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EBIKON: Sie duellieren sich künftig privat

Die langjährigen Gemeinderäte Peter Schärli (SP) und Herbert Lustenberger (CVP) treten ab. Sie haben öfter hart debattiert, es gibt aber auch viele Gemeinsamkeiten.
Stefan Dähler
Peter Schärli (links) und Herbert Lustenberger bei der Sportanlage Risch in Ebikon. (Bild Philipp Schmidli)

Peter Schärli (links) und Herbert Lustenberger bei der Sportanlage Risch in Ebikon. (Bild Philipp Schmidli)

Stefan Dähler

Die Sport- und Freizeitanlage Risch, wo wir Herbert Lustenberger (CVP, 64) und Peter Schärli (SP, 64) treffen, verbindet die beiden Gemeinderäte. Dort wurden zwischen 2000 und 2010 Tennis- und Fussballplätze, ein Beachvolleyfeld sowie eine Spielwiese realisiert. Zuerst betreute Lustenberger als Bauchef das Projekt. 2008 wurde Schärli Bauvorsteher und führte es zu Ende. Beiden liegt die Anlage am Herzen. Sie haben einst gemeinsam Fussball gespielt, Schärli war früher Mitglied des Tennisclubs, Lustenberger ist es bis heute. Die Anlage hat total 7 Millionen Franken gekostet, drei Breitensportvereine beteiligten sich mit 2 Millionen Franken an den Kosten. «Das ist wohl einmalig in der Zentralschweiz», sagt Lustenberger stolz.

Eher restriktive Finanzpolitik

Das CVP-Urgestein ist seit seinem Amtsantritt 1995 Hüter der Gemeindekasse. Zunächst leitete er als Gemeindeammann die Abteilungen Finanzen und Bau. Nach der Gemeindereform 2008 blieb er noch für die Finanzen zuständig. Die Parteien beurteilen Lustenberger als eher restriktiven Finanzchef, der bei Investitionen auf die Bremse getreten sei, wie eine Umfrage zeigt. «Es hat teils wehgetan, wenn er Projekte gebremst hat», sagt auch Peter Schärli. «Ich habe seine Kompetenz aber auch geschätzt.» So blieb Ebikon von Sparpaketen und Steuerfusserhöhungen grösstenteils verschont. 2015 rutschte die Gemeinde jedoch in die roten Zahlen. Besserung ist laut Finanzplan erst 2019 in Sicht. «Es kamen zusätzliche Aufgaben wie die Pflegefinanzierung oder der zweijährige Kindergarten hinzu», so Lustenberger. Die Zukunft sei herausfordernd. «Die Wirtschaftslage ist nicht die beste, zudem ist noch offen, welche Sparmassnahmen der Kanton auf die Gemeinden abwälzen wird.»

«Fachmarkt-Bremse» gezogen

Peter Schärli wurde 2003 Gemeinderat und leitete bis 2008 das Ressort Umwelt und Sicherheit. «Der Wechsel zum Exekutivpolitiker war für mich eine Herausforderung, besonders beim Dossier Ebisquare, später Mall of Switzerland.» Diese hat er zuvor bekämpft. Der Wechsel ist ihm jedoch gelungen. 2008 wurde Schärli Bauvorsteher. Er setzte sich für eine Verdichtung entlang der Kantonsstrasse und eine Plafonierung des Autoverkehrs ein. 2011 nahm das Stimmvolk die sogenannte Fachmarkt-Bremse an, die eine Begrenzung der Fahrten vorsieht und somit die Ansiedlung weiterer Fachmärkte faktisch verhindert. «Diese generieren viel Verkehr, benötigen viel Platz, bringen aber wenig Wertschöpfung», sagt Schärli. Bei der Kantonsstrasse, die Ebikon in zwei Hälften trennt, hat die Gemeinde ihre Ziele aber noch nicht erreicht. Mit Anliegen wie Tempo 50 stiess sie beim Kanton auf taube Ohren. «Ich erhoffe mir aber, dass der Kanton in Zukunft bei der Umsetzung des Masterplans am gleichen Strick zieht.» Der Masterplan sieht unter anderem die Verengung der Kantonsstrasse im Zentrum sowie eine Flaniermeile vor.

Grosse Veränderungen stehen an

Wie wird sich Ebikon weiterentwickeln? Wegen der Verteuerung des Bodens dürften Autogaragen, die viel Platz beanspruchen, künftig vermehrt wegziehen. Schärli: «Verdichtetes Bauen führt ausserdem dazu, dass sich Anwohner eher an den Emissionen der Betriebe stören.» Die Mall of Switzerland werde den Konkurrenzkampf unter den Detailhändlern verschärfen. Und: «Der Mehrverkehr wird uns in den Anfangsmonaten Sorgen bereiten», sagt Lustenberger. Schärli gibt sich aber zuversichtlich, dass der ÖV-Ausbau dies teilweise entschärft. Eine weitere Veränderung ist die Einführung des Geschäftsführermodells. Zum Abgang von Pia Maria Brugger Kalfidis wollen sich Lustenberger und Schärli nicht äussern. Sie sind aber beide der Meinung, dass das eingeführte Führungsmodell weiterhin richtig ist für eine Gemeinde in der Grösse wie Ebikon.

Ebikon als Zentrum?

Apropos Grösse: Soll sich Ebikon als Zentrum im Rontal positionieren oder in Richtung Luzern orientieren? «Die Ebikoner sind wohl offener für ein Zusammengehen im Rontal als mit der Stadt», sagt Lustenberger. Er wie auch Schärli hätten eigentlich die vertiefte Abklärung einer Fusion mit Luzern befürwortet. Das Stimmvolk lehnte dies 2011 aber ab. Dennoch gehe es nicht ohne Zusammenarbeit mit der Stadt. Dass Ebikon sich als eigenes Zentrum positioniert, halten beide für unrealistisch.

Ende Monat endet nun die Amtszeit der beiden Gemeinderäte. Sie werden ersetzt durch Susanne Troesch (CVP) und Hans Peter Bienz (parteilos). Die SP wird nicht mehr in der Exekutive vertreten sein.

Mehr Zeit für Enkel

Haben die beiden Zukunftspläne? «Ich will gesund bleiben, meine Tochter, die in Australien lebt, öfter besuchen und mehr Sport treiben», sagt Lustenberger. Schärli bleibt vorerst weiterhin im Spitex-Kantonalverband sowie bei der Spitex Rontal aktiv. «Ich freue mich aber auch auf mehr Freizeit.» So könne er sich vermehrt um seine Enkel kümmern und rudern gehen. «Es ist durchaus möglich, dass wir uns in Zukunft noch ab und zu sehen», sagt Lustenberger zu Schärli. «Schliesslich haben wir uns all die Jahre – auf privater Ebene – sehr gut verstanden.»

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