EICHHOFÜBERNAHME: «Das wird ein ganz interessanter Entscheid»

Die Wettbewerbskommission nimmt die Übernahme von Eichhof durch Heineken genauer unter Lupe. Das sei nicht überraschend, sagt Professor Peter V. Kunz.

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Angela Inglin und Basil Dietlicher trinken in einer Bar Eichhof- und Heineken-Bier. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Angela Inglin und Basil Dietlicher trinken in einer Bar Eichhof- und Heineken-Bier. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Herr Kunz*, die Wettbewerbskommission (Weko) will die Eichhof-Übernahme durch Heineken genauer prüfen. Überrascht sie das?

Peter V. Kunz: Nein, überhaupt nicht. Es hätte mich überrascht, wenn die Weko nicht eingeschritten wäre.

Wegen der möglichen marktbeherrschenden Stellung mit dem Branchenkrösus, der Carlsberg-Feldschlösschen-Gruppe?

Kunz: Genau. Dass diese Situation seitens der Weko seriös betrachtet werden muss, war offensichtlich. Denn beides sind grosse Player, die Möglichkeit eines Duopols in der Schweiz ist also realistisch.

Trotzdem ist die Eichhof-Übernahme dadurch kaum gefährdet.

Kunz: Das kann man eben nicht sagen. Sollte die Weko tatsächlich zur Überzeugung gelangen, dass durch die Übernahme eine heikle Marktsituation geschaffen wird, dann könnte die Behörde im Extremfall die ganze Transaktion blockieren und ihr Veto einlegen.

Realistischer sind doch vielmehr flankierende Massnahmen wie bei der Denner-Migros-Fusion oder bei der Carrefour-Übernahme durch Coop?

Kunz: Das kann schon sein. Aber ich betone es noch einmal. Die Weko hat die Macht, die ganze Übernahme zu verhindern.

Wie gross sind diese Chancen?

Kunz: Das ist schwer zu beurteilen. Aber die Schweizer Bierindustrie ist bereits jetzt unter ein paar wenigen Playern aufgeteilt. Deshalb könnte ich mir durchaus vorstellen, dass die Weko diese Fusion nicht einfach so durchwinken wird. Flankierende Massnahmen wird sie ganz bestimmt anordnen.

Und die wären?

Kunz: Bei Heineken kann ich das nicht beurteilen. Für den Bierbereich bei Eichhof könnte ich mir aber gut vorstellen, dass die Weko regional geografische Vorgaben machen wird. Denn Eichhof ist nicht mehr nur in der Zentralschweiz tätig, sondern in den letzten paar Jahren auch in andere Schweizer Gebiete vorgestossen.

Interview von Ueli Kneubühler

HINWEIS
*Peter V. Kunz (43) ist Professor für Wirtschaftsrecht und für Rechtsvergleichung an der Universität Bern. Er war bis 2005 regelmässig als externer Rechtsanwalt für die Eichhof tätig.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Samstag in der Neuen Luzerner Zeitung.