EICHWALD-PROJEKT: Weitere Verzögerung zeichnet sich ab

Die FDP fordert eine zusätzliche Machbarkeitsstudie für das städtische Eichwald-Areal. Auch eine Verlegung des denkmalgeschützten Salzmagazins wird wieder ins Spiel gebracht.

Hugo Bischof
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Das denkmalgeschützte Salzmagazin auf dem Eichwald-Areal. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 12. Mai 2016))

Das denkmalgeschützte Salzmagazin auf dem Eichwald-Areal. (Bild: Roger Grütter (Luzern, 12. Mai 2016))

Hugo Bischof

hugo.bischof@luzernerzeitung.ch

Das politische Gezerre um das städtische, 4700 Quadratmeter grosse Areal an der Eichwaldstrasse dauert schon lange. Der Stadtrat vergab das Land an die SBL-Wohnbaugenossenschaft Luzern für den Bau einer Siedlung mit 54 gemeinnützigen Wohnungen. Dagegen hat das Stadtparlament aber Einspruch erhoben, da die Kriterien für die Vergabe an die SBL zu wenig transparent gewesen seien (Ausgabe vom 16. Dezember). Der Stadtrat muss die Vergabe deshalb nochmals prüfen.

Nun geht die FDP mit einem dringlichen Postulat gar noch einen Schritt weiter: Sie fordert den Stadtrat dazu auf, eine neue Machbarkeitsstudie für die Überbauung des Areals in Auftrag zu geben oder «zumindest die bestehende zu überarbeiten», wie FDP-Grossstadtrat Rieska Dommann im Vorstoss schreibt. Der Grund: Die FDP strebt eine dichtere Überbauung des Eichwald-Areals an, als es das Projekt der SBL vorsieht. Würde die gemäss städtischer Bau- und Zonenordnung mögliche Überbauungs­ziffer vollständig ausgenützt, «könnten bis zu 15 zusätzliche Wohnungen erstellt werden». Als weiterer positiver Effekt, so argumentiert die FDP, «würde der Landwert in diesem Fall um mindestens 1 Million Franken steigen und die Kosten pro Wohnung trotzdem sinken».

Will die FDP mit dem Vorstoss auch verhindern, dass die CVP-nahe SBL den Zuspruch erhält? Dommann verneint dies klar. «Das war nie ein Thema, wir bevorzugen keines der beiden Projekte.» Sollte sich durch eine maximale Verdichtung eine bessere Bebaubarkeit ergeben, sei «eine Verschiebung des Salzmagazins innerhalb des Grundstücks zu prüfen», schreibt die FDP. Da das Salzmagazin denkmalgeschützt ist, ist das eine brisante Forderung. Weder ein Abriss noch eine Verschiebung des Gebäudes komme in Frage, sagte die kantonale Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder im Mai 2016 gegenüber unserer Zeitung. Eine Verlegung des aus dem 18. Jahrhundert stammenden Gebäudes war schon früher einmal Thema, so unter anderem bei der Baugenossenschaft ABL, die zunächst zwar Interesse am Areal zeigte, sich aber später doch wieder zurückzog.

Werden die Spielregeln nun geändert?

Das Ganze entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Denn das Salzmagazin stand ursprünglich an einem anderen Ort: an der Obergrundstrasse, als Magazin für Salz, Getreide und Früchte zur Versorgung des Luzerner Bürgerspitals. Bei der vom Parlament geforderten Überprüfung müsste der Stadtrat entweder die Vergabe an die SBL bestätigen – oder zum Schluss kommen, die Wohnbaugenossenschaft Geissenstein (EBG) als einzige weitere Bewerberin doch das bessere Angebot gemacht hat. Würde das FDP-Postulat vom Parlament überwiesen, wäre die Ausgangslage eine andere – und für die SBL eine wenig erfreuliche. «Wir müssten sicher ganz von vorne beginnen», ärgert sich Markus Mächler, SBL-Präsident und ehemaliger CVP-Grossstadtrat. Unter den jetzigen gesetzlichen Regelungen sei keine derart dichte Bebauung möglich, die bis zu 15 zusätzliche Wohnungen beinhalten könne. «Wer die Bestimmungen ändern will, arbeitet gegen den Volksauftrag zur Erstellung von preisgünstigem Wohnraum und gegen den Stadtrat.» Für die SBL bedeute der FDP-Vorstoss deshalb nur ein «weiteres politisches Geplänkel». Ob die SBL bei einem neuen Bewerbungsverfahren mitmachen würde, hängt laut Mächler «sehr von den neuerlichen Bedingungen ab».

Wann das FDP-Postulat vom Stadtparlament behandelt wird, steht noch nicht fest. Klar ist aber, dass sich der Planungsprozess damit noch mehr in die Länge ziehen wird. Schon die vom Stadtparlament geforderte Neuüberprüfung des Vergabeverfahrens dürfte zu weiteren Verzögerungen führen.