Eiche muss Quartierzentrum Wesemlin in der Stadt Luzern weichen

Eine 40-jährige Eiche muss dem Neubau des Quartierzentrums Wesemlin der Katholischen Kirchgemeinde Luzern weichen. Trotz einer Petition, die sich für den Erhalt des Baums stark machte, wird dieser nun gefällt. Die Stadt bewilligte das Baugesuch für die Überbauung.

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Das neue Quartierzentrum Wesemlin.

Das neue Quartierzentrum Wesemlin.

Visualisierung: PD
(sda/sam)

Das öffentliche Interesse am Quartierzentrum sei höher zu gewichten als den Erhalt des Baumes, teilte die Stadt Luzern am Dienstag mit. Im Wettbewerbsverfahren von 2015 sei die Eiche zwar als wertvoll eingestuft und der Erhalt als wünschenswert deklariert worden. Allerdings habe man den Erhalt der Eiche nicht zwingend eingefordert.

Die Kirche will für 22,2 Millionen Franken das Quartierzentrum Wesemlin erneuern, das den «Wäsmeli-Träff» ersetzen soll. Der Neubau vereint Begegnungsräume, Ladenlokale und Dienstleistungsanbieter sowie 26 2,5- und 3,5-Zimmer-Alterswohnungen. Die Begegnungsräume stehen den Vereinen und Gruppierungen zur Verfügung.

Im Januar 2019 hat die Kirche das Baugesuch dazu eingereicht, mit dem sie auch um die Fällung der Eiche vor dem Wäsmeli-Träff ersuchte. Der Baum wurde 1978 anlässlich der 800-Jahr-Feierlichkeiten der Stadt Luzern gepflanzt. Im Verlauf der Planung zeigte sich aber, dass der Baum nicht erhalten werden kann.

Im September reichten Quartierbewohner eine Petition mit 400 Unterschriften für den Erhalt der Eiche ein. Die Stadt liess in der Folge ein Gutachten eines externen Baumexperten erstellen. Eine Verschiebung des Baums würde schätzungsweise mehrere hunderttausend Franken kosten, dass der Baum die Züglete überleben würde, sei nicht garantiert. Auch der Erhalt mache wenig Sinn, da er stark zurückgeschnitten werden müsste, was das Überleben ebenfalls fraglich mache.

Das geplante Projekt könne nicht realisiert werden, ohne dass der Baum tangiert wird. Deshalb habe sich die Stadt für das Fällen und Erteilen des Baugesuchs entschieden. Die Kirchgemeinde wolle die Jubiläumseiche durch eine neue, möglichst grosse Eiche ersetzen.

Entscheid wird akzeptiert

Die Initianten der Petition bedauern die Fällung, wie sie mitteilen. Sie betonen, konstruktive Gespräche mit der Bauherrin geführt zu haben. Ihre Aktivitäten seien im Quartier nicht von allen goutiert worden, sie hätten auch Kritik einstecken müssen. Die Gruppe «Pro Eiche» akzeptiert den Entscheid: «Wir waren zu spät. Wir anerkennen den Entscheid und wollen lieber wieder Frieden im Quartier.»