Ehemaliges SP-Mitglied will für die Grünliberalen in den Ebikoner Gemeinderat

Nach der SP nominieren auch die Grünliberalen eine Kandidatin für den Ebikoner Gemeinderat: Heidi Koch. Die Ärztin war bis vor kurzem noch SP-Mitglied.

Roman Hodel
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Heidi Koch.

Heidi Koch.

(Bild: PD)

Sie ist Ärztin, hat eine eigene Praxis für Psychiatrie und Psychotherapie in Ebikon und will dort in den Gemeinderat: Heidi Koch. Die 60-Jährige wurde von den Grünliberalen für die Exekutive nominiert, wie die Partei am Mittwoch mitteilte. Koch engagiere sich aktiv für die Umwelt und wolle den sozialen Zusammenhalt in der Gemeinde stärken. «Ein gesunder Lebensraum für alle ist zentral», wird Heidi Koch in der Mitteilung zitiert. Auf Nachfrage sagt die GLP-Kandidatin, sie wolle sich politisch für die Allgemeinheit engagieren und habe auch Zeit dafür. «Ich bin beruflich selbstständig und arbeite Teilzeit.» Abgesehen vom Präsidium und den Finanzen sei sie offen für jedes Ressort.

Koch ist erst seit Kurzem Mitglied der GLP. Bis im Herbst 2019 gehörte sie der SP an, der sie 2018 beigetreten war und vor einem Jahr für den Luzerner Kantonsrat kandidiert hatte. Zum Wechsel sagt sie:

«Für mich haben Umweltanliegen absolut oberste Priorität, doch diesbezüglich fand ich in der SP-Ortspartei zu wenig Gehör.»

Im Dorf gilt die Ärztin als engagiert, so hat sie beispielsweise 2016 den sogenannten Bücherschrank initiiert. Nach Ebikon verschlagen hat es die gebürtige Deutsche 1995 der Liebe wegen. Mit ihrem Ehemann Martin, «einem Ur-Ebikoner», wie Heidi Koch sagt, und Labrador Carlo lebt sie in im Elternhaus ihres Mannes. Kinder haben sie keine.

Der Parteiübertritt kommt den Grünliberalen gelegen, denn das Anforderungsprofil für eine Gemeinderätin ist gemäss GLP-Präsident Sandor Horvath hoch: «Es braucht eine politische engagierte Persönlichkeit mit Visionen. Sie muss Zeit haben und in Ebikon bekannt sein.» Mit Blick auf diese Anforderungen eigne sich Heidi Koch von allen GLP-Mitgliedern am besten für das Amt. Es sei wichtig, dass viele Kandidaturen für den Gemeinderat eingingen. «Viele Ebikoner sind nicht zufrieden mit der Arbeit der aktuellen Exekutive, auch weil nur zwei der sechs Ebikoner Parteien überhaupt darin vertreten sind», sagt Horvath und fügt an:

«Mit Heidi Koch wollen wir eine Alternative bieten. »

Die SP hat ihrerseits bereits nominiert: Die Partei will mit Marianne Wimmer-Lötscher ihren 2016 verlorenen Gemeinderatssitz zurückholen (wir berichteten). Man bedaure den Austritt von Heidi Koch, wie Thomas Aregger, Präsident der Ortspartei, sagt: «Frau Koch war sehr engagiert in Umweltthemen, erhoffte sich dabei mehr Support von der Partei, doch diese Erwartungen konnten wir nicht gänzlich erfüllen.» Erstaunt zeigt er sich darüber, dass die GLP sie gleich als Gemeinderatskandidatin aufstellt. «Inwiefern die GLP mit der Nomination von Frau Koch zum Gelingen beiträgt, einen links-grünen Sitz im Gemeinderat zu erobern, wird sich zeigen», so Aregger.

Die SVP hält ihre Nominationsversammlung morgen Donnerstag ab. Die Gesamterneuerungswahlen am 29. März versprechen spannend zu werden, denn alle fünf bisherigen Gemeinderäte treten zur Wiederwahl an. Es sind dies: Gemeindepräsident Daniel Gasser (CVP), Schulvorsteher Andreas Michel (parteilos), Finanzvorsteherin Susanne Troesch-Portmann (CVP), Bauvorsteher Hans Peter Bienz (parteilos) sowie Sozialvorsteher Ruedi Mazenauer (FDP).