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EGOLZWIL: «Luzerner Totentanz» bei der Museggmauer

Monika Mansour (44) hat einen weiteren Krimi herausgegeben und damit endgültig zu ihrer Passion gefunden. Doch schon ihre frühere Arbeit ging unter die Haut.
Jessica Bamford
Monika Mansours Krimi «Luzerner Totentanz» spielt sich bei der Museggmauer (im Bild) ab. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 17. Oktober 2017))

Monika Mansours Krimi «Luzerner Totentanz» spielt sich bei der Museggmauer (im Bild) ab. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 17. Oktober 2017))

Jessica Bamford

jessica.bamford@luzernerzeitung.ch

In eine andere Welt abzutauchen, das ist für die 44-jährige Monika Mansour etwas vom Schönsten. Sei das beim Reisen («Man kommt in eine völlig neue Welt und kann alles andere abschalten») oder beim Schreiben («Ich liebe es, dass ich eine eigene Welt erfinden kann und darin von allem ‹Realen› wegkomme»).

Kürzlich ist der vierte Krimi der Egolzwilerin veröffentlicht worden. «Luzerner Totentanz» heisst er. Der Krimiroman spielt in Luzern und handelt von der «Sträggele», einer Hexe, die auf ihrem Ross durch die Wälder jagte und in den Adventsnächten ungezogene Mädchen aus den Häusern ihrer Eltern entführte. Seit letzter Woche ist zudem ihr neuestes Sachbuch «Businessplan: Mord» im Handel erhältlich, und im Juni erschien ihr Buch über Sagengeschichten in der Schweiz.

«Ein unglaubliches Gefühl»

Damit hat Mansour seit 2014 sechs Bücher veröffentlicht. Woraus schöpft sie ihre Energie? Zum Schreiben gehöre das Alleinsein, sagt sie. Schon als Mädchen mochte sie das. «Wenn man allein ist, redet einem niemand rein, man ist komplett frei.» Ein Erlebnis sei dabei prägend gewesen: «Als ich in Australien war, habe ich entschieden, nach der Sprachschule noch länger zu bleiben, bis das Geld aufgebraucht ist. Ohne Ziel stand ich am Bahnhof und hatte alle Möglichkeiten offen – ein unglaubliches Gefühl.» Diese umfassende Freiheit wäre heute aber nicht mehr das Richtige: «Man wird ein bisschen organisierter mit dem Alter und braucht einige Anhaltspunkte», meint die Mutter eines 11-jährigen Buben mit einem Schmunzeln. Allein ist sie aber immer noch gern. Einsam habe sie sich nie gefühlt, auch auf ihren Reisen nicht. «Mich stresst es eher, sehr viel Zeit mit anderen Leuten zu verbringen.» Auf Reisen war Mansour schon oft: In Neuseeland und Australien hat sie mehrere Monate verbracht, und auch die USA hat sie besucht. Ihren Mann hat sie in Ägypten kennen gelernt. «Immer, wenn ich wieder genug Geld beisammenhabe, schaue ich mir die Flüge an und verreise», sagt die 44-jährige Schweizerin.

So abwechslungsreich wie ihre Reisenerlebnisse sind auch ihre Joberfahrungen: Nach der Sek hat Mansour, die im Zürcher Unterland aufgewachsen ist, eine Lehre als Augenoptikerin absolviert. Obwohl ihr dieser Beruf nicht so zusagte, blieb sie zwei Jahre beim Lehrbetrieb. Danach arbeitete sie in verschiedenen Restaurants. «Das war eigentlich nur zum Überbrücken gedacht, hat mir aber sehr gefallen. In diesem Alter war das Gastgewerbe perfekt für mich», erinnert sie sich. Es habe ihr so gut gefallen, dass sie sogar die Wirteprüfung machte, um eine Whisky-Bar führen zu können. «Mit Anfang dreissig machte ich mir dann Gedanken über Mann und Familie und habe deshalb aufgehört, im Gastgewerbe zu arbeiten.» Dies vor allem wegen der unregelmässigen Arbeitszeiten.

Dann fand die Reisebegeisterte eine Stelle am Flughafen. «Das hat mir vor allem wegen der Sprachen gefallen. Endlich konnte ich die alle brauchen.» Für die junge Mutter waren auch die Arbeitszeiten optimal. Später fand sie eine Stelle in einem Piercingstudio, wo sie nach einiger Zeit auch Tattoos stechen konnte. «Ich habe immer schon gerne gemalt. Das war die perfekte Möglichkeit, diese Leidenschaft auszuleben.» Das ist aber nicht die einzige künstlerische Arbeit, der Mansour nachgeht: Vor kurzem eröffnete sie ihr eigenes Nagelstudio – und viel Zeit verbringt sie mit Schreiben. Ein drittes Standbein hat sie in einem kleinen Unternehmen, wo sie als Buchhalterin und Transportplanerin arbeitet.

Zu viel wurde ihr das alles nie: «Ich brauche diese Abwechslung.» Am liebsten würde sie noch mehr Zeit dem Schreiben widmen. Dies sei aber finanziell schwierig. «Im Moment verdiene ich damit eher ein Taschengeld als einen Lohn», sagt sie. Trotz des geringen Einkommens möchte sie, anders als bei den anderen Berufen, definitiv beim Schreiben bleiben. «Ich empfinde es nicht als Arbeit, sondern nutze jede freie Minute dafür.» Sich komplett darauf zu konzentrieren, würde ihr aber nicht passen, denn das Nagelstudio gibt ihr durch den Kundenkontakt einen guten Ausgleich: «Immer dasselbe machen, das könnte ich nicht.»

Hinweis

Mansours Bücher sind im Buchhandel oder unter www.monika-mansour.com zu kaufen.

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