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EBIKON: Freie Fahrt für den ÖV

Dank einer Dosierungsampel beim Kreisel Schachenweid sollen die Busse bevorzugt werden. Die Massnahme dürfte bei Autofahrern nicht auf eitel Freude stossen.
Raphael Gutzwiller
Die neue Dosierungsampel vor dem Kreisel Schachenweid. Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 20. Oktober 2016)

Die neue Dosierungsampel vor dem Kreisel Schachenweid. Bild: Manuela Jans-Koch (Ebikon, 20. Oktober 2016)

Dosierungsampel: So heisst die neue Lösung, die auf den Hauptverkehrsachsen auch ohne Busspur freie Fahrt für den öffentlichen Verkehr ermöglichen soll. Sie ist im Gesamtverkehrskonzept der Stadt Luzern vorgesehen. Während der Stosszeiten soll damit der Verkehr aus Parkhäusern und Quartieren dosiert werden. Das Prinzip ist einfach: Ist die Hauptstrasse verstopft, schalten die Anlagen auf Rot (siehe auch Ausgabe vom 27. April).

Auch in Ebikon ist seit Mitte September eine solche Dosierungsampel in Betrieb. Dies aber nicht etwa auf einer Quartier­strasse, sondern auf der Kantonsstrasse, der Luzernerstrasse. Vor dem neuen Kreisel Schachenweid soll die Ampel dafür sorgen, dass es weniger Stau im Bereich Maihof und Schlossberg gibt. Zudem soll der Bus den Kreisel störungsfrei passieren können, um in die Haltestelle einzubiegen. Dies soll insbesondere auf den Linien 22 und 23 für Entlastung und schnellere Verbindungen sorgen.

Die Anlage ist seit Mitte September in Betrieb. «Sie ermöglicht zudem eine verzögerungsfreie Durchfahrt der Busse durch den Kreisel zur Haltestelle Falken», erklärt Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Verkehr und Infrastruktur des Kantons. Die Ampel schaltet sich automatisch ein, wenn es im Gebiet Schlossberg-Maihof staut oder ein Bus aus Ebikon den Kreisel passieren will.

Zu beurteilen, wie sich die Stausituation am Schlossberg seit Inbetriebnahme der Dosierungsampel entwickelt hat, ist es laut Hofstetter noch zu früh – insbesondere wegen der Herbstferien, in der das Verkehrsaufkommen kleiner ist als gewöhnlich. Autofahrer erwarten wegen der neuen Anlage lange Wartezeiten. Anwohner befürchten Schleichverkehr über die Schlössli- und Schachenweidstrasse. Dazu sagt Hof­stetter: «In den kommenden Wochen geht es darum, die Anlage mit Blick aufs gesamte Verkehrsgeschehen zu optimieren. Sollten sich die Befürchtungen der Anwohner bewahrheiten, sind mögliche flankierende Massnahmen zu prüfen.»

VBL spüren noch keine Verbesserung

Auch bei den Verkehrsbetrieben Luzern (VBL) kann man noch kein Fazit ziehen: «Während der Herbstferien war das Verkehrsaufkommen kleiner als gewöhnlich», betont auch VBL-Sprecher Christian Bertschi. Er ist dennoch überzeugt, dass die Dosierungsampel «ein gutes Mittel ist – durch sie sollte es möglich sein, die geplanten Fahrzeiten besser einhalten zu können». Gerade bei den Buslinien 22 und 23 gebe es «relativ hohe Verlustzeiten».

In der Stadt Luzern gibt es stadteinwärts schon seit längerer Zeit eine Dosierungsampel. Sie sorgt dafür, dass weniger Autos ins Stadtzentrum fahren können. Davon profitieren vor allem die Buslinien 6 und 8. Zwar funktioniert die neue Dosierungsampel in Ebikon sehr ähnlich. Es gibt aber einen Unterschied: Die Distanz zwischen Messstation und Ampel ist in Ebikon viel grösser. Das bedeutet: Wer in Luzern an der Ampel bei der Bushaltestelle Dietschiberg steht, kann vor sich oft noch stehende Autos erkennen. «Das ist in Ebikon anders», sagt Bertschi. Dort befindet sich die Messstation beim Schlossberg – rund fünf Fahrminuten von der Ampel entfernt. «Wer an der Ampel beim Kreisel Schachenweid steht, sieht unter Umständen eine leere Strasse vor sich», folgert Bertschi. «Erst im Bereich Maihof und Schlossberg könnte es stauen. Deshalb wird es schwieriger sein, die Akzeptanz der Autofahrer zu erhalten.»

Gemäss dem VBL-Sprecher soll die Massnahme aber auch dem Autofahrer dienen: «Wenn die Busse verlässlicher fahren, steigen mehr Menschen auf den öffentlichen Verkehr um. Das entlastet die Strassen für diejenigen Autofahrer, die auf das Auto angewiesen sind.»

Apropos Haldenstrasse: Dort sorgt die Ampel zwar für Erleichterung für den ÖV, aber nur für einen kurzen Moment. Bei der Bushaltestelle Casino-Palace wird der Bus schon wieder überholt. Das sehen die VBL als Problem. «Eine Fahrbahnhaltestelle, an der man den Bus nicht überholen kann, könnte das Problem entschärfen. Die Busse wären dann vor und nicht hinter den Autos», sagt Bertschi.

Raphael Gutzwiller

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