Ebikon: SP, Grüne und GLP bilden die Allianz «Liste S1» – und üben schon mal für den künftigen Einwohnerrat

Die drei Parteien unterstützen SP-Kandidatin Marianne Wimmer. Doch sie wollen auch über die Wahlen hinaus enger zusammen arbeiten. Das Vorbild ist die L20 in Horw – wenn auch mit Einschränkungen.

Robert Knobel
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Blick über Ebikon, zum Zeitpunkt der Aufnahme mit dem noch nicht fertiggestellten Shoppingcenter «Mall of Switzerland» in Ebikon.

Blick über Ebikon, zum Zeitpunkt der Aufnahme mit dem noch nicht fertiggestellten Shoppingcenter «Mall of Switzerland» in Ebikon.

Luftbild: René Meier (Ebikon, 4. August 2016)

Am 28. Juni findet in Ebikon der zweite Wahlgang für den Gemeinderat statt. Es gilt, den vakanten Sitz des zurücktretenden Ruedi Mazenauer (FDP) neu zu besetzen. Im Rennen sind Mark Pfyffer (FDP) und Marianne Wimmer (SP). Zur Unterstützung von Wimmer haben SP, Grüne und GLP eine Allianz gebildet. Diese soll auch über die Wahlen hinaus Bestand haben, wie die drei Parteien in einer gemeinsamen Mitteilung schreiben. Unter dem Namen «Liste S1» wollen sie längerfristig zusammen arbeiten. Der Name nimmt Bezug auf die für Ebikon wichtige S-Bahn-Linie 1. Pate gestanden ist dabei auch die Horwer Bewegung «L20», welche sich auf die gleichnamige Buslinie bezieht und die links-grünen Kräfte in der Gemeinde Horw auf sich vereint.

«Es ist keine Fusion geplant»

Ganz so weit wie in Horw, wo es die klassischen linken Parteien gar nicht gibt, will man in Ebikon aber nicht gehen. «Es ist keine Fusion geplant», betont SP-Präsident Thomas Aregger. Man wolle einerseits die Kräfte bündeln – die drei Parteien kommen auf einen Wähleranteil von rund 36 Prozent – andererseits aber auch im Hinblick auf ein künftiges Gemeindeparlament die Zusammenarbeit «schon einmal etwas kultivieren». Bekanntlich wurde letztes Jahr eine von sämtlichen Parteien unterstützte Volksinitiative zur Schaffung eines Einwohnerrats in Ebikon eingereicht. 

In Ebikon ist die GLP ganz auf linksgrüner Linie

Dass SP und Grüne zusammen arbeiten, ist nichts Ungewöhnliches. Weniger selbstverständlich ist, dass auch die GLP mit von der Partie ist. Denn die Grünliberalen sind oftmals auch bürgerlich ausgerichtet. Das möge vielleicht auf Bundesebene stimmen, wo es beispielsweise bei der Rentenreform Differenzen zu SP und Grünen gebe, sagt der Ebikoner GLP-Präsident Sandor Horvath. «Auf kommunaler Ebene sind die Positionen der drei Parteien aber praktisch deckungsgleich.» Als gemeinsame Themen nennen die drei Parteien die Förderung des ÖV sowie des Fuss- und Veloverkehrs. Zentral seien auch die «qualitativ hochwertige Ortsentwicklung und die Aufwertung des Dorfzentrums». Ausserdem setze man sich für familienergänzende Betreuungsstrukturen und bezahlbare Spitex ein.

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