Ebikon und Kriens zeigen kein Interesse an Fusion

Die Stimmberechtigten von Ebikon und Kriens wollen mit der Stadt Luzern weder verstärkt zusammenarbeiten noch Fusionsverhandlungen aufnehmen. Sie schmettern die beiden Abstimmungsvorlagen deutlich ab.

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Betretene Gesicht an der Medienorientierung: Josef Burri, Gemeindepräsident von Ebikon, Hélène Meyer-Jenni, Gemeindepräsidentin von Kriens und Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer (von links). (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Betretene Gesicht an der Medienorientierung: Josef Burri, Gemeindepräsident von Ebikon, Hélène Meyer-Jenni, Gemeindepräsidentin von Kriens und Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer (von links). (Bild: Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Bei einer Stimmbeteiligung von 50,6 Prozent wurde in Kriens die Vorlage zu einer verstärkten Zusammenarbeit mit einem Nein-Stimmenanteil von 67,8 Prozent abgelehnt. In Ebikon betrug der Nein-Stimmenanteil sogar 78,1 Prozent. Die Stimmbeteiligung in Ebikon betrug 46,1 Prozent.

Die zweite Vorlage zur Aufnahme von Fusionsverhandlungen wurde in Kriens mit 70,2 Prozent Nein, in Ebikon mit 70,0 Prozent verworfen.

Luzern: Nein zu verstärkter Kooperation, Ja zu Fusionsverhandlungen
Selbst in der Stadt Luzern wurde die Vorlage zu einer verstärkten Zusammenarbeit abgelehnt, allerdings nur mit einem hauchdünnen 10-Stimmen-Unterschied (7325 Ja gegen 7335 Nein). Hingegen befürworten 62 Prozent der Stadtluzerner weitere Fusionsabklärungen. 64,5 Prozent ziehen Fusionsverhandlungen verstärkten Kooperationen vor. Die Stimmbeteiligung in der Stadt Luzern betrug 33 Prozent.

Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer zeigte sich am Sonntagnachmittag über das Abstimmungsergebnis enttäuscht. Während die Stadt aus ihrem Interesse an Fusionen nie einen Hehl gemacht habe, erhalte sie nun von den zwei Nachbargemeinden eine Absage. «Die Stadt Luzern steht nicht unter Fusionszwang. Aber weil sie eine fusionierte Stadtregion als Chance für die Zukunft des Zentrums sieht, bekennt sie sich zu Fusionen.» Dass die Gemeinden Ebikon und Kriens dem gemeinsamen Fusionsprojekt vorzeitig eine Absage erteilen, will der Luzerner Stadtpräsident akzeptieren: «Dieser Entscheid ist in einem demokratischen Abstimmungsverfahren entschieden worden.»

Urs Studer hofft nun auf die Gemeinden Adligenswil und Emmen. Wenn die Bevölkerung in Adligenswil am Dienstag und diejenige von Emmen am 11. März 2012 der Fusionsabklärung zustimmen, werden Adligenswil, Emmen und die Stadt Luzern einen Fusionsvertrag erarbeiten.

Gemeinderat Ebikon zeigt sich überrascht
Überrascht vom Abstimmungsergebnis ist der Gemeinderat Ebikon. Er hatte sich für den nächsten Projektschritt ausgesprochen. Mit einem Nein hat die Mehrheit der Stimmberechtigten aus Ebikon entschieden, aus dem Projekt auszusteigen. «Es ist ein demokratischer Entscheid gegen die Ausarbeitung eines Fusionsvertrags. Diesem Entscheid wird sich der Gemeinderat anschliessen und aus dem Projekt aussteigen», sagte Gemeindepräsident Josef Burri.

Zufrieden zeigten sich der Gemeinderat und der Einwohnerrat Kriens. Beide Gremien hatten der Bevölkerung den Status quo empfohlen. Dies mit den Argumenten, dass eine Fusion ihren Gemeinden zu wenig Vorteile bringe und den Status quo zu erhalten sei. «Den Entscheid der Stimmbevölkerung nimmt der Gemeinderat von Kriens mit Genugtuung zur Kenntnis. Das Krienser Stimmvolk will, dass sich ihre Gemeinde eigenständig weiterentwickelt», sagte Helene Meyer-Jenni.

pd/bac

Stimmen von Befürwortern und Gegner lesen Sie am Montag in der Neuen Luzerner Zeitung.