem Gerät wurden im November die ersten Deckenelemente auf der Fahrspur Richtung Ebikon montiert. (Bild: PD)
Direkt über der Fahrbahn des Rontal-Zubringers entsteht das Parkhaus. (Bild: PD)
Die «Mall of Switzerland» im Massstab 1:100. (Bild: PD)
Mit 2,5 Metern Länge und über 300 Kilogramm Gewicht hat das Modell die Dimensionen eines Konzertflügels. (Bild: PD)
Auf Knopfdruck lassen sich das Dach und die einzelnen Etagen in die Höhe fahren, um Einblick in das Innenleben der Mall zu geben. (Bild: PD)
Blick auf die Baustelle am 17. Juli 2015, rechts Buchrain, hinten Schindler. (Bild: René Meier)
7. Juli 2015 (Bild: PD)
4. Oktober 2014: Auf dem Gelände der Mall of Switzerland fahren die ersten Baumaschinen auf. (Bild: René Meier)
11. Juni 2014: Grundsteinlegung der Mall of Switzerland mit einer theatralischen Darbietung. (Bild: Pius Amrein)
Hier neben dem Quartier Fildern in Ebikon (links) und dem Schindler (oben) entsteht die Mall of Switzerland. Bild von September 2013. (Bild: René Meier)
So soll das Verkehrskonzept der Mall of Switzerland dereinst aussehen. (Bild: Grafik: web; Quelle: Freo Switzerland AG)
Bild: PD
Bild: PD
140 Geschäfte sind in der Mall of Switzerland in Ebikon geplant. (Bild: PD)
Swiss Shops vor der Mall (Bild: PD)
Die Mall of Switzerland aus der Vogelperspektive (Bild: PD)
Lounge (Bild: PD)
Essensstände (Bild: PD)
In der «La Strada» positionieren sich die Premium- und Lifestyle-Marken aus den Branchen Fashion und Schuhe, Beauty, Schmuck, Uhren und Accessoires. (Bild: Visualisierung: PD)
Blick in die Mall of Switzerland (Bild: PD)
Eingang am Ebisquare (Bild: PD)

Die Lichthalle von unten. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))

Verschachtelte Läden

Ein Novum in Schweizer Einkaufszentren sind gemäss Schaeppi die sogenannten Jumping Facades: Die Ladenfronten sind nicht linear entlang einer Hauptachse angeordnet. Die Ladenbetreiber können ihre Eingangsfassaden vielmehr individuell nach vorne oder hinten verrücken. Diese verschachtelte Anordnung soll den Besuchern das Gefühl eines Marktes geben. «Das Einkaufserlebnis erinnert mehr an den gemütlichen Bummel durch eine organisch gewachsene Stadt», so Schaeppi.

Apropos Stadt: In der benachbarten Stadt Luzern gibt es Befürchtungen, dass die Mall of Switzerland die Läden in der Innenstadt konkurrenzieren wird. Dazu gabs im Stadtparlament auch bereits Vorstösse. So etwa von Albert Schwarzenbach (CVP). Er befürchtet, dass sich die Mall negativ auf die Innenstadt auswirkt. Schwarzenbach: «Die Mall wird zu einem Verdrängungskampf unter den Einkaufszentren führen. Um sich von den anderen abzuheben, will sie mit denselben Vorteilen punkten, die auch die Innenstadt bietet: einem bunten Mix von Läden, Beizen und belebten Treffpunkten.» Entsteht also eine Art zweites Stadtzentrum in der Agglo – mit dem weiteren Vorteil, dass man dort immer einen freien Parkplatz findet?

Ein Stadtzentrum in der Agglo

Tatsächlich betonen die Mall-Betreiber stets, dass sie nicht einfach ein weiteres Shoppingcenter bauen wollen, sondern einen eigenen Mikrokosmos – ein kleines Stadtzentrum eben. So soll der Vorplatz zu einer Piazza werden, auf der Konzerte, Shows, Märkte, Festivals und im Winter ein Eisfeld geboten werden. Ausserdem stehen zwölf Kinosäle zur Auswahl, es gibt ein Fitnesscenter und sogar eine stehende Surfwelle. In sogenannten Pop-up-Stores sollen neue Produkte auf ihren Anklang getestet werden, bevor sie definitiv in den Verkauf gelangen. Und wie jede Innenstadt hat auch die Mall ihre Luxusmeile. Unter dem Namen La Strada sollen sich im zweiten Stock Läden aus dem Luxussegment aneinanderreihen. Werner Schaeppi betont, dass es sich um «erschwinglichen Luxus» handle.

«Konstruktive Ergänzung»

Werner Schaeppi glaubt dennoch nicht, dass die Mall of Switzerland die Läden in der Stadt bedroht. «Die Mall wird eine ganz andere Attraktivität bieten als die Innenstadt, daher sehen wir uns weniger als Konkurrenz, sondern eher als konstruktive Ergänzung zum bestehenden Angebot.» Die Betreiber der Mall of Switzerland rechnen mit jährlich über 4 Millionen Besuchern. Die Zahl der täglichen Autofahrten soll dabei auf durchschnittlich 8280 begrenzt werden. So soll verhindert werden, dass es auf den Strassen zum Kollaps kommt. Zudem ist geplant, die VBL-Linie 1 vom Maihof nach Ebikon und weiter bis zur Mall of Switzerland zu verlängern. Dabei geht es auch um einen finanziellen Beitrag der Mall-Betreiber. «Wir sind auf gutem Weg für eine Einigung», sagt Schaeppi.