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EBIKON: Tunnelidee: Ebikoner Gemeinderat holt Offerte für Machbarkeitsstudie ein

Ein Privater schlägt vor, die Kantonsstrasse im Zentrum zu überdachen. Der Gemeinderat prüft nun eine Machbarkeitsstudie. Ein klares Bekenntnis für das Projekt ist das aber noch nicht.
Der Ebikoner Gemeinderat prüft zusammen mit dem Kanton Luzern unterschiedliche Möglichkeiten für die Kantonsstrassensanierung. Die Visualisierung aus dem Masterplan Ebikon ist eine Option. (Bild: Visualisierung PD)

Der Ebikoner Gemeinderat prüft zusammen mit dem Kanton Luzern unterschiedliche Möglichkeiten für die Kantonsstrassensanierung. Die Visualisierung aus dem Masterplan Ebikon ist eine Option. (Bild: Visualisierung PD)

Sie ist die Lebensader Ebikons, doch zugleich leiden die Bewohner unter der stark befahrenen Kantonsstrasse, die den Ort in zwei Hälften teilt. Einen Lösungsansatz hat der Ebikoner Architekt Roland Huwiler präsentiert: Die Kantonsstrasse soll im Zentrum auf einer Länge von 250 Metern zwischen der Abzweigung Schlösslihalde und der Sonnen-Kreuzung leicht versetzt und überdacht werden (Ausgabe vom 13. Juli 2016). Dadurch entstünden Platz für eine Flanier­achse sowie neue Wohnbauten.

Noch handelt es sich erst um eine Idee, doch allenfalls wird dereinst ein konkretes Projekt dar­aus. Der Gemeinderat hat nun entschieden, eine Offerte für eine Machbarkeitsstudie einzuholen, wie er am Mittwoch mitteilte. Gemäss Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP) kommt das Bedürfnis dafür aus Bevölkerungsgruppen sowie aus der Planungs-, Umwelt- und Energiekommission (Puek). «Damit signalisieren wir, dass das Tunnelprojekt für den Gemeinderat im Sinne der Volksvertretung eine Option ist und wir es als ergänzende Variante zusätzlich zum Boulevard gemäss dem Masterplan oder der bestehenden Situation beurteilen.»

Gemeinde müsste sich wohl an Baukosten beteiligen

Die Offerte soll bis Anfang Fe­bruar vorliegen. Ob die Gemeinde dann tatsächlich eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gibt, hängt auch von den Kosten, vom politischen Prozess und damit von der Haltung der Parteien sowie vom Kanton ab. «Mit einem sechsstelligen Betrag muss man bei einer Machbarkeitsstudie sicher rechnen», sagt Gasser.

Der Entscheid, Offerten einzuholen, bedeute daher «noch nicht, dass wir die Eintunnelung forcieren», sagt Gemeinderat Hans Peter Bienz (parteilos), Leiter Ressort Planung und Bau. «Es geht darum, die Fakten zu kennen.» So soll die Studie über «Killerkriterien» wie geologische Hindernisse, Denkmalschutz, Lärmemissionen bei den Portalen, Konflikte mit bestehenden Kanalisationen und natürlich die Gesamtkosten Aufschluss geben.

Roland Huwiler schätzte die Kosten für die Eintunnelung einst auf 20 Millionen Franken. Ist das realistisch? «Bevor die Machbarkeitsstudie vorliegt, können wir noch keine Zahlen nennen», sagt Bienz. «Betrachtet man andere Eintunnelungsprojekte, dürfte der Betrag aber wohl höher ausfallen.» Eine andere Frage ist, wer für die Finanzierung aufkommen müsste. Zwar handelt es sich um eine Kantonsstrasse. Doch wahrscheinlich ist, dass die Gemeinde Ebikon sich auch beteiligen müsste, da das Projekt über eine Umgestaltung der bestehenden Strasse hinausgeht. Ein allfälliger Baustart wäre gemäss ­Gemeinderat wohl frühestens in fünf bis zehn Jahren denkbar. Eine weitere Hürde könnten zudem Volksabstimmungen auf kantonaler und kommunaler Ebene darstellen.

Kanton plant eigenes Strassenprojekt

Was die Sache komplex macht: Der Kanton plant schon länger – unabhängig vom Tunnel – eine Umgestaltung der Kantonsstrasse zwischen den Einmündungen Schlössli- und Weichlenstrasse. Im Bauprogramm sind derzeit 12 Millionen Franken dafür vorgesehen. Eine Option ist hierbei auch der von Daniel Gasser erwähnte Boulevard, für den eine Spur der Kantonsstrasse aufgehoben werden müsste. Diese werde ebenfalls weiterverfolgt. Der Tunnel müsse den Boulevard «nicht ausschliessen», sagt Gasser, «beim Tunnel ist der Zeit­horizont ganz anders». Eine Möglichkeit sei etwa, zuerst die Flaniermeile und in einem zweiten Schritt den Tunnel zu realisieren. Es sei aber auch denkbar, dass man auf die Flaniermeile verzichtet, wenn der Tunnel ernsthaft weiterverfolgt werden soll.

Über die Realisierung des vom Kanton geplanten Projekts wird der Kantonsrat im Rahmen des neuen Bauprogramms 2019–2022 entscheiden, das sich noch bis am 26. Januar in der Vernehmlassung befindet. Beim Kanton äussert man sich derzeit noch nicht konkret zur Tunnel-Idee. Die Frage, ob diese realistisch ist, werde man erst aufgrund der Machbarkeitsstudie beurteilen können, sagt Beat Hofstetter, Abteilungsleiter Planung Strassen, auf Anfrage.

Stefan Dähler

stefan.daehler@luzernerzeitung.ch

Am Bahnhof Ebikon soll ein Bushub entstehen. (Bild: Visualisierung PD)

Am Bahnhof Ebikon soll ein Bushub entstehen. (Bild: Visualisierung PD)

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