EICHHOF-VERKAUF: «Wir haben auch Neukunden gewonnen»

Hat der Verkauf an Heineken der Brauerei Eichhof geschadet? Nein, sagen die Luzerner Brauer und präsentieren dazu erstmals Zahlen.

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Marcel Erne, Eichhof-Direktor. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Marcel Erne, Eichhof-Direktor. (Archivbild Fabienne Arnet/Neue LZ)

Im April wurde der Verkauf von Eichhof an Heineken bekannt. Die Proteste gegen den Deal waren vielfältig. So gab es Restaurants und Getränkeshops, die Eichhof-Biere aus dem Regal kippten oder neu auch Alternativen zum Luzerner Bier anbieten (siehe Artikelverweis). Für Marcel Erne, Direktor der Brauerei Eichhof, ist dieser Protest ein Sturm im Bierglas.

Die Übernahme von Eichhof durch Heineken hat viele Biertrinker verärgert. Spüren Sie dies an der Verkaufsfront?

Marcel Erne: Viele Konsumenten haben sich bei uns gemeldet und ihre Verärgerungen deutlich kundgetan. In einer ersten Phase waren die Reaktionen sehr emotional, und wir haben dafür Verständnis. Rückwirkend stellen wir fest, dass die Übernahme keine Auswirkungen auf unseren Umsatz hatte. Im Gegenteil: Wir sind sehr gut auf Kurs.

Die Leute waren also im ersten Moment verärgert, aber sie trinken weiterhin Eichhof-Bier?

Erne: Bier ist halt ein sehr emotionales Gut. Wenn eine traditionsreiche Marke wie Eichhof plötzlich in ausländische Hände fällt, tut dies weh. Doch Eichhof wird als Marke weiterbestehen, mit den genau gleichen Rezepten und damit der gleich hohen Qualität.

Die Marke bleibt bestehen. Und was ist mit dem Standort?

Erne: Der Brauereistandort Luzern ist gesichert. Und viele Konsumenten realisieren heute, dass ein Bierboykott nichts an der Situation ändern würde, sondern nur den Standort Luzern und damit sehr viele Arbeitsplätze gefährden würde. Man muss auch sehen, dass der Zusammenschluss mit Heineken langfristig die Zukunft von Eichhof sichert.

Stichwort Bierboykott: 15'500 Personen haben eine Protestnote gegen den Verkauf unterschrieben. Ein starkes Signal.

Erne: Es wäre ja fast traurig, wenn kein Signal gekommen wäre. Wir sind stark verwurzelt in dieser Region, Eichhof gibt es hier seit 1834. Wir sind froh, dass es deutliche Reaktionen gegeben hat. Wir plädieren einfach dafür, die neue Situation unvoreingenommen zu beurteilen.

Wie viele Restaurants haben Eichhof den Rücken gekehrt?

Erne: In der Zentralschweiz wurden rund ein halbes Dutzend Verträge gekündigt. Wir haben mit diesen Kunden intensive Gespräch geführt und konnten dabei die Mehrheit dieser Kündigungen rückgängig machen. Wir haben seit April auch Neukunden hinzugewonnen, zwölf Restaurants allein in der Zentralschweiz.

Interview von Stefan Inderbitzin

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.