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Sie lassen die «Kultursonne» in Ebikon aufgehen

Der Kulturschaffende Reto Bernhard möchte dem maroden Saal des Restaurants Sonne neues Leben einhauchen: mit Lesungen, Konzerten, Kabarett und Theater. Die Gemeinde begrüsst das Projekt – ob sie Geld dafür ausgibt, ist allerdings noch offen.
Roman Hodel
Pächter Jose Carlos Gonzàlez und Reto Bernhard im Saal der «Sonne». (Bild: Roger Grütter (Ebikon, 8. Mai 2018))

Pächter Jose Carlos Gonzàlez und Reto Bernhard im Saal der «Sonne». (Bild: Roger Grütter (Ebikon, 8. Mai 2018))

Roman Hodel

roman.hodel@luzernerzeitung.ch

Der Saal des Restaurants Sonne in Ebikon hat schon bessere Tage gesehen. Die Wände hätten einen frischen Anstrich nötig, der Parkettboden ist abgewetzt. Nichts mehr erinnert an die goldenen Zeiten der Dorfplatz-Bar, die hier einst für Betrieb sorgte. Seit Jahren liegt das Lokal brach, der aktuelle Pächter Jose Carlos Gonzàlez nutzt es primär als Personalraum und zum Lagern des Gartenbeiz-Mobiliars.

Damit soll bald Schluss sein. Zumindest wenn es nach Reto Bernhard geht. Dem bestens vernetzten Kulturschaffenden schwebt darin ein Lokal namens «Kultursonne» vor. Die Website (www.kultursonne-ebikon.ch) liefert einen Vorgeschmack: Zu lesen sind klingende Namen wie Emil Steinberger, Hazel Brugger oder Pedro Lenz. «Dabei handelt es sich um ein Wunschprogramm», betont Reto Bernhard. «Zum Zeigen, in welche Richtung es gehen soll.» Es sind diverse Richtungen. Kabarett und «eher leisere Konzerte» gehören dazu, Lesungen und dann vor allem Theater. Hierfür hat Bernhard, der als Regisseur und Schauspieler tätig ist, unlängst das Theateratelier Ebikon gegründet. Vielen dürfte er aber als Gründungsmitglied und Leiter des Luzerner Improvisationstheaters Improphil ein Begriff sein. «Mit diesem könnten wir im Saal tagsüber proben und gelegentlich kleinere Formate aufführen – der Theatersport verbliebe im Casineum Luzern», sagt er.

Auf einer Velotour entdeckte er den Saal

Dass Bernhard ausgerechnet dem Sonnen-Saal neues Leben einhauchen möchte, kommt nicht von ungefähr. «Ich bin mit meiner Familie vor einem Jahr nach Ebikon gezogen und habe festgestellt, dass im kulturellen Bereich noch Luft nach oben besteht.» Auf einer Velotour sei er auf den Saal aufmerksam geworden, habe den Pächter gefragt, was er damit machen würde. «Die Antwort lautete ‹nix›.» Das war die Initialzündung. «Zwar ist das Vereinsleben in Ebikon rege, ab und zu finden tolle kulturelle Anlässe in der Bibliothek, in der Rotseebadi oder im Pfarreiheim statt», so Bernhard. Was jedoch fehle, sei ein Ort, wo regelmässig etwas laufe. Man kann jetzt einwerfen, dass es in der nahen Stadt Luzern schon wimmelt von kulturellen Institutionen. Bernhard ist sich dessen bewusst: «Wir müssen daher anders sein – Musiker Kunz als Beispiel würde nicht einfach ein Konzert geben, sondern vielleicht zu einem persönlichen Talk kommen und dabei unplugged zwei, drei Lieder spielen.»

Bis es soweit ist, sind allerdings noch einige Hürden zu nehmen: Zuerst will Reto Bernhard einen Verein als Trägerschaft gründen, dann brauchts vor allem Sponsoren, Gönner und Förderbeiträge. Bereits im Herbst sollen erste Anlässe stattfinden. Ob dies klappt, hängt auch vom Zustand des Saals ab. «Möglicherweise brezeln wir den Raum zuerst nur mit Farbe auf», sagt Bernhard. Allerdings funktionieren zurzeit auch Strom und Lüftung nicht.

Offen ist, ob sich der Hauseigentümer – eine Firma mit Sitz in Rotkreuz – an den Sanierungskosten beteiligen würde: «Grundsätzlich ist es ein tolles Projekt, das für Ebikon eine Bereicherung darstellt», sagt Christian Straub, Verwalter der Liegenschaft. Letztlich müsse es aber für den Wirt stimmen, denn dieser sei weiterhin der Pächter des Saals. Und Jose Carlos Gonzàlez steht hinter der Idee von Bernhard: «Es wäre schön, wenn die Besucher der ‹Kultursonne› vor oder nach den Anlässen bei uns etwas essen oder trinken würden.»

Die «Kultursonne» entspräche auch der Strategie des Gemeinderats für mehr Begegnungsorte. «Mit der Schaffung einer Bühne für Kleinkunst wird genau diese Strategie unterstützt», lässt sich Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP) auf der Website der «Kultursonne» zitieren. Ob die Gemeinde sich finanziell beteiligen würde? «Generell entscheidet die Kulturkommission über einen Beitrag, und zwar innerhalb eines vorgebenen Budgets.» Beträge, welche darüber hinaus gingen, lägen in der Kompetenz des Gemeinderats. Daniel Gasser sagt: «Bis jetzt liegt kein Antrag vor.»

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