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EBIKON: Nach sieben Jahren wird jetzt saniert

Die Mieter der Überbauung Feldmatt klagen seit Jahren über Mängel am Gebäude. Nun wurden zumindest einmal die Balkone saniert.
Balkone bei diesen Wohnungen im Quartier Feldmatt müssen saniert werden. (Bild: René Meier (Ebikon, 16. August 2017))

Balkone bei diesen Wohnungen im Quartier Feldmatt müssen saniert werden. (Bild: René Meier (Ebikon, 16. August 2017))

Es ist Hochsommer. Viele, die nicht gerade am Strand die Seele baumeln lassen, verbringen ihre freie Zeit im Garten oder auf dem Balkon. Nicht jedoch die Bewohner der Überbauung Feldmatt in Ebikon. Dort wurden in den letzten Wochen sämtliche Balkone der insgesamt 126 Wohnungen saniert, bestätigt Wincasa, Verwalterin der Überbauung. Was auf den ersten Blick wie ein ungünstiger Zufall aussieht, ist gemäss den Mietern nur die Spitze des Eisbergs.

«Seit dem Bau vor sieben Jahren haben die Wohnungen im Feldmatt erhebliche Mängel», sagt Mieter M. B., der seinen vollständigen Namen nicht preisgeben möchte. Die Mieter hätten mit undichten Fenstern, Schimmelpilz in den Nasszellen und weiteren Unannehmlichkeiten zu kämpfen. Trotz ständigen Reklamationen habe die Wincasa die Mieter immer wieder aufs Neue vertröstet. «Die Öffnung neben einem meiner Fenster, bei der man gut einen Finger ins Freie strecken konnte, wurde erst kürzlich, nach sieben Jahren Wartezeit, geschlossen», sagt M. B.

Mängel führen zu regem Mieterwechsel

«Einmal hat die Wincasa sämtlichen Mietern zirka 2000 Franken der Miete zurückerstattet», sagt M. B. Auch der Mietzins selbst sei über die Jahre stetig ein wenig gesenkt worden. Eine dauerhafte Lösung sei das für die Mieter aber nicht. «Das ist einfach ein Zückerli, damit wir still sind. Wirklich ernst genommen werden wir nicht», sagt M. B. Die Möglichkeiten, sich gegen den Vermieter zu wehren, seien begrenzt. Vereinzelt sollen Mieter jetzt Sperrkonten eingerichtet haben, so M. B. Als Alternative bleibt dem Mieter nur übrig, die Wohnung zu wechseln. «Dagegen sprechen für mich aber der Standort und die opti­male Grösse der Wohnung», sagt M. B. Aus diesen Gründen habe er seine Wohnung trotz Ärger und Frust nie aufgegeben. Viele andere würden anders denken, was einen regen Mieterwechsel zur Folge habe. Die Wincasa weist sämtliche Vorwürfe von sich. «Die Wohnungen sind mängelfrei», sagt Marlise Widmer, Filialleiterin der Wincasa AG in Luzern.

Seit Anfang Mai lief nun die Sanierung der Balkone. «Grund für die Sanierung ist Regenwasser, das nicht einwandfrei abgeleitet wurde», sagt Widmer. Das Wasser habe sich über die Jahre in die Betonplatten gefressen, wodurch sich Kalkausblühungen auf den Zementplatten bildeten. Es sei nicht üblich, dass Sanierungsarbeiten schon nach sieben Jahren gemacht werden müssen. Die Zementplatten seien aber durch keramische Platten ersetzt worden, wodurch eine optische Aufwertung erzielt worden sei. «Hätte man die Mängel gleich am Anfang ausgemerzt, müsste man jetzt nicht sämtliche Balkone total sanieren», sagt M. B. Das Ende der Bauarbeiten sei nicht mitgeteilt worden. Laut Wincasa sind die Balkone seit dem 1. August wieder zur Nutzung freigegeben. «Bei gewissen Balkonen wurden danach noch gewisse Blechverblendungen sowie Maler- und Putzarbeiten vorgenommen», sagt Widmer. Ein Augenschein vom 3. August zeigte jedoch, dass sich die Balkone zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Endstadium befanden. Laut M. B. sind die meisten Balkone länger nicht benutzbar gewesen. Es seien Platten verlegt worden, jedoch habe überall Baumaterial herumgestanden.

Oliver Schneider

region@luzernerzeitung.ch

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