EBIKON/PARSONZ: Nach Unfall: Jungwacht führt Sommerlager weiter

Die am Mittwoch im graubündnerischen Parsonz verunfallten Lagerteilnehmer und ihre Leiter werden ihr Sommerlager nicht abbrechen. Alle Jugendlichen konnten das Spital inzwischen wieder verlassen und sind nun bereits unterwegs zu neuen Abenteuern.

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Hier stürzte eine Plattform rund vier Meter in die Tiefe. (Bild: Kantonspolizei Graubünden)

Hier stürzte eine Plattform rund vier Meter in die Tiefe. (Bild: Kantonspolizei Graubünden)

Im bündnerischen Riom-Parsonz gab es einen Unfall im Lager der Jungwacht Ebikon. (Bild: search.ch)

Im bündnerischen Riom-Parsonz gab es einen Unfall im Lager der Jungwacht Ebikon. (Bild: search.ch)

Am Mittwochnachmittag ereignete sich in einem Jungwachtlager im Kanton Graubünden ein Unfall (wir berichteten). Beim Einsturz eines Zwischenbodens eines Holzturmes sind neun Personen in die Tiefe gestürzt. Vier Betroffene wurden in das Spital gebracht. Alle konnten das Spital unterdessen wieder verlassen und werden auf den Lagerplatz zurückkehren. Das Leitungsteam hat entschieden, dass das Lager weitergeführt wird. Dies teilte die Jungwacht Blauring Schweiz am Donnerstag mit.

Die Kinder seien wohlauf und aktuell unterwegs auf einer zweitägigen Wanderung. Währenddessen werde die Unfallursache weiterhin untersucht.

Unterstützung des Leitungsteams durch das Krisenteam

Die Leitenden vor Ort hätten nach dem Unfall schnell und professionell reagiert, die Verletzten betreut und Hilfe angefordert. Das durch die Leiter alarmierte Krisenteam von Jungwacht Blauring Kanton Luzern habe sich darauf kurz nach dem Unfall getroffen und sich ein Bild der Situation gemacht. Das Krisenteam hat dem
Leitungsteam ihre Hilfe angeboten und ist am Donnerstag, einen Tag nach dem Unfall, nach Parsonz gefahren. Sie unterstützen das Leitungsteam vor Ort.

Jungwacht Blauring (Jubla) führt pro Jahr rund 400 Lager durch und bietet damit über 20'000 Kindern und Jugendlichen ein Ferienangebot. Die Sicherheit der Kinder habe höchste Priorität. Die Leiter planen die Lager sorgfältig und werden von einem ausgebildeten Coach betreut. Sowohl in der Aus- und Weiterbildung der Leitenden als auch in der Betreuung wird Sicherheit und Verantwortung seit Jahren thematisiert und stetig weiterentwickelt.

Prävention durch Ausbildung und Erfahrung

Pioniertechnik wie auch allgemein der Bereich Sicherheit seien ein wichtiger Bestandteil der Ausbildung in Jungwacht Blauring. Die Grundlagen werden bereits den Kindern in den Lagern vermittelt und später in Ausbildungskursen vertieft. Neben der jahrelangen Erfahrung stehen den Lagerleitern Weiterbildungsmodule und spezifische Lehrmittel zum Thema Pioniertechnik zur Verfügung. Im Bereich Sicherheit und Verantwortung wird den Lagerleitern beigebracht wie sie Situationen und Aktivitäten sorgfältig planen und Risiken einschätzen können. Sie lernen mit Hilfe des Sicherheitskonzeptes Massnahmen zu entwickeln, um sichere Aktivitäten durchzuführen und situationsgerecht zu handeln. Die Leiter lernen zudem, wie bei Unfällen schnell und richtig reagiert wird – im vorliegenden Fall hätten dies die Leiter vor Ort bewiesen.

pd/nop