EBIKON: Gewerkschaft Unia wettert gegen Schindler

Kurzarbeit und Weiterbildung statt Entlassungen in Ebikon: Das fordert die Gewerkschaft Unia. Und tadelt die Aktionäre von Schindler scharf.

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Giuseppe Reo, Regiosekretär Zentralschweiz der Unia. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

Giuseppe Reo, Regiosekretär Zentralschweiz der Unia. (Archivbild Michael Buholzer/Neue LZ)

36 von 250 Arbeitsstellen des Schindler-Werks in Ebikon sollen verloren gehen. Dabei nimmt der Konzern nicht einmal seine «elementarsten sozialen und vertraglichen Verpflichtungen wahr», wie die Gewerkschaft Unia schreibt: «So wurden die Sozialpartner erst heute mit grosser Verspätung über den Stellenabbau informiert, und unter den möglicherweise Betroffenen befinden sich auch acht Arbeitnehmende, die über 50 Jahre alt sind – das ist eine klare Verletzung des von Schindler unterzeichneten und seit dem 1.1.2008 gültigen Sozialplanregimes.»

«Fette Gewinne» für Aktionäre
Die Unia habe anlässlich der Sozialpartnerinformation in Luzern vom (heutigen) Mittwoch Widerstand gegen die Abbaupläne und das vertragswidrige Vorgehen von Schindler angekündigt. Es sei «absolut inakzeptabel, dass die Schindler-Aktionäre fette Gewinne einsacken, aber die Folgen der Wirtschaftskrise auf die Belegschaft abwälzen». 243 Millionen Franken flössen durch die Dividendenausschüttung aktuell in die Taschen der Schindler-Aktionäre – «über 100 Millionen allein an die Familien Schindler und Bonnard»

Bis zum Ablauf der Konsultationsfrist am 14. Mai wird die Unia zusammen mit den Betroffenen und der ganzen Belegschaft Alternativvorschläge entwickeln, die möglichst viele Entlassungen verhindern, wie es weiter heisst. Im Vordergrund stehe dabei die Ausweitung der Kurzarbeit, welche mit einem zukunftsgerichteten Weiterbildungsangebot für die betroffenen Arbeitnehmenden kombiniert werden müsse. So könne Schindler einerseits Nachfrageengpässe überbrücken und sich gleichzeitig für den kommenden Aufschwung optimal positionieren. Die Unia fordert von der Leitung der Schindler Holding AG, dass sie die Alternativvorschläge und die Bemerkungen der Gewerkschaften, der Personalkommission und der Belegschaft rasch und ernsthaft überprüft und bereit ist, alles daran zu setzen, Entlassungen zu vermeiden.

scd