EBIKON: Kinder werden zu Löwe, Nashorn und Panda

Zwei Vormittage lang Fasnachts-Grende basteln: Für die Zweitklässler ist das ein Hit – auch wegen der speziellen Pausenzeiten.

Hugo Bischof
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Von links: Beatriz, Norman und Saruges (mit über den Kopf gestülpter Löwenmaske) gestern beim «Chender-Grende-Baschtle» im Schulhaus Sagen in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Von links: Beatriz, Norman und Saruges (mit über den Kopf gestülpter Löwenmaske) gestern beim «Chender-Grende-Baschtle» im Schulhaus Sagen in Ebikon. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Stolz zeigt der siebenjährige Rafael seine Nashorn-Pappmaché-Maske. Sie ist fast fertig, das Horn ist schön weiss und prächtig geformt. Es ist Mittwochvormittag im Sagenschulhaus in Ebikon, im Zimmer der 2. Primarklasse von Lehrerin Jessica Spring. Die ganze Klasse ist fleissig dabei, Fasnachts-Grende zu basteln. Rafael ist einer von ihnen. «Das Nashorn habe ich gewählt, weil mir dieses Tier so gefällt», sagt er.

Angebot der Guuggenmusigen

«Chender-Grende-Baschtle» lautet das Motto. Es ist ein Angebot der Vereinigten Guuggenmusigen Luzern. Seit sechzehn Jahren, jeweils rund einen Monat vor Beginn der Fasnacht, geht ein Team der «Vereinigte» einmal in eine Schulklasse in der Region Luzern, um den Kindern zu zeigen, wie man originelle und handwerklich gute Fasnachts-Grende bastelt. Diesmal fiel die Wahl auf die 2. Primarklasse im Ebikoner Sagenmatt-Schulhaus. Ziel sei es, die Kinder und damit auch ihre Familien zum Masken-Basteln zu animieren und so die Fasnacht zu beleben, sagt Claudia Dillier. Sie ist die «Chender-Grende-Baschtle»-Verantwortliche der «Vereinigte». Diese feiern heuer ihr 50-Jahr-Jubiläum.

Zwei Vormittage dauern die Fasnachts-Bastelkurse. Zunächst fertigen die Kinder Tonmasken an. Darüber wird Pappmaché gelegt. Diese wird mit Schellack oder einem anderen Material verstärkt. Danach bemalen die Kinder ihre Masken. Schliesslich werden zwei Sichtlöcher in die Masken gebohrt und die elastischen Haltebänder befestigt.

«Offenheit und Freude»

«Es ist wunderbar zu sehen, mit welcher Offenheit und Freude die Kinder mitmachen», sagt Dillier. Bei den Ebikoner Sagenmatt-Zweitklässlern sei auffällig, «wie selbstständig sie schon arbeiten können». Lehrerin Jessica Spring betont: «Die Kinder freuen sich seit Tagen darauf.» In ihrer Klasse sind siebzehn Schüler. Zwei fehlen am Mittwoch – «krankheitsbedingt», so die Lehrerin.

Dass die Schüler mit so viel Begeisterung mitmachen, hat noch einen weiteren Grund. «Während die Masken zum Trocknen ausgelegt werden, können die Kinder ausserhalb der normalen Pausenzeiten mal ganz allein auf den Schulhaus-Pausenplatz gehen», sagt die Lehrerin schmunzelnd. «Da können sie sich dann so richtig austoben.»

Die Masken erhalten nun ihren Feinschliff. Vier weitere Spezialisten der «Vereinigte» sind da und unterstützen die Kinder. Vor allem das Aufkleben künstlicher Haare mit der Heissleim-Pistole müssen Erwachsene erledigen. «Die Kinder könnten sich sonst die Finger verbrennen», sagt Claudia Dillier.

Immer wieder kommt eines der Kinder und zeigt seinen fast fertigen Fasnachts-Grend. Löwen sind darunter, Tiger, ein Pandabär, eine Maus, ein Hund und so weiter. «Das Thema ‹Tier› haben die Kinder selber gewählt», sagt Jessica Spring. «Ich gehe gerne an die Luzerner Fasnacht», sagt Saruges (7), dessen Eltern aus Sri Lanka stammen. «Selber eine Maske gebastelt habe ich aber noch nie.» Beim dazu passenden Kostüm würden ihm dann seine Eltern helfen.