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Ebikoner Hofmatt-Zentrum: Coop räumt einen Teil seiner Fläche für Lidl

Die Swiss Life möbelt das zu einem beträchtlichen Teil leerstehende Hofmatt-Zentrum in Ebikon auf: In einem ersten Schritt wird die Ladenfläche verkleinert – zugunsten von Wohnungen. Und: Ein neuer Discounter zieht ein.
Roman Hodel
Das Wohn- und Geschäftshaus Hofmatt an der Zentralstrasse. (Bilder: Nadia Schärli, Ebikon 8. Oktober 2019)

Das Wohn- und Geschäftshaus Hofmatt an der Zentralstrasse. (Bilder: Nadia Schärli, Ebikon 8. Oktober 2019)

Es geht was beim Ebikoner Hofmatt-Zentrum: Die Eigentümerin Swiss Life plant eine Sanierung des Wohn-und Geschäftshauses an der Zentralstrasse. Das entsprechende Baugesuch lag bis am 30. September öffentlich auf – Einsprachen sind laut Swiss-Life-Sprecherin Tatjana Stamm keine eingegangen. In einer ersten Etappe werden die unteren Etagen für rund fünf Millionen Franken auf Vordermann gebracht – namentlich das Parking im ersten Untergeschoss sowie das eigentliche Einkaufszentrum im Erd- und im ersten Obergeschoss.

«Ziel ist es, mit einem neuen Nutzungskonzept mehr Flexibilität zu schaffen sowie die Flächen und Haustechnik zu modernisieren und an die heutigen Bedürfnisse der Mieter anzupassen», sagt Stamm. Damit mache man die Liegenschaft fit für die Zukunft. Das kann nicht schaden. Seit der Eröffnung 1984 standen praktisch immer Ladenflächen leer, insbesondere im ersten Obergeschoss. Vor eineinhalb Jahren versuchte Coop als Hauptmieter im Erdgeschoss gar einen Teil seiner Fläche unterzuvermieten (wir berichteten). Der Umbau sieht nun folgendes vor:

  • Coop wird seinen Supermarkt umfassend modernisieren, aber einen Teil seiner Fläche «an die Vermieterin zurückgeben», wie es Coop-Sprecher Markus Eugster formuliert. Inwiefern sich die Verkleinerung auf das Sortiment auswirkt, lässt er offen. Allgemein schreibt Eugster: «Die Kunden erwartet ein moderner Laden mit einem grosszügigen Sortiment, das auch für den Wocheneinkauf keine Wünsche offen lasse.» Ein besonderes Augenmerk lege man auf Frischprodukte und es gebe weiterhin eine bediente Metzgerei.
  • Ebenfalls erhalten bleibt im Erdgeschoss die Praxis Petermann.
  • Die restlichen Flächen im Erdgeschoss belegt laut Eigentümerin Swiss Life künftig Lidl. Der Discounter selber will sich auf Anfrage wegen des «laufenden Verfahrens» nicht dazu äussern. Die Medienstelle schreibt nur: «Die Region um Ebikon ist für uns sehr interessant.» Lidl ist mit der Filiale Perlen schon im Rontal präsent.
  • Auf der oberen Etage wird es keine Läden mehr geben. Geplant ist ein Mix aus fünf neuen Studio-Wohnungen mit je 60 bis 80 Quadratmetern Wohnfläche, Büro- und Personalräumen für die Detailhandelsmieter des Erdgeschosses sowie weitere Flächen für Büros, Praxen oder ein Fitnesscenter.

Mit dem Bauprojekt beauftragt ist die Ebikoner Generalunternehmung Schmid AG. Sobald die Baubewilligung vorliegt, beginnen die Sanierungsarbeiten – voraussichtlich noch diesen Dezember. Sie werden rund zehn Monate dauern. Während der Umbauzeit bezieht Coop ein Provisorium im ehemaligen Denner-Geschäft im Erdgeschoss. Lidl wird seinen Laden erst am Ende der Sanierung eröffnen können.

In einem zweiten Schritt – frühestens im Jahr 2022 – plant Swiss Life überdies die Sanierung der bestehenden 32 Wohnungen über dem Einkaufszentrum in bewohntem Zustand. Dabei handelt es sich um acht Wohnungen mit 1,5 Zimmern, elf mit 2,5 Zimmern, vier mit 3,5 Zimmern, sieben mit 4,5 Zimmern und zwei mit 5,5 Zimmern. Modernisiert werden nach 35 Jahren alle Küchen, Nasszellen, Fenster und der Sonnenschutz. Das äussere Erscheinungsbild des Komplexes mit reichlich Sichtbeton und grau eingefasstem Fensterglas wird mehr oder weniger so bleiben, es sind nur kleine Veränderungen vorgesehen.

Harziger Weg zur Hofmatt

Auf dem Areal des heutigen Wohn- und Geschäftshauses Hofmatt war Anfang der 1970er-Jahre eine Zentrumsüberbauung mit Läden, Restaurants, Hallenbad und Wohnungen geplant. Als Ankermieter sollte die Migros einziehen. Nur war beim Projekt der Wurm drin: Die Ortsplaner benötigten zwei Jahre für den Erlass der Bauvorschriften, danach kämpften die Initianten weitere zwei Jahre gegen behördliche Auflagen.

In der Zwischenzeit lancierte der Ebikoner Architekt Josef Lustenberger zusammen mit Ebikoner Gewerblern auf der Kirchmatt die Ladengasse. Weil dieses Areal ausserhalb der Zentrumszone lag, waren weniger Auflagen zu befürchten. Was sich dann auch bewahrheitete. Die Migros schwenkte im letzten Moment auf die Ladengasse um – im November 1978 wurde diese eröffnet. Erst fünf Jahre danach begannen die Bauarbeiten an der Hofmatt-Überbauung, die gegenüber der ursprünglichen Idee jedoch stark redimensioniert wurde. Der Komplex gehört seit 2007 dem Versicherungskonzern Swiss Life. (hor)

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