EBIKON: Schindler trotzt dem Gegenwind in China

Eine bessere Profitabilität und deutlich mehr Gewinn: Schindler ist gut ins Jahr gestartet. Trotz Gegenwind in China und Brasilien konnte der Lift- und Rolltreppenhersteller leicht wachsen.

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Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler in Ebikon. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Der Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler in Ebikon. (Bild: Dominik Wunderli/Neue LZ)

Der Umsatz stieg von Januar bis März im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,8 Prozent auf 2,2 Milliarden Franken. Beim Auftragseingang betrug das Plus ein Prozent. In Lokalwährungen, also vor Umrechnung in den starken Schweizer Franken, sind die Zuwächse allerdings grösser. Für das Gesamtjahr erwartet Schindler eine Umsatzsteigerung in Lokalwährungen von 3 bis 7 Prozent.

Dank höherer Effizienz, Preisanpassungen und Kostensenkungen konnte das Luzerner Traditionsunternehmen auch die Profitabilität steigern. Die operative Gewinnmarge stieg entsprechend an. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) verbesserte sich um rund 6 Prozent auf 235 Millionen Franken. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen mit 182 Millionen Franken sogar rund 8 Prozent mehr als im Vorjahr.

Unterschiedliche Entwicklung der Märkte

Am stärksten wachsen konnte Schindler in Nordamerika. Auch Europa sowie Indien, Südostasien und Australien trugen zum höheren Umsatz bei. Schindler geht davon aus, dass dies im laufenden Jahr so bleiben wird. Zwar dürfte der Lift- und Rolltreppenmarkt insgesamt leicht rückläufig sein. Dies aber vor allem wegen der schwächeren Nachfrage in China und Brasilien.

Der Marktrückgang in China habe im ersten Quartal 5 bis 6 Prozent betragen und sei in den kleineren und mittleren Städten deutlicher ausgefallen als in den grössten Ballungszentren, sagte Finanzchef Erich Ammann am Donnerstag an einer Telefonkonferenz.

Dennoch habe Schindler im niedrigen einstelligen Bereich zulegen können. Im Servicegeschäft wuchs der Umsatz gar um mehr als 20 Prozent. Die Stärkung der Position sei durch die neuen Vertretungen in kleineren Städten und neue Produkte speziell für den chinesischen Markt erreicht worden, sagte Ammann. Zudem habe man Rahmenverträge mit Projektentwicklern schliessen können und auch das Servicegeschäft habe zugelegt.

Stimulierungsmassnahmen wirken

Längerfristig ist Schindler für den wichtigen chinesischen Markt zuversichtlich. Konzernchef Thomas Oetterli erwartet, dass die Nachfrage nicht zuletzt durch den neuen Fünf-Jahresplan der Regierung gestützt wird.

Der Plan sieht insbesondere eine verstärkte Urbanisierung und Investitionen in die Infrastruktur vor. Tatsächlich scheinen die Stimulierungsmassnahmen langsam Wirkung zu entfalten. So lagen in China die Grundstückverkäufe im ersten Quartal einen Drittel über dem Vorjahresniveau. (sda)