Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Eichwald Luzern: Stadtrat entscheidet sich für ein anderes Konzept

Der Luzerner Stadtrat will der Wohngenossenschaft Geissenstein EBG das Areal an der Eichwaldstrasse im Baurecht abgeben. Dort sollen nun 56 gemeinnützige Wohnungen entstehen. Interessant: Ursprünglich wäre eine andere Genossenschaft in die Kränze gekommen.
Gabriela Jordan und Kilian Küttel
Neben dem Salzmagazin auf dem städtische Eichwald-Areal sollen bis 2022 zwei Neubauten mit Genossenschaftswohnungen und Gewerberäumen entstehen. Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2018)

Neben dem Salzmagazin auf dem städtische Eichwald-Areal sollen bis 2022 zwei Neubauten mit Genossenschaftswohnungen und Gewerberäumen entstehen.
Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2018)

Wende im Streit um das Eichwald-Areal bei der Allmend: Der Luzerner Stadtrat hat der Wohngenossenschaft Geissenstein EBG den Zuschlag für das Areal an der Eichwaldstrasse erteilt. Dort soll nun bis 2022 eine autofreie Siedlung mit 56 Wohnungen, Platz für Gewerbe sowie Gemeinschaftsräumen im denkmalgeschützten Salzmagazin entstehen. Dies teilte Baudirektorin Manuela Jost (GLP) am Freitagmorgen im Stadthaus vor den Medien mit.

Dem Entscheid ging ein monatelanges Hin und Her auf der politischen Bühne voraus: Noch im Juni 2016 hatte die SBL Wohnbaugenossenschaft Luzern den Zuschlag für das Areal erhalten. Doch die Geschäftsprüfungskommission des Grossen Stadtrates blockierte das Ansinnen: Sie forderte im November 2016 eine Neuausschreibung des Projekts, da sie das Vergabeverfahren bemängelte – die Kriterien für die Vergabe seien zu wenig transparent gewesen. Der gleichen Meinung war schliesslich die Mehrheit im Stadtparlament. Im Dezember 2016 wurde der entsprechende Bericht und Antrag zurückgewiesen.

Der Luzerner Stadtrat will der Wohngenossenschaft Geissenstein EBG das Areal im Baurecht abgeben. Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2018)

Der Luzerner Stadtrat will der Wohngenossenschaft Geissenstein EBG das Areal im Baurecht abgeben. Bild: Philipp Schmidli (25. Mai 2018)

EBG ging «nochmals über die Bücher»

Der Stadtrat reagierte, schrieb das Projekt im November 2017 freiwillig neu aus - und erhielt von der EBG ein völlig überarbeitetes Konzept mit dem Namen «Salz und Pfeffer». «Wir sind wirklich über die Bücher gegangen. Und dank der ersten Beurteilung wussten wir, was die Stadt an unserem ursprünglichen Konzept bemängelt hat», erklärt Andi Willinig, Vorsitzender der EBG-Geschäftsleitung. «Die zweite Ausschreibung hat beide Genossenschaften natürlich Geld gekostet. Aber Schwamm drüber - dafür haben wir jetzt ein tolles Konzept ausgearbeitet.» Wie die SBL auf den Entscheid des Stadtrates reagiert, liess sich bislang nicht in Erfahrung bringen.

Manuela Jost zeigte sich über das Angebot der EBG sehr zufrieden. «Entstanden ist ein gut durchdachtes, innovatives und überzeugendes Gesamtkonzept, das sehr gut auf die Qualitäten des Standorts eingeht.» Im Vergleich mit dem Konzept der SBL, das im Grossen und Ganzen gleich geblieben sei, sei das Konzept der EBG innovativer und erfülle die Kriterien der Ausschreibung besser. Besonders gelobt wird dabei die geplante Nutzung des Salzmagazins: Dieses soll nicht wie beim ersten Angebot als simples Lager dienen, sondern Platz für Gemeinschaftsräume, Veloparkplätze und Werkstätten bieten. «Das Gebäude im Zentrum soll auch zum Zentrum der Siedlung werden», sagt Andi Willinig. «So kann ein richtiges Quartierleben entstehen». Vorgesehen ist, dass die Bewohner dann über Brücken zu ihren Wohnblöcken gelangen könnten (siehe unten).

So könnte die Erschliessung zum Salzmagazin gemäss der Wohnbaugenossenschaft Geissenstein EBG dereinst aussehen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt später mit dem Architekturwettbewerb.

So könnte die Erschliessung zum Salzmagazin gemäss der Wohnbaugenossenschaft Geissenstein EBG dereinst aussehen. Die konkrete Ausgestaltung erfolgt später mit dem Architekturwettbewerb.

Überzeugt habe das Konzept der EBG überdies dadurch, wie es die verschiedenen Nutzungen miteinander verbindet. So sind zum Beispiel unmittelbar angrenzend zum Salzmagazin keine Wohnungen geplant, sondern Gewerberäume. Findet im Salzmagazin ein Fest statt, wird in seiner Nachtruhe also niemand gestört. «Dieses Aufgreifen von möglichen Nutzungskonflikten haben wir beim Konzept der SBL vermisst», sagt Jost. Sie betont aber: «Beide Angebote waren sehr solide, beide waren sehr gut.» Des weiteren komme das Konzept der EBG dem Ziel eines 2000-Watt-Areals näher. Dazu trägt ein geringer Wohnflächenverbrauch pro Kopf und der weitgehende Verzicht auf eine Unterkellerung bei.

Definitiver Entscheid erst im September

Auch dieser Beschluss der Stadt ist aber noch nicht in Stein gemeisselt. Der Grosse Stadtrat wird voraussichtlich am 20. September darüber befinden, ob er das Areal im Baurecht an die Wohngenossenschaft Geissenstein EBG abgeben will. Ist dies der Fall, will die EBG 2019 einen Architekturwettbewerb durchführen. Ziel ist es, dass die ersten Bewohner Mitte 2022 einziehen können. Ein Wörtchen mitzureden hat dabei jedoch noch die Denkmalpflege. Diese wurde bereits während der Planung konsultiert, muss aber noch ihren definitiven Segen zur Umnutzung des Salzmagazins geben.

Der ganze Wirbel um das Eichwald-Areals hat die Stadtregierung bereits dazu veranlasst, einheitliche Kriterien für die Abgabe städtischer Grundstücke an Genossenschaften auszuarbeiten. Das «Luzerner Modell» sorgt nun dafür, dass alle Baurechtnehmer gleich behandelt werden. Stein des Anstosses war bei der ersten Vergabe ausserdem, dass im Beurteilungsgremium keine externen Experten gewesen seien. Dies hat die Stadt beim zweiten Mal nun geändert. Nebst internen Verwaltungsmitarbeitern waren nun auch Felipe Rodriguez vom Hochbauamt Zürich sowie Luzerner Bauökonom Walter Graf im Gremium vertreten.

Weiteres Areal wird abgegeben

Auch in der Hochhüsliweid will die Stadt Luzern ein Grundstück im Baurecht an eine gemeinnützige Wohnbauträgerschaft abgegeben (wir berichteten). Dazu läuft aktuell die freiwillige Ausschreibung. Das Baurechtsgrundstück umfasst 10 711 Quadratmeter und wird für eine Dauer von 70 Jahren zu einem Baurechtszins von jährlich 271 840 Franken abgegeben. Interessierte müssen sich bis zum 25. Juni schriftlich anmelden und ihre Angebote bis zum 13. September abgegeben. Vorgabe ist auch, einen Kindergarten einzuplanen.

Quartiertreff muss erhalten bleiben

Die Bauherrschaft muss zudem mit dem Verein Hochhüsliweid Würzenbach ein Konzept erarbeiten, welches den Fortbestand des Quartiertreffs in seiner heutigen Form gewährleistet. Auch muss der dortige Spielplatz erhalten und öffentlich zugänglich bleiben, möglichst auch während der Bauphase. Ein sechsköpfiges Gremium mit Vorsitz von Baudirektorin Manuela Jost (GLP) wird die Beurteilung vornehmen. Am 31. Oktober entscheidet dann der Luzerner Stadtrat über die Trägerschaft und anfangs November wird die Öffentlichkeit informiert. (sam)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.