EBIKON: SVP holt Schützenhilfe von alt Bundesrat

Regierungsratskandidat Paul Winiker lancierte gestern seinen Wahlkampf. Auch Christoph Blocher rührte heftig die Werbetrommel.

Beatrice Vogel
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Alt Bundesrat Christoph Blocher (links) und SVP-Regierungsratskandidat Paul Winiker applaudieren den Trychlern im Höfli in Ebikon. (Bild: Boris Bürgisser  / Neue LZ)

Alt Bundesrat Christoph Blocher (links) und SVP-Regierungsratskandidat Paul Winiker applaudieren den Trychlern im Höfli in Ebikon. (Bild: Boris Bürgisser / Neue LZ)

Die SVP des Kantons Luzern feierte gestern in Ebikon den Auftakt zu den kantonalen Wahlen im März 2015. Die Veranstaltung diente dazu, den Wählern den Regierungsratskandidaten Paul Winiker (58) schmackhaft zu machen. Dafür haben sich die Luzerner den SVP-Übervater Christoph Blocher ins Boot geholt. «Christoph Blocher ist bei den Wählern breit anerkannt. Wir freuen uns, dass er uns unterstützt», sagte Franz Grüter, SVP-Präsident Kanton Luzern, im Vorfeld der Veranstaltung. Der Publikumsmagnet Blocher soll die Wähler mobilisieren.

Reden über «alte Werte»

Die Rechnung ging auf: Gegen 400 Interessierte fanden den Weg ins Höfli in Ebikon. Wie es sich für die SVP gehört, wurde das Publikum mit volkstümlichen Akkordeon- und Klarinettenklängen auf die Veranstaltung eingestimmt. Im Schlepptau der SVP-Trychler Udligenswil betraten die Redner die Bühne.

Unter dem Motto «frei bleiben» sprachen Winiker und alt Bundesrat Blocher über die «alten Werte» der Partei, wie es Blocher formulierte. «Die SVP setzt sich als einzige Partei für die Freiheit der Schweiz ein», sagte Winiker. «Nur mit der SVP in der Regierung kann diese mehrheitsfähig sein.» Deshalb kandidiere er. Winiker hielt sich kurz und übergab nach wenigen Minuten das Wort an Christoph Blocher. «Es ist dringend nötig, dass die SVP in Luzern stärker wird», sagte Blocher. Und rief die Anwesenden auf, ihre Stimme abzugeben: «Der Bürger ist der Souverän.» Die Werte der SVP, nämlich die Unabhängigkeit und Freiheit der Schweiz, seien die Grundlage der Schweizer Politik. Dies blieben denn auch die Hauptaussagen seiner halbstündigen Rede. Daneben gab er vor allem Anekdoten aus seiner Amtszeit als Bundesrat zum Besten und regte damit das Publikum zum Lachen an.

«Kandidatur ist selbstverständlich»

«Es ist an der Zeit, dass die SVP zurück in die Luzerner Regierung kommt», sagte Franz Grüter. Bisher war die Partei erst einmal in der Regierung vertreten: 2005 erbte Daniel Bühlmann den Sitz von Kurt Meyer (CVP), wurde 2007 aber nicht wiedergewählt. «Paul Winiker ist über die Parteigrenzen hinaus akzeptiert und gilt als handlungsorientiert», so Grüter. «Deshalb glaube ich, dass er gute Chancen auf eine Wahl hat.»

Christoph Blocher hält den Krienser ebenfalls für einen geeigneten Kandidaten: «Gerade in Zeiten, die schwieriger werden, besonders in finanzieller Beziehung, kann ein Kandidat wie Winiker, der über grosse finanzpolitische Kenntnisse verfügt, ein erfolgreicher Finanzvorstand war und ein erfolgreicher Gemeindepräsident ist, in einer solchen Regierung sehr viel einbringen.» Paul Winiker wollte hingegen nicht über seine Chancen spekulieren. «Eine Kandidatur der SVP als zweitstärkste Partei im Kanton ist selbstverständlich und ein Angebot für die Wähler», so Winiker. «Wir sind bereit und wollen die Verantwortung im Kanton mittragen.»

Die Luzerner SVP verspricht sich einiges von den kommenden Wahlen. Franz Grüter: «Wir haben in den letzten Jahren viel an der Basis gearbeitet. Mittlerweile ist die Partei sehr geschlossen.»