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EBIKON: Frust um laute Lärmschutzwand

Um die Anwohner vor Strassenlärm zu schützen, hat der Kanton im Gebiet Innerschachen eine Schutzwand erstellt. Doch diese bringt genau das Gegenteil, klagen einige. Es ist nicht das Einzige, was sie bemängeln.
Roman Hodel
Anwohnerin Noura Rhoubachi bei der umstrittenen Lärmschutzwand. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 14. März 2018))

Anwohnerin Noura Rhoubachi bei der umstrittenen Lärmschutzwand. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 14. März 2018))

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Sie ist rund 150 Meter lang, besteht aus viel Beton, wenig Glas und ein paar Lücken: eine Wand in Ebikon entlang der Luzernerstrasse, die die Anwohner vor Strassenlärm schützen soll. «Gut gemeint, nur nützt sie nichts – im Gegenteil», sagt Alex Zogg, der seit acht Jahren in einem der Mehrfamilienhäuser unterhalb der Wand wohnt. Seine Nachbarin Franziska Lichtenberger, die seit elf Jahren hier lebt, pflichtet ihm bei: «Ich höre die Autos sogar stärker auf dem Balkon, der auf der von der Luzernerstrasse abgewandten Hausseite liegt.» Wie viele andere dachte sie, vielleicht müsse man sich zuerst an die neue Situation gewöhnen – doch mittlerweile sind seit dem Bau zwei Jahre verstrichen.

Lichtenberger vermutet, dass der Schall durch die Wand zurückgeworfen wird. Noura Rhoubachi, die seit vier Jahren in einem Mehrfamilienhaus nebenan daheim ist, erklärt sich das Phänomen so: «Zwischen der Wand und den Häusern ist eine Art Trichter entstanden, deshalb ist es wohl lauter.» Sie müsse wegen des Verkehrs nun morgens um halb sechs Uhr das Fenster im Schlafzimmer schliessen.

Selbst in der zweiten Häuserreihe sind die Bewohner unzufrieden: «Wir haben uns auf die Wand gefreut, doch die Wirkung ist enttäuschend», sagt Maria Hochstrasser. Ehemann Christoph pflichtet ihr bei. Sie hätten beim Kanton Luzern als Eigentümer der Wand nachgefragt, ob man überhaupt Messungen vor und nach dem Erstellen der Wand vorgenommen haben. «Zuerst hiess es, nein, man beziehe sich auf schweizweite Berechnungen zu Lärmimmissionen», so Christoph Hochstrasser. Später habe man ihnen mitgeteilt, dass der Lärm durch die Wand um sechs Dezibel gesunken sei, «was für uns nicht hörbar ist».

Auch die triste Gestaltung gilt es zu ertragen

Für Unmut sorgt aber nicht nur der Schall, sondern auch die Gestaltung: «Wir kommen uns vor, als lebten wir im Grosshof-Gefängnis oder an der Berliner Mauer», sagt Silvia Weber, die seit zehn Jahren in einem Haus an der Luzernerstrasse wohnt. Früher seien hier Tannen und Hecken gestanden. Sie sagt: «Anmalen dürfen wir die Mauer nicht, aber der Kanton könnte sie wenigstens begrünen – dann wäre der Anblick zu ertragen.»

Eine Begrünung ist aber gemäss Mirija Weber, Kommunikationsverantwortliche des Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements, nicht möglich: «Sie würde Inspektionen behindern, denn die Lärmschutzwand muss regelmässig kontrolliert und unterhalten werden.» Zudem hätte eine Bepflanzung Feuchtigkeit sowie Wurzeldruck und somit Schäden an der Mauer zur Folge. Schliesslich: Eine Bemalung sei zurzeit nicht vorgesehen.

Eine durchgehende Wand war nicht umsetzbar

Nötig war die Lärmschutzwand, weil die Grenzwerte der eidgenössischen Lärmschutzverordnung überschritten wurden. Wegen der Topografie habe sich der Kanton Luzern für eine Wand entschieden. «Gemäss Modellrechnungen im Rahmen des Lärmschutzprojektes reduziert die Mauer den Lärm um rund sechs Dezibel», so Weber. Wegen der Zufahrten sei allerdings keine durchgehende Mauer möglich gewesen. «Die Lücken lassen die Geräusche vorbeifahrender Fahrzeuge kurzzeitig an- und abschwellen. Die Wahrnehmung der Geräusche fällt örtlich jedoch sehr unterschiedlich aus.» Und: Nicht jeder Betroffene nehme den Lärmschutz daher gleich wahr.

So bleibt jenen Anwohnern, die vom Lärmschutz nicht viel spüren, nichts anderes übrig, als die Ohropax weiterhin griffbereit zu halten. Franziska Lichtenberger sagt: «Wegziehen kommt für mich nicht in Frage, irgendwann gewöhnt man sich wohl daran.»

Blick auf die im Quartier Innerschachen erstellte Lärmschutzwand. Links im Bild ist die Kantonsstrasse zu sehen. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 14. März 2018))

Blick auf die im Quartier Innerschachen erstellte Lärmschutzwand. Links im Bild ist die Kantonsstrasse zu sehen. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 14. März 2018))

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