EBIKON: Schindler reisst in Japan der Geduldsfaden

Im Juni 2006 starb ein Knabe in Tokio in einem Schindler-Lift. Seither hat der Liftbauer in Japan keinen Fahrstuhl mehr verkauft. Der Konzern spricht von Boykott.

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Schindler in Ebikon. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Schindler in Ebikon. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Seit Anfang September herrscht in der Konzernzentrale des Liftbauers Schindler dicke Luft. Am 8. September vermeldeten japanische Medien, dass das Ministerium für Land, Infrastruktur, Transport und Tourismus (MLIT) einen Untersuchungsbericht zum tödlichen Unfall in einem Schindler-Lift in Tokio im Juni 2006 veröffentlicht hatte. Seit dem Unfall steht Schindler im weltgrössten Liftmarkt im Abseits.

Dem Liftbauer wird ein Designfehler unterstellt. Schindler sieht im Unfall allerdings einen Fehler der japanischen Wartungsfirma, welche nicht bemerkte, dass sich Teile der Haltebremse übermässig abnutzten. «Der Bericht hat das Fass zum Überlaufen gebracht», sagt Schindler-Chef Alfred N. Schindler.

Momentan läuft im Strafprozess ein Vorverfahren zur erneuten Erfassung der Beweislage, das bis Frühling oder Herbst 2010 dauern werde. Ein Urteil wird in drei Jahren erwartet.

Ueli Kneubühler

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Luzerner Zeitung und ihren Regionalausgaben.