EBIKON: «Mall of Switzerland» pocht auf ÖV-Ausbau

Die Verlängerung der Trolleybuslinie 1 zur Mall of Switzerland ist umstritten. Die Bürgerlichen wollen andere Technologien prüfen. Das kommt bei den Mall-Betreibern nicht gut an.
Stefan Dähler
Die Mall of Switzerland in Ebikon: Für die Verantwortlichen ist die Verlängerung der Buslinie 1 «essenziell». (Bild René Meier)

Die Mall of Switzerland in Ebikon: Für die Verantwortlichen ist die Verlängerung der Buslinie 1 «essenziell». (Bild René Meier)

Stefan Dähler

Die Diskussionen um die Verlängerung der Buslinie 1 reissen in Ebikon nicht ab. In einem offenen Brief meldeten sich CVP, FDP, SVP und der Gewerbeverein zu Wort (Ausgabe von gestern). Sie befürchten, dass durch die Trolleybusleitungen das Ortsbild verschandelt wird. Weiter würden Grundeigentümer für den Bau von Masten enteignet.

Darum schlagen die bürgerlichen Parteien Ebikons vor, das Projekt der Elektrifizierung durch Oberleitungen zu sistieren. Derzeit ist die Realisierung 2019 geplant. «Wir wünschen, dass man andere Techniken testet», sagt CVP-Präsident Othmar Som auf Anfrage. Etwa das Tosa-System, das ab 2018 in Genf eingeführt wird. Dieses sieht vor, dass Busse mit Batterien betrieben werden, die an den Haltestellen aufgeladen werden (Ausgabe vom Samstag). Bis zur Realisierung könne man wie bis anhin Dieselbusse einsetzen und deren Takt erhöhen. Som betont, dass man den ÖV-Ausbau nicht in Frage stelle – im Gegenteil. «Es geht aber um das Wie.» Ende Monat ist eine Sitzung mit dem Gemeinderat und Projektverantwortlichen geplant. «Danach sehen wir weiter.»

«Verzögerung nicht akzeptabel»

Für die Verantwortlichen der Mall of Switzerland ist die Verlängerung der Buslinie 1 «essenziell». Eine weitere Verzögerung «wäre nicht akzeptabel», sagt Werner Schaeppi, Sprecher der Mall of Switzerland. Ursprünglich sollte die Linie Ende 2017, gleich nach der Eröffnung der Mall, in Betrieb gehen. Aufgrund kantonaler Sparmassnahmen wurden die baulichen Massnahmen aber um zwei Jahre verschoben. «Wir haben die Verlängerung seit 2005 mit Partnern wie dem Gemeinderat, dem VCS, dem Kanton und dem Verband Luzern Plus gründlich vorbereitet. Die aktuelle Diskussion überrascht uns», ärgert sich Schaeppi. «Wir können uns nicht vorstellen, dass die Parteien uns da in den Rücken fallen wollen.» Falls bis 2019 die Verlängerung der Buslinie nicht zu Stande kommt, müsste daher «zwingend eine alternative Zwischenlösung gesucht werden».

Der ÖV-Ausbau ist Bestandteil des Verkehrskonzepts der Mall, das unter anderem eine Beschränkung von 8280 Autofahrten pro Tag vorsieht. Das Parkhaus wird 1600 Plätze bieten. Zudem beteiligt sich die Mall mit 1,5 Millionen Franken an den Baukosten des ÖV-Ausbaus von total 13 Millionen Franken sowie während 15 Jahren mit je 500 000 Franken an den Betriebskosten.

Schaeppi: «Wir möchten bewirken, dass die Besucher möglichst den ÖV benutzen. Zu diesem Zweck werden wir einen Hauslieferservice anbieten. Eine weitere Verzögerung der Verlängerung der Linie 1 wäre auch deshalb fatal, weil sich die Leute daran gewöhnen würden, mit dem Auto anzureisen.»

VBL müsste neue Busse beschaffen

Rückendeckung erhält die Trolleybusvariante vom Gemeinderat, obwohl CVP, FDP und Gewerbeverein vier der fünf Exekutivmitglieder stellen. «Mit der bisherigen Technologie ist die Zuverlässigkeit gewährleistet und auch die Finanzierung berechenbar», sagt Hanspeter Bienz, der Gewerbevertreter im Gemeinderat.

So wären für das Tosa-System gemäss Angaben der VBL sechs bis acht neue Busse nötig, weil die aktuellen Fahrzeuge nicht mit dem System kompatibel seien. Ein Bus kostet rund 1,2 Millionen Franken. Diese könnte man jedoch nicht auf anderen Linien einsetzen. Zusätzlich müssten einige Haltestellen mit einer Stromzufuhr ausgestattet werden, was jeweils 600 000 Franken kosten würde. Weiter gegen Tosa spreche, dass die Linie 1 bis zum Maihof bereits mit Trolleybussen verkehrt. In Genf dagegen werde die neue Technologie auf einer völlig neu konzipierten Linie eingesetzt.

«Bauboom erfordert schnelle Lösung»

Aus diesem Grund schlagen die Parteien im offenen Brief auch die Erarbeitung alternativer Buslinien vor – etwa von Horw nach Ebikon. Dagegen spreche aber «vor allem der Zeitdruck», so Hanspeter Bienz.

Neben der Mall entstehen in der Umgebung weitere grosse Bauten, etwa auf dem Rockwell-Areal in Dierikon oder das Aldi-Verteilzentrum und der Amag-Neubau in Perlen. «Dieser Bauboom erfordert eine möglichst schnelle Lösung, sonst droht ein Verkehrskollaps», sagt Bienz. «Nach Jahren der Planung und Einbettung in die gesamte Mobilität der Agglomeration sieht der Gemeinderat aktuell keine Alternative zu den Fahrleitungen.»

Die Lichthalle von unten. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Der gleiche Raum von oben (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden verpflegen sich im McDonald's. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Arbeiter beim Zusammenbau. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden in der Lichthalle. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Testkunden warten vor dem Eingang der Mall auf Einlass. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Arbeiten sind noch in vollem Gang. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Eine interaktive Umkleidekabine. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Von oben dringt viel Licht in den Raum. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden lassen sich informieren. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Blick in ein Geschäft, das sich noch im Bau befindet. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Testkunden füllen einen Fragebogen aus. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Blick ins Schaufenster des Geschäfts Bayard (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Eine Kundin im Atrium. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Noch ist nicht alles fertig gestellt. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Hier gibts vorallem Burger (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Die Arbeiten sind noch in vollem Gang. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017)
Blick auf die Mall of Switzerland. (Bild: Boris Bürgisser (Ebikon, 18. Oktober 2017))
Medenvertreter lassen sich durch die Baustelle führen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Bereits gut sichtbar: Ästhetik der Rolltreppen. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
An diesem Gebäude entsteht noch die Aussenhaut. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Elektromonteure sind am Werk. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Ein Pneukran hievt ein Materialpaket vom Dach. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Blick von oben auf die offene Publikumszone. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Keine Sammlung Faltkartons, sondern eine Deckenleuchte (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Die Wölbung ist der Eingang: Ein Arbeiter in der Hebebühne bei der Montage. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Vom Nachbarn geliefert: Rolltreppen von Schindler, noch im Montagestadium. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Abgedeckte Ronellen: Man darf rätseln, was das werden wird. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Zwischen den Fassaden gibt es noch einiges zu tun. (Bild: Nadia Schärli/LZ)
Blick auf die Mall of Switzerland mit dem Freizeitcenter (links), dem Shopping-Komplex (und dem Parkhaus (rechts). (Bild: René Meier (Ebikon, 30. April 2017))
Ein Blick in den Innenbereich des noch zumeist im Rohbau stehenden zweitgrössten Shoppingcenter Mall of Switzerland am 29. März 2017. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Im Hintergrund ein eingekleidetes Wohnhaus, welches ebenfalls zur Anlage gehört. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Rolltreppen und Geländer sind fix montiert, jetzt folgen die Detailarbeiten. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Eine Glasfassade verbindet die «Mall» (links) mit dem Parkhaus. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Arbeiten an der Aussenfassade: Nun wird noch eine Folie aufgezogen. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Ein Blick in den Innenbereich am 29. März 2017 (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Mitarbeiter bei Kontrollarbeiten am Dach. (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
Die Ein- und Ausfahrtsstrasse des Parkhauses (Bild: Urs Flüeler / Keystone)
30. August 2016: Viel Licht dringt durch das Dach in den Innenbereich. (Bild: Pius Amrein)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
4. August 2016: Luftaufnahme von der «Mall of Switzerland». (Bild: René Meier)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
Baustellen-Besichtigung am 15. Januar 2016: Mit dem Bau der Mall of Switzerland» sind die Verantwortlichen dem Zeitplan leicht voraus. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
15. Januar 2016: Der Freizeitbereich. Hier sollen ein Kino und eine Wasserwelle entstehen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
17. Februar 2016: Ein Blick in die Baustelle der «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild: Keystone)
Hier entsteht der Haupteingang (15. Januar 2016). (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Restaurantbereich (15. Januar 2016). (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Im Bild: Das Dachgeschoss am 15. Januar 2016. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
15. Januar 2016: Der Eingangsbereich der «Mall of Switzerland» in Ebikon. Hier sollen die Besucher dereinst vom Parkhaus aus das Center betreten. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Die Decke wird gestützt (Bild: Corinne Glanzmann / Neue LZ)
Mit schwerem Gerät wurden im November die ersten Deckenelemente auf der Fahrspur Richtung Ebikon montiert. (Bild: PD)
Direkt über der Fahrbahn des Rontal-Zubringers entsteht das Parkhaus. (Bild: PD)
Die «Mall of Switzerland» im Massstab 1:100. (Bild: PD)
Mit 2,5 Metern Länge und über 300 Kilogramm Gewicht hat das Modell die Dimensionen eines Konzertflügels. (Bild: PD)
Auf Knopfdruck lassen sich das Dach und die einzelnen Etagen in die Höhe fahren, um Einblick in das Innenleben der Mall zu geben. (Bild: PD)
Blick auf die Baustelle am 17. Juli 2015, rechts Buchrain, hinten Schindler. (Bild: René Meier)
7. Juli 2015 (Bild: PD)
4. Oktober 2014: Auf dem Gelände der Mall of Switzerland fahren die ersten Baumaschinen auf. (Bild: René Meier)
11. Juni 2014: Grundsteinlegung der Mall of Switzerland mit einer theatralischen Darbietung. (Bild: Pius Amrein)
Hier neben dem Quartier Fildern in Ebikon (links) und dem Schindler (oben) entsteht die Mall of Switzerland. Bild von September 2013. (Bild: René Meier)
So soll das Verkehrskonzept der Mall of Switzerland dereinst aussehen. (Bild: Grafik: web; Quelle: Freo Switzerland AG)
Bild: PD
Bild: PD
140 Geschäfte sind in der Mall of Switzerland in Ebikon geplant. (Bild: PD)
Swiss Shops vor der Mall (Bild: PD)
Die Mall of Switzerland aus der Vogelperspektive (Bild: PD)
Lounge (Bild: PD)
Essensstände (Bild: PD)
In der «La Strada» positionieren sich die Premium- und Lifestyle-Marken aus den Branchen Fashion und Schuhe, Beauty, Schmuck, Uhren und Accessoires. (Bild: Visualisierung: PD)
Blick in die Mall of Switzerland (Bild: PD)
Eingang am Ebisquare (Bild: PD)
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Bau der Mall of Switzerland

Blick auf die Baustelle «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild René Meier)

Blick auf die Baustelle «Mall of Switzerland» in Ebikon. (Bild René Meier)

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