Ehemaliges Krienser Gemeindehaus wird saniert

Die Stadt Kriens möchte ihr altes Gemeindehaus vermieten. Vorgesehen ist die Vergabe der Räumlichkeiten an Kleinbetriebe – aber auch Vereine könnten darin unterkommen.

Beatrice Vogel
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Das ehemalige Gemeindehaus an der Schachenstrasse in Kriens wird demnächst saniert.

Das ehemalige Gemeindehaus an der Schachenstrasse in Kriens wird demnächst saniert.

Bild: Roger Grütter, 18. Februar 2020

Ab kommendem April wird das alte Gemeindehaus in Kriens saniert. Damit soll das Gebäude für eine künftige Vermietung bereit gemacht werden, schreibt der Krienser Stadtrat in einer Mitteilung. Er hat für die Sanierung einen Kredit von 650'000 Franken freigegeben. Der Betrag wurde bereits mit dem Budget 2020 bewilligt respektive im Aufgaben- und Finanzplan 2021 eingestellt. Die Baubewilligung liegt vor. Bezugsbereit sollen die Räume im Frühling 2021 sein. 

Die Krienser Stadtverwaltung ist seit 2019 im neuen Stadthaus untergebracht. Seither steht das ehemalige Gemeindehaus leer. Schon seit längerem ist klar, dass es vermietet werden soll. Die Stadt Kriens hat denn auch bereits vor knapp einem Jahr mit der Mietersuche begonnen. Da aber 2019 kein Geld für die Sanierung vorhanden war, wurden die Bemühungen vorübergehend eingestellt.

Büros für Dienstleistungsbetriebe

Nun will der Stadtrat die Vermietungsaktivitäten im Frühling wieder aufnehmen. In Frage kommen Kleinbetriebe aus der Dienstleistungsbranche. Die Nutzung ganzer Etagen sei ebenso denkbar wie die Nutzung einzelner Zimmer. «Es gab bisher einige Interessenten für die Räumlichkeiten des Gemeindehauses», sagt der zuständige Stadtrat Franco Faé (CVP) auf Anfrage. Mit einigen Interessenten sei eine erneute Kontaktaufnahme sowie eine Besichtigung nach der Sanierung vereinbart worden. «Ab diesem Zeitpunkt besteht dann die Möglichkeit einer Vermietung.» 

Aber warum wird saniert, obwohl die Mieter noch nicht feststehen? Diese würden vielleicht gern ein Wort mitreden. Laut Faé werden bei der Sanierung Arbeiten gemacht, die ohnehin anstehen: Gearbeitet wird vor allem an der Gebäude-Infrastruktur – Haustechnik und Brandabschlüsse werden auf einen aktuellen Stand gebracht. Dazu werden die Innenräume und die Nasszellen erneuert. «Potenzielle Mieter erhalten bei einem Besuch in einem sanierten und erneuerten Gebäude einen anderen Eindruck als in einem Gebäude, das nach jahrzehntelangem Einsatz quasi besenrein verlassen wurde.» Die Mieter werden sich gemäss Faé aber noch einbringen können.

Von der Idee, dass im Obergeschoss auch Wohnungen möglich wären, ist mittlerweile nicht mehr die Rede. Faé: 

«Wir verzichten auf den Bau von Wohnungen und machen aus dem Gemeindehaus ein reines Bürogebäude.» 

Auch war eine Zwischennutzung des Gebäudes ursprünglich kein Thema. Nun soll dies doch geprüft werden, heisst es in der Mitteilung, weil die Arbeiten auf die Jahre 2020 und 2021 verteilt werden. Voraussetzung ist, dass die Zwischennutzung mit den Bauarbeiten vereinbar sind. Allerdings relativiert Franco Faé diesen Punkt: «Da ab April saniert wird und danach langfristige Mietverträge möglich sind, kann man nicht mehr von einer Zwischennutzung sprechen.»

Haus für Vereine wäre möglich

Erst kürzlich hat die SVP ein Postulat eingereicht mit der Forderung, das Gemeindehaus den Krienser Vereinen zu Verfügung zu stellen. Sie sollen die Räume mieten können. Grundsätzlich sei ein «Haus der Vereine» möglich, sagt Faé dazu. «Es steht auch Vereinen offen, dort Büroräume zu mieten.» Fast noch wichtiger als permanente Räume seien für Vereine aber Lokale, in denen sie ihre Sitzungen abhalten können. «Dazu bieten wir im Stadthaus ja die Sitzungszimmer im ersten Stock sehr kostengünstig den Vereinen an. Und diese machen auch Gebrauch davon.»

Das Krienser Gemeindehaus an der Schachenstrasse 13 wurde 1912 von Architekt Emil Vogt erbaut und ist heute denkmalgeschützt. Der Gemeinderatssaal wurde vor 15 Jahren renoviert. Er soll weiter als «Repräsentationsraum» zur Verfügung stehen.

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