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EBIKON: Ebiker will in jedem Kanton höchsten Gipfel erklimmen – in 50 Tagen

Der Ebikoner Sandro Mirasolo liebt die harte Tour. Doch dieses Jahr plant er ein Vorhaben, das selbst ihn an die Grenzen bringt: Er will die höchsten Gipfel sämtlicher Kantone erklimmen.
Sandro Mirasolo aus Ebikon (rechts) und Thomas von Büren aus Olten haben ein ehrgeiziges Gipfelprojekt vor sich. Auf dem Bild zu sehen sind sie auf dem Jegihorm im Wallis. (Bild: PD)

Sandro Mirasolo aus Ebikon (rechts) und Thomas von Büren aus Olten haben ein ehrgeiziges Gipfelprojekt vor sich. Auf dem Bild zu sehen sind sie auf dem Jegihorm im Wallis. (Bild: PD)

Manuel Burkhard

region@luzernerzeitung.ch


Haben Sie schon einmal von Bergen mit Namen Les Arales, St. Chrischona oder Hagen gehört? Es sind unbekannte Ecken der Schweiz. Und doch haben sie eine Gemeinsamkeit mit alpinen Klassikern wie Piz Bernina, Finsterarhorn und Dufourspitze. Es sind die jeweils höchsten Punkte eines Kantons. Und auch wenn einige dieser Kantonshöhepunkte bloss bewaldete Hügel oder unspektakuläre Wiesen sind, geniessen sie zurzeit doch die ganze Aufmerksamkeit von Sandro Mirasolo (28) aus Ebikon und Thomas von Büren (28) aus Olten. Die beiden passionierten Berggänger haben es sich zum Ziel gesetzt, alle Kantonshöhepunkte zu besuchen – im Rahmen einer einzigen Tour, auf der sie sich nur mit Muskelkraft fortbewegen. «Summits of Switzerland» nennen sie ihr Projekt: 25 Gipfel (der Säntis gehört zu beiden Appenzell), 1900 Kilometer, 60000 Höhenmeter – und das alles in 50 Tagen.

Sandro und Thomas hatten sich bei einem Kletterkurs des SAC kennen gelernt. Nach einigen gemeinsamen Touren erzählte Sandro von seiner Idee: «Thomas war sofort begeistert.» Seit einem Jahr läuft nun die Planung. Verschiedene Routen mussten geprüft und Zeitpläne erstellt werden. Ihr Weg wird sie im Juni und Juli dieses Jahres vom Engadin via Tessin und Wallis in die Westschweiz führen, dann durch die Jurakette Richtung Norden, in die Ostschweiz und von dort in einem grossen Bogen in die Zentralschweiz. Der grösste Teil der Strecke wird auf dem Fahrrad zurückgelegt, die Gipfeletappen zu Fuss, je nach Schneeverhältnissen kommen Ski zum Einsatz. Ähnliche Unterfangen wurden auch schon durchgeführt, aber über einen längeren Zeitraum oder in mehreren Etappen. Sandro Mirasolo und Thomas von Büren werden also die ersten sein, die alle Kantonshöhepunkte im Rahmen einer einzelnen, kompakten Tour besuchen.

Vorbereitungen beinhalten mehr als Training

Für die beiden ambitionierten Freizeitsportler hat das Abenteuer aber jetzt schon begonnen, mit Medienterminen und Sponsorentreffen. Und neben der Planung ist auch eine intensive körperliche Vorbereitung notwendig. Zwar sind sie beide erfahrene Sportler, die schon Bergläufe über fünfzig Kilometer und mehrere tausend Höhenmeter absolviert haben. Eine Tour von diesem Ausmass wird aber für beide ein Novum sein. Die grösste Herausforderung sehen die beiden dann auch nicht in einer einzelnen Etappe oder einem speziellen Gipfel, sondern im Gesamtpaket. Sandro Mirasolo sagt: «Ich bin gespannt zu sehen wie es ist, so lange jeden Tag eine solche Leistung zu erbringen.»

Freilich nehmen sie ihre Schweizer Gipfeltour nicht ganz alleine in Angriff. Ein motorisiertes Begleitteam wird mitreisen. Die Helfer kümmern sich um den Materialtransport, führen ein grosses Zelt mit und bereiten Mahlzeiten zu. Und Thomas von Büren fügt an: «Sie werden sicher auch als emotionale Unterstützung wichtig sein.»

Trotz Ehrgeiz keine Extremsportler

Und was, wenn es nicht mehr weitergeht? Wenn Dauerregen und Gegenwind das Radfahren zur Tortur machen, wenn Stürme sie von den alpinen Gipfeln fernhalten? Sie sind sich einig: «Daran denken wir gar nicht. Wir sind zuversichtlich.» Und sollte doch etwas passieren, könne man immer noch die Etappen anpassen. Die gesamte Tour sei zwar lang, die Teilabschnitte aber so geplant, dass sie gut zu bewältigen seien. Sie seien keine Extremsportler. Es geht nicht nur um die Leistung, die Tour soll auch genussvoll sein.

Aber wie kann man denn die Umgebung geniessen, wenn man so schnell unterwegs ist, wenn man keine Zeit hat innezuhalten, keine ausgiebige Gipfelrast einlegen kann? Sandro Mirasolo meint dazu: «Wir geniessen das Gefühl, in Bewegung zu sein.» Und Thomas von Büren fügt an: «Die Momente des Hinschauens sind kurz, dafür umso intensiver.» Und wer fünfzig Tage unterwegs ist, wird bestimmt genügend Möglichkeiten haben, um aufzuschauen und den Moment zu geniessen – selbst, wenn im Hintergrund die Uhr tickt.

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