Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

EBIKON: Unter diesen Bäumen finden Verstorbene ihre letzte Ruhe

Naturverbundene Bestattungen sind gefragter denn je. Im Riedholz in Ebikon wird nun ein neuer Waldfriedhof eröffnet.
Sarah Weissmann
Marcel Stirnimann im Riedholz in Ebikon. Er stellt sein Waldstück für einen Waldfriedhof zur Verfügung. (Bild Corinne Glanzmann)

Marcel Stirnimann im Riedholz in Ebikon. Er stellt sein Waldstück für einen Waldfriedhof zur Verfügung. (Bild Corinne Glanzmann)

Sarah Weissmann

Friedhöfe werden vermehrt für Anlässe öffentlich genutzt. So fanden am Wochenende auf dem Friedhof Friedental in Luzern szenische Führungen mit Schauspielern statt (Ausgabe vom Samstag). Doch auch bei der eigentlichen Kernfunktion der Friedhöfe, der Bestattung, ist vieles im Wandel. Traditionelle Erdbestattungen sind immer weniger gefragt. Viele Menschen suchen eine freie Art der Bestattung (Ausgabe vom 8. April). Auch Baumgräber werden immer beliebter. Am 10. Oktober wird die Friedwald GmbH mit Sitz im thurgauischen Mammern einen neuen Standort in Ebikon eröffnen. Es ist der vierte Waldfriedhof dieses Unternehmens im Kanton Luzern. Weitere gibt es in Nottwil, Neudorf und am Lindenberg in Schongau.

«Der Friedwald ist eine einfache und stimmungsvolle Bestattungsart, die alle Voraussetzungen für einen Bestattungsplatz ausserhalb der normalen Friedhöfe erfüllt», sagt Geschäftsführer Ueli Sauter. Die Asche des Verstorbenen werde zu den Wurzeln eines Baumes gegeben – eine biologisch abbaubare Urne werde nur in seltenen Fällen benutzt. «Der Baum nimmt die Asche als Nährstoff auf und wird so zu einem Sinnbild für das Fortbestehen des Lebens», erklärt Sauter.

Bäume sind unauffällig markiert

Sauter hat Ebikon ausgewählt, weil er vom Besitzer Marcel Stirnimann direkt kontaktiert wurde. «Es handelt sich um einen sehr schönen Mischwald mit Buchen, Eichen und Douglasien», sagt Sauter. Zudem sei der Wald vom Restaurant «Trumpf Buur» aus gut erreichbar. Stirnimann ist vor einiger Zeit per Zufall auf ein Inserat der Friedwald GmbH gestossen. «Ich fand das eine sehr schöne Idee und habe mich deshalb dafür entschieden, mein Grundstück für Baumbestattungen zur Verfügung zu stellen», sagt Stirnimann.

Sauter bewirtschaftet derzeit 70 Friedwälder schweizweit. «Die Friedwald-Bäume werden zusammen mit dem Waldbesitzer ausgewählt und markiert», sagt er. Danach dürfe sich jeder seinen Baum selbst auswählen. Einzig an einem Buchstabencode, der als Orientierung dient, sind die Baumgräber zu erkennen.

«Durch einen Eintrag ins Grundbuch bleiben die Bäume in Ebikon bis zu 85 Jahre geschützt», sagt Sauter. Zudem könnten auch mehrere Personen einer Familie am gleichen Baum beigesetzt werden.

Kanton erteilt Bewilligung

Um aus einem Waldabschnitt einen Friedwald entstehen zu lassen, benötigt man aber jeweils die Genehmigung des kantonalen Forstamts. In Luzern ist das die Dienststelle Landwirtschaft und Wald. «Bei einer Baumbestattung handelt es sich um eine nachteilige Nutzung im Sinne der Waldgesetzgebung. Das heisst, alles, was im Wald verändert wird und nichts mit der Forstwirtschaft zu tun hat, ist bewilligungspflichtig», erklärt Thomas Abt, Leiter Wald beim Lawa. Dieser neuen Kultur der Bestattung gibt das Lawa dann die Bewilligung, wenn im Wald nichts verändert wird. «Einen Waldfriedhof mit Wegen und Grab­steinen würden wir nicht genehmigen, denn dafür wäre eine Rodung des Walds notwendig», erklärt Abt. Dass das Unternehmen Friedwald auf seiner Seite ausdrücklich darauf hinweist, dass Blumen, Kreuze oder Bilder verboten sind, begrüsst Abt und ist laut Sauter auch eine Auflage der kantonalen Bewilligung.

Ein Friedwald-Baum ist ab 4900 Franken erhältlich, unabhängig davon, ob an seinen Wurzeln nur die Asche einer Person, eines Paares oder einer ganzen Familie bestattet wird. «Danach fallen lediglich noch die Kosten für die Öffnung an», sagt Sauter. Weitere Kosten gebe es keine, da die Natur die Grabpflege übernehme. «Blumenschmuck, Fotos oder Kreuze sind nicht zulässig. Dies widerspricht auch der Idee des Friedwaldes.» Dass Baumgräber durch Vandalen beschädigt werden, wie das auf Friedhöfen schon vorgekommen ist, hat Sauter in seinen über 20 Jahren Erfahrung nicht erlebt.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.