EGOLZWIL: Gedenkstein erinnert an ein dunkles Kapitel

Mit dem Film «Notlandung» sollen in Egolzwil Erinnerungen an ein dunkles Kapitel der Geschichte präsent werden. Im Vorfeld der Filmpremiere im Gemeindezentrum Egolzwil am Freitagabend wurde bei der Strafanstalt Wauwilermoos ein «Gedenkstein gegen das Vergessen» enthüllt.

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Die Zeitzeugen Jakob Lütolf senior (79) aus Egolzwil, Max Renggli (90) aus Schötz und Eduard Lütolf (90) aus Alberswil (von links) bei der Einweihung des Gedenksteins im Wauwilermoos. (Bild: Ernesto Piazza / Neue LZ)

Die Zeitzeugen Jakob Lütolf senior (79) aus Egolzwil, Max Renggli (90) aus Schötz und Eduard Lütolf (90) aus Alberswil (von links) bei der Einweihung des Gedenksteins im Wauwilermoos. (Bild: Ernesto Piazza / Neue LZ)

Über 100'000 ausländische Soldaten flüchteten während des Zweiten Weltkriegs in die Schweiz. Beim Grenzübertritt wurden sie entwaffnet und erhielten als «Internierte» Schutz. Von 1941 bis 1945 betrieb das schweizerische Kriegskommissariat auch das Internierten-Straflager Wauwilermoos. Dorthin kamen diejenigen, welche bei illegalen Fluchtversuchen oder bei zivilen Delikten erwischt worden waren.

«Das Lager war hermetisch abgeriegelt und hatte wegen des ruchlosen Kommandanten einen üblen Ruf», sagt der ehemalige Egolzwiler Gemeindepräsident Alois Hodel. Er ist mitverantwortlich, dass dieser dunkle Teil der Geschichte im Dorf am Santenberg wieder Konturen bekommt. Und so wurde am Freitagabend bei der Strafanstalt Wauwilermoos ein «Gedenkstein gegen das Vergessen» enthüllt.

Im Gemeindezentrum Egolzwil ist eine Ausstellung zum Interniertenwesen zu sehen, und am Freitagabend fand die Premiere des fast einstündigen Films «Notlandung» des Lausanner Regisseurs Daniel Wyss statt. Er dokumentiert vor allem die Erlebnisse einiger US-Kampfpiloten, welche mit ihren B-17-Bombern in der Schweiz notgelandet und wegen Fluchtversuchen im «Mösli» inhaftiert waren.

ep/zim