EBIKON: Sesselrücken in der Führungsriege von Schindler

Beim Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler kommt es zur Stabsübergabe. Im Frühling 2017 wird Alfred N. Schindler das Verwaltungsratspräsidium an den bisherigen Konzernchef Silvio Napoli abgeben. Dessen Funktion übernimmt China-Chef Thomas Oetterli.

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Der Urenkel des Firmengründers zieht sich als Verwaltungsratspräsident zurück: Alfred N. Schindler gibt das Amt per März 2017 ab. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/SIGI TISCHLER)

Der Urenkel des Firmengründers zieht sich als Verwaltungsratspräsident zurück: Alfred N. Schindler gibt das Amt per März 2017 ab. (Archivbild) (Bild: KEYSTONE/SIGI TISCHLER)

Die Schindler-Gruppe sei gut positioniert und mit dieser lang überlegten Nachfolgeregelung sei die Kontinuität des Unternehmens gewährleistet, sagte der langjährige Firmenpatron Alfred N. Schindler am Freitag vor den Medien in Luzern. Sowohl Napoli als auch Oetterli seien ausgewiesene Führungskräfte mit mehr als 20 Jahren Erfahrung im Schindler-Konzern und der Liftbranche.

Napoli ist seit über 20 Jahren bei Schindler tätig. Von 2008 bis 2013 war er als Mitglied der Konzernleitung verantwortlich für die Region Asien/Pazifik. Von 2005 bis 2008 verantwortete er als CEO das Geschäft der Jardine Schindler Gruppe und davor das Geschäft von Schindler Hongkong.

Das Tagesgeschäft führt ab Anfang April Thomas Oetterli. Der designierte neue Konzernchef ist seit 1994 für das Unternehmen tätig. 2010 wurde er Mitglied der Konzernleitung, seit 2013 leitet er das China-Geschäft. Zuvor war er drei Jahre für den Nordeuropa-Markt verantwortlich und von 2006 bis 2009 für das Schweizer Geschäft.

Abschied in Etappen

Schindler verantwortete seit vier Jahrzehnten die Geschicke des gleichnamigen Konzerns. Er war während 26 Jahren bis Oktober 2011 selber Konzernchef. Nun gibt er sein Präsidentenamt, das er seit 1995 innehatte, auf die Generalversammlung im März 2017 hin ab. «Nach vierzig Jahren ist ein guter Zeitpunkt erreicht, um der jüngeren Generation Platz zu machen», sagte Schindler.

Ganz loslassen will der bald 67-jährige Patron, der auch Mehrheitsaktionär des Konzerns ist, allerdings noch nicht. Er bleibt Mitglied des Verwaltungsrats und vertritt dort die Interessen der Familien Schindler und Bonnard, die zwei Drittel des Unternehmens kontrollieren.

Er könne sich vorstellen, bis 2022 in dem Gremium zu verbleiben, sagte der Urgrossenkel von Firmengründer Robert Schindler weiter. Auch bleibt Schindler Vorsitzender des dreiköpfigen Verwaltungsratsausschusses.

Ebenfalls zur Wiederwahl als Verwaltungsrat stehen Karl Hofstetter sowie Rudolf Fischer. Jürgen Tinggren hingegen werde sich aus persönlichen Gründen an der kommenden Generalversammlung nicht mehr zur Wiederwahl stellen.

Kein Fall Sika

Schindler zeigte sich angesichts der bevorstehenden Änderungen unaufgeregt. «Die Schindler-Gruppe ist gut positioniert und die langfristige Strategie ist gewährleistet», sagte der abtretende Verwaltungsratspräsident. Der Verwaltungsrat und die Mehrheitsaktionäre der Familien Schindler und Bonnard würden die Veränderungen mittragen und sich gleichzeitig zum Standort Schweiz bekennen.

«Wir haben viele strategische Projekte am Laufen und es sind keine strategischen Änderungen geplant», sagte Schindler. Gleichzeitig betonte er, dass die Mehrheitsaktionäre, welche über 44 Prozent des Kapitals und über 71 Prozent der Stimmen verfügen, keine Absicht hätten, sich aus dem Unternehmen zu verabschieden.

Mit Blick auf die Geschehnisse bei Sika bekräftigte der abtretende Patron sein Bedauern, dass die Übernahmekommission (UEK) im vergangenen Jahr die Einführung einer «opting in»-Klausel zum Schutz der Minderheitsaktionäre abgelehnt hat. «Wir werden an diesem Thema weiterarbeiten», fügte er an.

Weiter verwies Schindler auf die gesunde Verfassung der Bilanz und ergänzte, dass der Trend beim Betriebsgewinn (EBIT) trotz grosser Währungsverluste nach oben zeige. Ausserdem befinde sich der Bestellungsbestand auf Rekordniveau.

(sda)