Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EBIKON: Husaren rüsten sich für Jubiläumsmarsch

Nach 50 Jahren hat die Guuggenmusig Rotsee-Husaren aus Ebikon Grund zur Freude. Dabei hat alles mit einem Trauerzug begonnen.
Markus Widmer, Präsident der Rotsee-Husaren (vorne), Raffi Zysset, Bastelchef (hinten links) und Ivan Wey im Bastellokal der Guuggenmusig. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Markus Widmer, Präsident der Rotsee-Husaren (vorne), Raffi Zysset, Bastelchef (hinten links) und Ivan Wey im Bastellokal der Guuggenmusig. (Bild Eveline Bachmann/Neue LZ)

Das Ferkel ist riesig. In einer Ecke des Bastelkellers im Höfli Schulhaus in Ebikon hängt es zwischen zwei Stühlen: gross, fett, fertig fürs Jubiläum. An der Fasnacht wird es der Festschmaus der Guuggenmusig Rotsee-Husaren Ebikon. Wenn die Husarenburg bei den Umzügen durch die Strassen rollt, werden sich die stolzen Krieger zur Feier ihres 50-Jahr-Jubiläums daran laben. Und das – dem Anlass entsprechend – in ganz besonderen Gewändern. «Wir lassen edle Husarenuniformen nähen», sagt Präsident Markus Widmer. Besonders werden heuer auch die Masken sein: «Zum ersten Mal seit 1998 kleistern wir die Grinde wieder selbst.»

«Alle ziehen an einem Strang»
595 Stunden werkeln die Husaren insgesamt an ihren 85 Grinden. Schon jetzt sind die kantigen, stolzen Gesichter zu erkennen. Einige sind bereits fertig, mit schwarzen Strähnen, die unter den Fellmützen hervorschaun. Und im Bastelkeller fliegen weiter die Fetzen und die Haare. «Wir haben noch einiges vor uns, aber es läuft sehr gut. Alle ziehen an einem Strang», sagt Widmer.

Auch die Ehemaligen haben sich längst nicht von ihrer Guuggenmusig verabschiedet. Im Risch zimmern sie eine prächtige Husarenburg. 500 Arbeitsstunden leisten 12 meist ehemalige und 3 aktive Rotsee-Husaren dafür. Und schon jetzt lässt sich der Wagen sehen. Besonders stolz ist Wagenbaumeister Franz Barmet auf den Turm, der den Traktor einhüllt. «Vom Fahrzeug ist nichts mehr zu sehen», sagt er. Zwischen den Zinnen wird ein Husar die Fasnächtler am Umzug mit Konfetti aus einer Kanone bombardieren.

Die Rotsee-Husaren sind eine spezielle Guuggenmusig: «Wir waren die erste ausserhalb der Stadt», sagt Markus Widmer. Und sie sind die einzigen Guugger, die seit 50 Jahren ohne Unterbrechung an jedem Luzerner Umzug mitmarschiert sind.

Die Rotsee-Husaren sind bekannt für ihren guten Sound. Dies bestätigt Linus Jäck, Präsident der Vereinigten Guuggenmusigen Luzern. «Wenn sie spielen, räumen sie schon ziemlich ab. Das ist sehr eindrücklich», so Jäck. Dem guten Ruf wollen die Rotsee-Husaren heuer besonders gerecht werden. «Wir haben einen sehr anspruchsvollen russischen Marsch einstudiert», sagt Widmer.

«Früher hatten wir auch ein paar Leute, die ihre Instrumente bloss umhergetragen haben. Heute können alle richtig gut spielen», sagt Gründungsmitglied Alois «Wisu» Meier (67). Gut seien die Husaren aber schon damals gewesen, so gut, dass sie an ihrem ersten Umzug als richtige Guuggenmusig nicht mal spielen durften. «1961 durften wir nur ohne Instrumente mitmarschieren.» Der Präsident der Rotseezunft sei damals einer von der Feldmusik Ebikon gewesen und habe wohl die Konkurrenz gefürchtet. Ein Spass war der Umzug trotzdem: «Wir sind in Trauerkleidung mitmarschiert.»

Drei Husaren-Generationen
Seither habe sich die Guuggenmusig sehr gut entwickelt. Von einer 20-Mann-Gruppe – Frauen sind nicht erlaubt – sind sie auf einen Verein mit 67 Aktiven angewachsen. «Das Miteinander ist unglaublich gut», sagt Gründungsmitglied Kari Herrmann (70). 30 Jahre war er selbst aktiver Husar, fuhr dann 10 Jahre lang den Umzugswagen und werkelt seither in der Wagenbaugruppe mit. Auch sein Sohn ist ein Husar. «Und selbst meine vier und sieben Jahre alten Enkel sind begeistert dabei», sagt er. Und wie es sich für stolze Husaren gehört, sind sie kaum zu bremsen, sagt Herrmann: «Jede Woche muss ich ihnen zeigen, wie weit wir mit dem Wagen sind.»

Silvia Weigel

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.