EBIKON: Sind diese Eigentumswohnungen zu teuer?

Die Überbauung Ebilife ist seit über einem Jahr bezugsbereit. Trotzdem stehen zwei Drittel der Wohnungen noch leer.

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Die Terrassenwohnungen der Überbauung «Ebilife». Zwei Drittel der Wohnungen sind nach eineinhalb Jahren immer noch leer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die Terrassenwohnungen der Überbauung «Ebilife». Zwei Drittel der Wohnungen sind nach eineinhalb Jahren immer noch leer. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Vis-a-vis dem Schindlergelände stehen seit Mitte 2013 neun Mehrfamilienhäuser. Die Wohnungen mit Minergie-Standard befinden sich an bester Lage: Die Agglomerationsgemeinde Ebikon zeichnet sich durch gute Verkehrsanbindung und Nähe zur Stadt Luzern aus. Trotzdem hält sich das Interesse an der Ebilife-Überbauung in Grenzen. Vor allem bei den Eigentumswohnungen ist die Situation prekär: Von insgesamt 59 Wohnungen sind erst 17 verkauft und zwei reserviert. Zwei Drittel der neuen Wohnungen stehen also seit über einem Jahr leer.

Die Bauherrin, die Pax-Lebensversicherungsgesellschaft, will sich dazu nicht äussern: «Wir geben zu Ihren Fragen keine Stellungnahme ab», heisst es auf Anfrage.

Mehr Informationen gibt der Gemeinderat preis: «Was die Attraktivität von Ebikon als Wohnort betrifft, stellen wir nach wie vor grosses Interesse fest», sagt Bauvorsteher Peter Schärli (SP). «Die Bautätigkeit ist sehr hoch, und gerade Stockwerkeigentum ist gefragt.» So habe es eher zu wenige Eigentumswohnungen auf dem Markt. Bei Überbauungen, die sich zurzeit im Bau befinden, seien praktisch alle Wohnungen schon aufgrund der Pläne verkauft worden, so Schärli.

Zu wenig exklusiv für hohe Preise

«Natürlich hängt die Nachfrage nach Kaufobjekten auch von der Preisgestaltung ab», erklärt Schärli. Wohnfläche mit Quadratmeterpreisen von maximal 6000 Franken liessen sich gut verkaufen. Für höhere Preise sei Ebikon zu wenig exklusiv. Schärli: «Wir können uns nicht mit begehrten Wohnlagen wie Meggen oder Horw messen.» Dafür punkte Ebikon mit Zentrumsnähe und guten Verkehrsverbindungen.

Die günstigsten Eigentumswohnungen der Überbauung Ebilife befinden sich im Bereich von 5800 bis 6300 Franken pro Quadratmeter. Die grosse Mehrheit der Wohnungen kostet 6500 Franken pro Quadratmeter oder mehr. Auffällig ist: Von den Terrassenwohnungen an der Hartenfelsstrasse sind bisher am wenigsten verkauft worden. Diese sind gleichzeitig die teuersten Wohnungen der Überbauung mit Quadratmeterpreisen von 7300 Franken aufwärts.

Gemäss statistischen Erhebungen des Immobilien-Beratungsunternehmens Wüest & Partner liegt der mittlere Quadratmeterpreis für Eigentumswohnungen in Ebikon bei 6410 Franken. Bei neuen Objekten an guter Lage liegt der Preis bei rund 7400 Franken. Insofern befindet sich Ebilife tatsächlich im oberen Segment des Angebots.

Preis und Grundrisse

Markus Schmidiger, Studienleiter Immobilienmanagement an der Hochschule Luzern, sagt, es liesse sich heute nicht mehr alles ohne weiteres verkaufen. «Objekte, die für den Standort zu teuer sind oder schlechte Grundrisse oder andere Mängel aufweisen, lassen sich nur noch schlecht verkaufen.» Im Fall von Ebilife treffe beides zu, so Schmidiger. «Die Preise sind am oberen Ende dessen, was in Ebikon bezahlt wird. Die Grundrisse, insbesondere der Terrassenwohnungen, sind nicht ganz optimal.»

Dies bestätigt Clea Winter, Immobilienberaterin bei Engel & Völkers Luzern: «Die Wohnungen haben wenig Aussicht, teilweise suboptimale Grundrisse, und die Preise sind am obersten Limit.» Dies variiere jedoch je nach Wohnung innerhalb der Überbauung. Die Wohnlage sei aber durchaus gefragt, so Winter. «Ebikon zieht vor allem Familien und arbeitstätige Personen an, die die Nähe zur Stadt Luzern wie auch die optimale Anbindung an den öffentlichen Verkehr und die Autobahn schätzen.»

In der Region gelten die Stadt Luzern, Meggen und Horw als begehrte Wohnlagen. Sie sind auch entsprechend teuer: Der mittlere Kaufpreis für Eigentumswohnungen in Luzern liegt bei 8140 Franken pro Quadratmeter. «Für junge Familien werden weiter entfernte Gemeinden wie Sempach, Nottwil, Neuenkirch oder Sursee immer interessanter, da dort die Bodenpreise bedeutend tiefer ausfallen», so Winter.

Beatrice Vogel