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EBIKON: So teuer wird das Parkieren in der Mall of Switzerland

Wer sein Auto in der Mall of Switzerland abstellen will, zahlt ab der ersten Minute 2 Franken. So teuer ist das Parkieren in keinem anderen Einkaufszentrum der Region Luzern.
Mit ihren Parkgebühren liegt die Mall im Zentralschweizer Vergleich weit vorne. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Mai 2011))

Mit ihren Parkgebühren liegt die Mall im Zentralschweizer Vergleich weit vorne. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 4. Mai 2011))

Was haben 2 Kilo Zucker, vier Gummischlangen und 100 Gramm Brätkügeli gemeinsam? Alle kosten bei der Migros 2 Franken. Ebenso viel wie eine Stunde Parkieren in der Mall of Switzerland, wo die Migros ab November Hauptmieterin wird. Ein zweistündiger Aufenthalt kostet die Mall-Kunden 3 Franken, für drei Stunden muss man 4 Franken einwerfen. Und 20 Franken kostet es, sein Auto acht Stunden lang im Mall-Parkhaus stehen zu lassen.

Mit ihren Parkgebühren liegt die Mall im Zentralschweizer Vergleich weit oben: Im Pilatus Markt in Kriens zahlt man für eine Stunde 1 Franken. Die gleiche Dauer kostet die Kunden des Länderpark in Stans lediglich 50 Rappen. Und in den beiden grossen Einkaufszentren in Innerschwyz – dem Seewen Markt in Seewen und dem Mythencenter in Ibach– ist das Parkieren gar gratis.

Auch verglichen mit anderen Zentren der Schweiz liegt die «Mall» im Hochpreissegment. So kostet eine Stunde Parkieren im «Westside» in Bern bloss 20 Rappen. Wesentlich teurer ist das Sihlcity in Zürich mit 3.50 Franken für die erste Stunde. Gleich viel kostet das Parkieren auch in im Einkaufszentrum Metalli in Zug, das mitten in der Stadt liegt.

Kostenpflicht mit Baubewilligung verknüpft

Ganz freiwillig erhebt die Mall of Switzerland nicht so hohe Gebühren. Die 2 Franken für die erste Stunde sind in der Baubewilligung festgelegt. Allerdings gibt es auch noch weitere Gründe, weshalb das Parkieren in der «Mall» nicht günstig wird. «Unser Ziel ist es, dass 40 Prozent unserer Kunden mit dem Bus, dem Zug oder dem Velo zu uns kommen», sagt Werner Schaeppi, Kommunikationsverantwortlicher der Mall of Switzerland. Dies einerseits aus Umweltschutzgründen. Andererseits, weil die ohnehin schon hohe Verkehrsbelastung in und um Ebikon mit der Mall of Switzerland noch zunehmen dürfte.

An sich eine hehre Idee. Nur stellt sich die Frage, wie attraktiv es für Kunden sein wird, mit dem Zug oder dem Velo zum Einkaufen zu fahren. Es gibt bekanntlich Angenehmeres, als eine Jumbobox Waschmittel, eine Sechserpackung Mineralwasser und 1 Kilo Schweinegeschnetzeltes auf dem Velo nach Hause zu balancieren.

Einkäufe nach Hause liefern

Das sehen die Mall-Betreiber gleich. Werner Schaeppi: «Deshalb haben wir zusammen mit der Post ein System entwickelt, welches unseren Kunden erlaubt, sich ihre Einkäufe von der Mall nach Hause schicken zu lassen.» Den Kunden aus der Region bringt man für einen Aufpreis die Einkaufstasche noch am gleichen Abend vor die Haustür. Wer weiter entfernt wohnt, erhält seine Lieferung am kommenden Tag per A-Post. «Wie hoch der Aufpreis wird, können wir noch nicht sagen», so Schaeppi. Aber man wolle die Kunden ja animieren, aufs Auto zu verzichten. «Deshalb werden die zusätzlichen Kosten im Vergleich zu den Parkgebühren sehr attraktiv sein.»

Andere Einkaufszentren sind skeptisch

Wenn es nach Nicolas Käser, dem Leiter des Pilatus Markts Kriens geht, hat dieses Modell nur eine kurze Lebensdauer. Auf Anfrage unserer Zeitung sagt er: «Einen Mehrwert wird das System für die Kunden wohl nur dann geben, wenn die Lieferung gratis ist.» Zudem fragt er sich, ob die Verlagerung vom Auto auf den öffentlichen Verkehr in der «Mall» funktionieren kann: «Unsere Kunden besorgen häufig ihre Wochenendeinkäufe bei uns. Dafür sind der ÖV oder das Velo schlicht zu umständlich.»

Ähnliches sagt auch Roland Jungo, der Leiter des Emmen Centers: «Vielfach wählen Besucher das Transportmittel nach ihren Bedürfnissen. Bei Grosseinkäufen nimmt man also das Auto.» Zur Geschäftspraktik der Mall of Switzerland will sich der Leiter des Emmen Centers nicht genauer äussern. Auf die Frage, ob die kostenpflichtigen Parkplätze in Ebikon Kunden vergraulen und dem Emmen Center mehr Kundschaft bescheren könnten, sagt er aber: «Dass man bei uns auf 2100 Plätzen gratis parkieren kann, ist bekannt und unsere Kunden schätzen dies sehr. Entscheidend sind nicht die Parkgebühren, sondern das Gesamtangebot und darauf wollen wir auch weiterhin Wert legen.»

Nicolas Käser vom Pilatus Markt Kriens sagt derweil: «Die Mall of Switzerland wird zur Folge haben, dass die Verkehrsbelastung in Ebikon noch mehr zunimmt. Das, und die hohen Parkgebühren, könnten ausschlaggebend sein, dass einige Kunden das neue Einkaufscenter meiden werden.» Trotzdem werden die Verantwortlichen des Pilatus Markts die Vorgänge in der Mall of Switzerland beobachten – sowohl die Parkgebühren, aber auch das Heimliefersystem. Ähnliche Pläne hat auch das Emmen Center, welches ebenfalls bald auf Heimlieferung setzt: «Im November, pünktlich zum Weihnachtsgeschäft, werden wir mit dem Lieferdienst starten.

Kilian Küttel

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