EBIKON: Schindler mit tieferer Gewinnprognose

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler vermeldet nach neun Monaten zwar weiterhin ein sattes Plus an Aufträgen und Umsatz, die Profitabilität hinkt dem Wachstum aber hinterher. Bei der Gewinnerwartung wird der Luzerner Weltkonzern darum vorsichtiger.

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Ein Lehrling vermisst ein Fräswerkstück in der Lehrwerkstatt von Schindler in Ebikon. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

Ein Lehrling vermisst ein Fräswerkstück in der Lehrwerkstatt von Schindler in Ebikon. (Bild: Manuela Jans / Neue LZ)

So holte Schindler dieses Jahr von Januar bis September für 7,2 Mrd. Fr. Aufträge herein, 7,0 Prozent mehr als noch in den ersten drei Quartalen 2012. Und auch der Umsatz stieg um 6,2 Prozent auf 6,4 Mrd. Franken, wie am Dienstag mitgeteilt wurde. Das Betriebsergebnis (Ebit) dagegen lag mit 682 Mio. Fr. 5,7 Prozent tiefer.

Im dritten Quartal sank das Betriebsresultat allerdings um 18,1 Prozent auf 212 Mio. Franken. Das liegt klar unter den Zielen des Unternehmens. Nach sechs Monaten hatte das Unternehmen bereits ein Ebit von 470 Mio. Fr. gemeldet.

Die schlechtere Profitabilität im dritten Quartal zeigt sich auch in der Marge: Bewegte sich der operative Gewinn 2012 nach neun Monaten noch bei 11,9 Prozent des Umsatzes, liegt die Marge nun bei 10,6 Prozent.

Der Reingewinn, der überdies noch mit einer Abschreibung auf der Beteiligung am südkoreanischen Lifthersteller Hyundai Elevator belastet wird, fiel mit 368 Mio. Fr. rund 30 Prozent tiefer aus. Schindler gab die 9-Monats-Zahlen früher bekannt als angekündigt.

Kosten und Währungen

Gegenwind erhielt Schindler durch schwächelnde Währungen, insbesondere den amerikanischen und den australischen Dollar, den brasilianischen Real und die indische Rupie. Diese Währungseffekte, die sich besonders im dritten Quartal zeigten, seien aber deutlich schwerer ins Gewicht gefallen als angenommen, schrieb die Zürcher Kantonalbank (ZKB) in einer Analyse.

Die ZKB erklärt die aktuellen Probleme der Industriegruppe auch wegen verzögerten Massnahmen zur Kostensenkung, dem erheblichen Preisdruck in einigen Märkten und den Kosten für das forcierte Wachstum, vor allem in den Schwellenländern.

Aus Sicht des noch bis Ende Jahr amtierenden Schindler-Chefs Jürgen Tinggren entwickeln sich die für das Unternehmen massgeblichen Märkte in drei Geschwindigkeiten. In China, Indien und den Golfstaaten, wo Schindler glitzernde Hochhäuser oder luxuriöse Einkaufszentren mit Liften und Rolltreppen ausrüstet, geht das starke Wachstum weiter.

In Nordamerika erhole sich das Geschäft, während Europa eine Herausforderung bleibe. Die Kosten für neue Fabriken, Forschung und Entwicklung und die Marktbewirtschaftung bleiben allerdings auch hoch, wie der Konzern mitteilt.

Abschreiber in Südkorea

Obwohl im vierten Quartal noch Restrukturierungskosten anfallen werden, schätzt Schindler, dass der Jahresgewinn schliesslich zwischen 500 und 550 Mio. Fr. zu liegen kommt.

Dies ist schon die zweite Prognosenkorrektur im laufenden Jahr: Nach dem Halbjahresergebnis, das bereits den Hyundai-Abschreiber enthielt und sich auf 206 Mio. Fr. belief, stellte der Konzern für das Gesamtjahr 2013 noch einen Gewinn von 550 bis 600 Mio. Fr. in Aussicht. 2012 hatte Schindler mit 8,26 Mrd. Fr. Umsatz einen Gewinn von 730 Mio. Fr. eingefahren.

An der Börse kamen die Nachrichten nicht allzu gut an. Die Schindler-Aktie verzeichnete am Mittag ein Kursminus von 6,5 Prozent, während der Kurs der Partizipationsscheine um 8,3 Prozent nachgegeben hatte. Der Swiss Leader Index mit den 30 grössten und liquidesten Titeln der Swiss Exchange lag derweil um 0,95 Prozent im Plus.

sda